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Sotschi

Russische Großstadt am Schwarzen Meer

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Sotschi (russisch Сочи, , wiss. Transliteration Soči) ist eine Stadt und ein Stadtbezirk am Schwarzen Meer in Russland. Sotschi liegt in der südrussischen Region Krasnodar nahe der Grenze zu Georgien und hat 445.000 Einwohner (Stand: 2025).

Sotschi ist einer der beliebtesten Bade- und Kurorte Russlands: die Umgebung der Stadt wird häufig als „(Russische) Riviera des Schwarzen Meeres“ bezeichnet. Die Stadt ist darüber hinaus Sitz einer Universität.

Allgemein wird angenommen, dass der Name „Sotschi“ die russifizierte Form des tscherkessischen Wortes „Ş̂acə“ (Adygeisch: Шъаче) ist und sich wiederum vom ubykhischen„Ş̂uaça“ (Шъача) ableitet. Hierbei handelt es sich um eine Zusammensetzung der beiden Begriffe „шъа“ (Meer) und „ча“ (Seite), die übersetzt „Meer/Küste“ bedeutet. Laut einer anderen Theorie kommt „Sotschi“ vom georgischen Wort für „Tanne“, „soch'i“ (სოჭი).

Der Stadtbezirk Sotschi erstreckt sich über etwa 100 Kilometer Luftlinie entlang der nordöstlichen Küste des Schwarzen Meeres. Nordwestliche Grenze ist der Fluss Schepsi wenige Kilometer südlich von Tuapse, südöstliche der Fluss Psou, der auch die Grenze Russlands zu Georgien, bzw. der von Georgien abtrünnigen und nur von wenigen Staaten, darunter Russland, anerkannten Republik Abchasien bildet. Das Stadtzentrum Sotschis ist von der Grenze etwa 30 Kilometer entfernt.

Bereits die erste Bergkette des Kaukasus in Küstennähe mit den Kämmen Alek, Bytcha, Mamaiski, Soloniki und Tjupjutschch erreicht Höhen um 1000 m und ist für das im Winter milde Klima verantwortlich. Die Berge des Kaukasus-Hauptkammes, 25 bis 40 Kilometer von der Küste, sind hier über 3000 Meter hoch (Zachwoa, 3345 m).

Auf dem Territorium der Stadt Sotschi erreichen mehrere Bergflüsse, welche die erste Bergkette durchschneiden, das Schwarze Meer. Von Norden nach Süden sind dies Psesuapse, Schache, Sotschi und Msymta.

Stadtgliederung und -verwaltung

Am 10. Februar 1961 wurden zwei benachbarte Rajons, Lasarewskoje und Adler, eingemeindet, womit das heute existierende und manchmal Groß-Sotschi (Bolschoi Sotschi) genannte administrative Gebilde entstand. 1959 hatten die eingemeindeten Rajons Adler und Lasarewskoje 55.273 und 37.389 Einwohner, davon die Siedlungen städtischen Typs Adler 19.658, Lasarewskoje 8966, Dagomys 7192 und Krasnaja Poljana 4443 Einwohner.

Heute ist die Stadt in vier Stadtbezirke (Rajons) gegliedert: Lasarewski Rajon, Zentralny Rajon, Chostinski Rajon und Adlerski Rajon (Reihenfolge von Nordwesten nach Südosten). Zum Stadtkreis gehören auch die Siedlung städtischen Typs Krasnaja Poljana (russ. für Rote oder Schöne Lichtung) im Rajon Adler mit 3972 Einwohnern sowie 78 Dörfer mit zusammen 69.068 Einwohnern, sodass die Gesamtbevölkerungszahl des Stadtkreises Sotschi knapp 438.000 beträgt (Berechnung 2012). Zum Stadtkreis gehören auch weiträumige, praktisch unbewohnte Berggebiete.

Die Bevölkerung Sotschis ist heute multikulturell und setzt sich aus Angehörigen zahlreicher Volksgruppen zusammen. Bei der Volkszählung 2002 lebten in Sotschi neben Russen (67,5 % der Bevölkerung) unter anderem Armenier (20,2 %), Ukrainer (3,7 %), Georgier (2,4 %), Tscherkessen (1,2 %), Griechen (1 %), Weißrussen (0,7 %), Tataren (0,5 %), sowie Angehörige zahlreicher weiterer Minderheiten, darunter Aserbaidschaner, Abchasen, Osseten und Deutsche (zumeist Russlanddeutsche).

Neben der russischen Mehrheitsbevölkerung ist insbesondere die armenische Minderheit bedeutend, sie ließ sich in mehreren Migrationswellen im Raum Sotschi seit dem 19. Jahrhundert nieder. Im Sotschier Bezirk Loo sowie im Umland der Stadt gibt es einige mehrheitlich von Armeniern bewohnte Siedlungen. Die Bevölkerung Sotschis ist seit Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur stark angewachsen, sondern hat sich auch hinsichtlich ethnische Zusammensetzung stark verändert. Laut russischer Volkszählung von 1897 waren damals 25,7 % der Einwohner Sotschis Griechen, 24,2 % Russen, 13,8 % Tscherkessen, 11,3 % Esten, 10,8 % Moldauer und 10,6 % Georgier. Die meisten nicht-russischen Bewohner assimilierten sich im Laufe des 20. Jahrhunderts an die russische Bevölkerung. Im Sommer kommen zur permanenten Bevölkerung Sotschis neben Touristen auch zahlreiche Saisonarbeiter hinzu.

Sotschi liegt auf dem gleichen Breitengrad wie Nizza. Das Klima der Küstenzone Sotschis ist subtropisch mit langen, heißen Sommern, warmem Herbst und kurzen, milden Wintern. Ursache ist die geschützte Lage durch die nahe an das Meer herantretenden Kämme des Kaukasus, welche allerdings auch relativen Niederschlagsreichtum bedingen.

Die Jahresmitteltemperatur beträgt etwa 14 °C. Kälteste Monate sind Januar und Februar mit etwa 6 °C, wärmste Monate Juli und August mit etwa 23 °C. Die geringste je gemessene Temperatur betrug −13,4 °C (25. Januar 1892), die höchste 39,4 °C (30. Juli 2000). Im Januar wurden aber auch schon 21,2 °C gemessen (22. Januar 1948), während die Temperaturen im Juli/August noch nie unter 10 °C gefallen sind.

Die durchschnittliche Wassertemperatur des Schwarzen Meeres beträgt im August 24,1 °C.

Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge liegt über 1600 mm (zum Vergleich Berlin: 581 mm). Ein Großteil davon fällt in den Wintermonaten mit einem Maximum von etwa 190 mm im Dezember und Januar. Das sommerliche Minimum im Mai bis Juni von immerhin noch 90 bis 100 mm geht gewöhnlich in Starkregen an nur wenigen Tagen nieder.

In den Gebirgslagen der Stadt sind insbesondere die Wintertemperaturen niedriger, so im knapp 600 Meter hoch gelegenen Krasnaja Poljana, wo die olympischen Skiwettbewerbe 2014 ausgetragen wurden, um durchschnittlich 5 bis 6 °C. Damit beträgt sie um 0 °C, in den Hochlagen entsprechend weniger. Eine geschlossene Schneedecke stellt sich im unteren Teil der Pisten gewöhnlich Mitte Januar ein und erreicht im März Höhen von zwei Metern und mehr. Im höher gelegenen Bereich erstreckt sich die Skisaison von November bis Anfang Juni.

Im Stadtteil Adler, nahe der Mündung der Msymta in das Schwarze Meer, liegt der internationale Flughafen Sotschi (IATA-Flughafencode AER), den 2006 1,35 Millionen Passagiere nutzten. Im Zusammenhang mit den Olympischen Winterspielen 2014 wurde er auf eine Kapazität von vier Millionen Passagieren pro Jahr ausgebaut.

Entlang der Schwarzmeerküste führt durch Sotschi eine zweigleisige, elektrifizierte Eisenbahnstrecke mit Schnellzugstationen in allen großen Ortsteilen bis Adler. Es bestehen Direktverbindungen nach Moskau, Sankt Petersburg, Wolgograd und in viele russische Städte bis nach Sibirien.

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