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Sophie Wencke-Meinken

Deutsche Malerin

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Sophie Wencke-Meinken (* 29. Juli 1874 in Bremerhaven; † 23. Juni 1963 in Worpswede) war eine deutsche Malerin aus dem Umfeld der Künstlerkolonie Worpswede. Sie wurde vor allem durch impressionistisch geprägte Landschaftsdarstellungen norddeutscher Moor- und Heidelandschaften bekannt. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts stellte sie in zahlreichen deutschen Städten aus. Zudem entwarf sie Bildmotive für Kunstpostkarten, die auch international verbreitet wurden.

Herkunft und Ausbildung (1874–1898)

Als Tochter des Schiffbauers, Reeders und Werftbesitzers Nicolaus Diedrich Wencke (* 1848) und Enkelin der Werftunternehmer Friedrich Wilhelm Wencke (* 1806) und Gesine Wencke wuchs Sophie Wencke in wirtschaftlich gesicherten großbürgerlichen Verhältnissen auf.

Als ältestes Kind übernahm sie früh repräsentative Aufgaben im Umfeld des Familienunternehmens. So nahm sie auf der Werft ihres Vaters an zahlreichen Stapelläufen teil und war 1885 Taufpatin des ersten deutschen Fischdampfers Sagitta.

Von 1880 bis 1890 besuchte Wencke die Höhere Töchterschule in Bremerhaven und erhielt zusätzlich zum Schulunterricht privaten Sprachunterricht in Französisch, Spanisch sowie Klavier- und Malunterricht.

Danach nahm sie 1890 in Dresden eine Ausbildung zur Kunstmalerin auf und erhielt Privatunterricht bei der Landschafts- und Interieurmalerin Bertha Schrader und dem Tiermaler Hermann Pansee. Ab 1892 nahm sie Unterricht in Berlin bei dem Maler und Radierer Moritz van Eyken, dem Porträtmaler und Bildhauer Conrad Fehr und den Landschaftsmalern Max Uth und Willy Hamacher. Die erste bekannte Ausstellung von Sophie Wencke war die Beteiligung an der 1893 vom Bremerhavener Kunstverein eröffneten permanenten Kunstausstellung, bei der sie mit mehreren Studien und Gemälden beteiligt war.

1896 besuchte Wencke die Glasausstellung München, auf der die Maler der Künstlerkolonie Worpswede mit einer großen Anzahl von Bildern vertreten waren. Die Ausstellung weckte bei Sophie Wencke den Wunsch, Schülerin von Otto Modersohn zu werden.

Worpswede: Künstlerische Anfänge und Etablierung (1898–1914)

1898 siedelte Wencke nach Worpswede um und wurde neben Emmy Meyer und Maria Franck eine der drei Schülerinnen von Otto Modersohn. Mit Beginn ihrer Zeit in Worpswede gewannen typische Motive der Künstlerkolonie wie Moorkanäle, Birken, Torfkähne und charakteristische Bauernhäuser für ihre Malerei an Bedeutung. Diesen Bildthemen blieb sie zeitlebens verbunden und stand damit in der Tradition der ersten Worpsweder Künstlergeneration.

1900 änderten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie mit dem Konkurs der Wencke-Werft. Dabei ging das gesamte Familienvermögen verloren. Nicolaus Diedrich Wencke und Johanna Wencke zogen zu ihrer Tochter Sophie Wencke nach Worpswede, sodass sie infolge der Notlage den Unterhalt ihrer Eltern übernehmen musste. 1903 zog auch ihre Schwester Clara zu Sophie Wencke nach Worpswede.

Mit dem Ziel, als Künstlerin bekannt zu werden, begann Wencke eine umfangreiche Ausstellungstätigkeit in ganz Deutschland. In vielen Gemeinschaftsausstellungen war sie als einzige Frau mit bekannten männlichen Worpsweder Künstlern wie Otto Modersohn, Fritz Overbeck, Fritz Mackensen, Heinrich Vogeler oder Walter Bertelsmann vertreten und wurde dabei von den älteren Kollegen als junge Malerin akzeptiert, was für Künstlerinnen dieser Zeit nicht selbstverständlich war.

Eine weitere Möglichkeit, neben dem Verkauf von Ölbildern Einnahmen zu erzielen, war der Druck von Kunstpostkarten. Wencke arbeitete zunächst mit mehreren Verlagen zusammen; um jedoch unabhängig von diesen zu sein, gründete sie 1906 ihren eigenen Kunstverlag und wurde auch als Postkartenverlegerin tätig. Kunstdrucke ihrer Ölbilder wurden zwischen 1909 und 1916 von E. A. Seemann in seiner Kunstdruckreihe „Meister der Farben“ veröffentlicht. Sowohl die Kunstpostkarten wie auch die Kunstdrucke trugen wesentlich dazu bei, Wenckes Namen als Künstlerin in weiten Kreisen auch über Deutschland hinaus bekannt zu machen.

Nach dem Tod ihrer Mutter (1909) und ihres Vaters (1910) bezog sie zusammen mit ihrer Schwester Clara ein von ihnen in Auftrag gegebenes neu gebautes Wohnhaus mit Atelier in der Bergstraße in Worpswede. Das Atelierhaus erinnert noch heute als sogenanntes Wencke-Haus an die Künstlerin und wird als Caféhaus Central genutzt.

Tätigkeit in der Porzellanindustrie (1914–1919)

Nach zahlreichen Ausstellungen bis 1914 ging ihre Ausstellungstätigkeit mit Beginn des Ersten Weltkriegs zurück. 1916 besuchten Sophie und Clara Wencke die Königlich-Bayerische Fachhochschule für Porzellanindustrie in Selb, um ihre Kenntnisse in der Porzellanmalerei zu erweitern. Während dieser Zeit erhielten sie von Heinrich Runde, Generaldirektor in der Porzellanfabrik Hutschenreuther, das Angebot, in einem für sie eingerichteten Atelier Entwürfe für Hutschenreuther zu erstellen und den Aufbau einer Kunstabteilung in dem Unternehmen zu unterstützen. Sophie und Clara Wencke nahmen dieses Angebot an und erstellten über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren zahlreiche Entwürfe für die Fabrik, aber auch Einzelstücke für sich selbst.

Heirat; Leben zwischen Hamburg und Worpswede (1919–1933)

Im Mai 1919 heiratete Wencke den Hamburger Postdirektor Wilhelm Meinken, den sie bereits seit ihrer Jugendzeit in Bremerhaven kannte. Nach der Hochzeit lebten Sophie Wencke-Meinken, wie sie sich fortan auch nannte, zusammen mit ihrem Ehemann und ihrer Schwester Clara in Hamburg-Bergedorf. Ihr Haus in Worpswede behielten die Schwestern weiterhin und hielten sich auch regelmäßig dort auf. Wencke beendete ihre künstlerische Karriere nach ihrer Heirat nicht, die Ausstellungstätigkeit nahm jedoch in den 1920er Jahren ab.

Im Oktober 1933 wurde ihr Ehemann, inzwischen zum Regierungsrat befördert, im Alter von 56 Jahren in den Vorruhestand versetzt.

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