Sophie Fillières (* 20. November 1964 in Paris; † 31. Juli 2023 ebenda) war eine französische Regisseurin und Drehbuchautorin.
Sophie Fillières war die ältere Schwester der Schauspielerin Hélène Fillières. Aus ihrer Ehe mit dem Drehbuchautor und Regisseur Pascal Bonitzer hatte sie zwei Kinder, darunter die Schauspielerin Agathe Bonitzer.
Sie gehörte zum ersten Jahrgang der Fémis und schloss 1990 ihr Studium mit einem Diplom ab (Schwerpunkt Regie).
Fillières starb am 31. Juli 2023 im Alter von 58 Jahren nach langer Krankheit und kurz nach dem Ende der Dreharbeiten zu ihrem letzten Film Ma vie, ma gueule (deutscher Titel: Mein Leben, mein Ding). Die Dreharbeiten zu dem autobiografisch geprägten Film mit Agnès Jaoui in der Hauptrolle hatte sie noch selbst abschließen können; fertiggestellt wurde er auf ihren Wunsch von ihren Kindern Agathe und Adam Bonitzer.
Nach ihrem Abschluss an der Fémis wandte sich Fillières vor allem der Komödie zu. Kennzeichnend für ihre Filme war das Zusammenspiel existenzieller Krisen mit Lakonie und subtilem Humor. Sie verstand die Komödie als Möglichkeit, sich auf gefährliches Terrain zu begeben, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Im Mittelpunkt ihrer Filme stehen häufig Frauen, die in vertrauten sozialen Ordnungen den Halt verlieren, sich aber ihre Eigensinnigkeit und die Fähigkeit zu kleinen rebellischen Handlungen bewahren.
In Arrête ou je continue (2014) behandelte Fillières die Trennung eines seit Langem verheirateten Paares: Während einer gemeinsamen Wanderung bleibt die Frau allein im Wald zurück und gerät anschließend in eine Gruppe von Fremden, der sie sich auf spielerische Weise anzupassen versucht. Diese Motive führte Fillières in Mein Leben, mein Ding fort, in dem Agnès Jaoui eine 55-jährige Werbetexterin und Dichterin spielt, deren zunehmende Orientierungslosigkeit in eine Depression und einen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik mündet. Die in die drei Kapitel „Piff“, „Paff“ und „Juhu“ gegliederte Erzählung führt zunächst beiläufig eingeführte Figuren und Handlungselemente im letzten Teil wieder auf und endet mit einem vorsichtig optimistischen Ausblick.
Neben ihren eigenen Regiearbeiten arbeitete Fillières als Drehbuchautorin mit Xavier Beauvois, Benoît Jacquot und Noémie Lvovsky zusammen. Als Schauspielerin war sie unter anderem in Justine Triets Filmen Victoria – Männer & andere Missgeschicke und Anatomie eines Falls zu sehen; Letzterer gewann 2023 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes die Goldene Palme.
1991: Des filles et des chiens
Zusätzlich zu ihren eigenen Filmen:
1991: Nord von Xavier Beauvois
1992: Emma Zunz (Fernsehfilm) von Benoît Jacquot, nach der Kurzgeschichte aus der Sammlung Das Aleph von Jorge Luis Borges
1994: Oublie-moi von Noémie Lvovsky, Adaption und Dialoge
1998: Dunkle Triebe (Sombre) von Philippe Grandrieux
2003: Un homme, un vrai von Arnaud Larrieu und Jean-Marie Larrieu
2011: Le Secret de l'enfant fourmi von Christine François
2011: De bon matin von Jean-Marc Moutout, Adaption in Zusammenarbeit mit dem Regisseur und Olivier Gorce
2011: E-Love (Fernsehfilm) von Anne Villacèque, in Zusammenarbeit mit der Regisseurin
2013: Ouf von Yann Coridian, in Zusammenarbeit mit dem Regisseur