An diesem Tag

Sonja von Norwegen

Als Ehefrau von Harald V. Königin von Norwegen

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Sonja, Königin von Norwegen (* 4. Juli 1937 als Sonja Haraldsen in Oslo), ist die Witwe des norwegischen Königs Harald V. und war von 1991 bis 2026 Königin von Norwegen. Sie ist die Mutter des norwegischen Königs Haakon VIII. und als Kunstsammlerin und Künstlerin tätig.

Sonja Haraldsen wurde am 4. Juli 1937 in Oslo als Tochter des Kaufmanns Karl August Haraldsen (1889–1959) und dessen Ehefrau Dagny, geborene Ulrichsen (1898–1994), geboren. Sie wuchs im Osloer Stadtteil Vinderen auf, wo die Familie in einem Einfamilienhaus an der Tuengen allé lebte. Sonja entstammte einer bürgerlichen Familie und hatte zunächst keinerlei Verbindung zum norwegischen Königshaus.

Ihre Schulzeit fiel teilweise in die Jahre des Zweiten Weltkriegs. Nach dem Krieg besuchte sie die Ris realskole und legte dort 1954 ihre Realschulprüfung ab. Anschließend wandte sie sich zunächst der Mode und dem Handwerk zu. An der Osloer Berufsschule absolvierte sie eine einjährige Ausbildung in Kleidungs- und Kostümschneiderei. Danach ging sie für zwei Jahre nach Lausanne in die Schweiz, wo sie eine weiterführende Ausbildung im Bereich Schneiderei und verwandter Fächer erhielt. 1957 schloss sie außerdem die Treiders Handelsschule in Oslo ab.

Neben ihrer beruflichen Ausbildung entwickelte Sonja früh ein Interesse an Fremdsprachen und Kunst. Nach Sprachstudien in Cambridge arbeitete sie zeitweise im Geschäft ihres Vaters. Anschließend holte sie als Privatschülerin am Bjørknes-Gymnasium in Oslo das Abitur (examen artium) nach, das sie 1961 ablegte. Danach begann sie ein Studium an der Universität Oslo. Dort belegte sie zunächst Englisch und später Französisch; außerdem studierte sie Kunstgeschichte. Aus dieser Kombination von Studiengängen erwarb sie schließlich den Grad cand.mag.

Bereits in diesen Jahren interessierte sich Sonja intensiv für bildende Kunst, Gestaltung und Handarbeit. Diese Interessen sollten auch später einen wichtigen Platz in ihrem Leben einnehmen. Noch vor ihrer Verbindung mit dem norwegischen Königshaus hatte sie sich damit eine für die damalige Zeit ungewöhnlich breit gefächerte Ausbildung erworben, die sowohl praktische als auch geisteswissenschaftliche Bereiche umfasste.

Beziehung mit Kronprinz Harald

Im Sommer 1959 lernte Sonja Haraldsen den damaligen Kronprinzen Harald in Oslo kennen. Aus der zunächst freundschaftlichen Bekanntschaft entwickelte sich bald eine Liebesbeziehung. Für den norwegischen Thronfolger war die Verbindung jedoch problematisch, da Sonja aus einer bürgerlichen Familie stammte und nicht einem europäischen Herrscherhaus oder dem Adel angehörte. Eine Ehe mit einer Bürgerlichen entsprach damit nicht den traditionellen Erwartungen an die Heirat eines künftigen Königs.

Das Paar hielt seine Beziehung zunächst weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Dennoch entstanden bald Gerüchte über ein Verhältnis zwischen dem Kronprinzen und Sonja Haraldsen. Die norwegische Presse beschäftigte sich wiederholt mit der Frage, wen Harald heiraten werde und welche Folgen eine bürgerliche Ehe für die Monarchie haben könnte. Die öffentliche Diskussion war dabei eng mit der Frage der Zukunft des norwegischen Königshauses und der Thronfolge verbunden.

Die Situation war auch deshalb besonders heikel, weil Haralds Schwestern bereits bürgerlich geheiratet hatten. Nach dem Tod Kronprinzessin Märthas im Jahr 1954 hatte Haralds Schwester Prinzessin Astrid die Funktion der norwegischen First Lady übernommen; sie heiratete 1961 den Bürgerlichen Johan Martin Ferner. Damit stand bei einer möglichen Heirat Haralds zusätzlich die Frage im Raum, ob auch der künftige König eine Frau außerhalb von Adel und europäischen Königshäusern heiraten konnte.

Für Sonja und Harald wurde die Situation zu einer jahrelangen Belastungsprobe. Gleichzeitig geriet auch König Olav V. unter Druck. Aus politischen Kreisen wurden Befürchtungen geäußert, dass eine weitere bürgerliche Ehe innerhalb der königlichen Familie die Stellung der Monarchie schwächen oder sogar ihren Fortbestand gefährden könnte.

Trotz dieser Widerstände hielt das Paar an seiner Beziehung fest. Insgesamt vergingen neun Jahre zwischen dem Kennenlernen im Jahr 1959 und der offiziellen Bekanntgabe der Verlobung am 19. März 1968. König Olav hatte zuvor die politische und gesellschaftliche Situation sorgfältig prüfen lassen und unter anderem die Regierung, den Präsidenten des Stortings sowie die parlamentarischen Fraktionsführer konsultiert. Schließlich erteilte er Harald seine Zustimmung zur Heirat mit Sonja Haraldsen.

Die Verlobung beendete damit eine ungewöhnlich lange Phase der Unsicherheit. Ihre bevorstehende Heirat löste erneut eine öffentliche Debatte über die Zukunft der Monarchie aus, doch die tatsächliche Ablehnung einer bürgerlichen Ehe des Kronprinzen fiel geringer aus als von manchen Kritikern erwartet. Sonja wurde schließlich von der norwegischen Bevölkerung als Mitglied des Königshauses weitgehend akzeptiert.

Am 29. August 1968 heiratete das Paar im Osloer Dom. Gemeinsam haben sie zwei Kinder:

Prinzessin Märtha Louise von Norwegen (* 1971), ⚭ 2002–2017 Ari Behn (1972–2019), ⚭ 2024 Durek Verrett (* 1974);

König Haakon VIII. (* 1973), ⚭ 2001 Mette-Marit Tjessem Høiby (* 1973).

Außerdem hatte sie zwei Fehlgeburten (1970 und 1972).

Die Königin ist mittlerweile fünffache Großmutter. Ihr Sohn Haakon und dessen Frau Mette-Marit haben zwei gemeinsame Kinder, Ingrid Alexandra von Norwegen (* 2004) und Sverre Magnus (* 2005). Sonjas Tochter Märtha Louise hat drei Kinder, Maud Angelica Behn (* 2003), Leah Isadora Behn (* 2005) und Emma Tallulah Behn (* 2008). Die Königin ist die Patentante ihrer Enkel Leah Isadora und Sverre Magnus.

Nach dem Tod von König Olav V. am 17. Januar 1991 bestieg Kronprinz Harald als Harald V. den norwegischen Thron. Sonja wurde damit Königin von Norwegen. Sie war die erste norwegische Königin seit 53 Jahren und zugleich die erste Königin des modernen norwegischen Königshauses, die nicht aus einem regierenden oder ehemals regierenden europäischen Fürstenhaus stammte. Bereits als Kronprinzessin hatte sie seit ihrer Hochzeit 1968 eine wichtige repräsentative Rolle im norwegischen öffentlichen Leben übernommen.

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