Das Solomon R. Guggenheim Museum, auch kurz Das Guggenheim genannt, ist ein 1939 gegründetes Museum für moderne Kunst in New York City. Es liegt an der Fifth Avenue im Stadtviertel Upper East Side von Manhattan zwischen dem Central Park und dem East River. Das Museum wird von der Solomon R. Guggenheim Foundation betrieben und ist das älteste und bekannteste der Guggenheim-Museen. Das Museumsgebäude wurde von Frank Lloyd Wright entworfen und 1959 eröffnet. Der Schwerpunkt der gezeigten Sammlung liegt auf der abstrakten Kunst, sie enthält jedoch auch Werke des Impressionismus, Post-Impressionismus, Expressionismus und Surrealismus.
In den Jahren 1929 und 1930 begann Solomon R. Guggenheim, der ein Mitglied der Industriellen-Familie Guggenheim war, damit, eine Sammlung avantgardistischer moderner Kunst aufzubauen. Dabei beriet ihn beim Kauf die junge deutsche Künstlerin Hilla von Rebay, die ihn erst mit dieser Kunst in Berührung brachte, nachdem er anfangs Werke Alter Meister gesammelt hatte. In den frühen 1930er-Jahren stellte Solomon R. Guggenheim die wachsende Sammlung in seinem Apartment im New Yorker Savoy-Plaza Hotel aus und präsentierte in kleinen Ausstellungen Neuerwerbungen der Öffentlichkeit. Unter der Organisation Rebays entstand die Solomon R. Guggenheim Collection of Non-Objective Paintings, welche auf Ausstellungstournee nach Charleston, Philadelphia und Baltimore ging.
1937 wurde die Solomon R. Guggenheim Foundation gegründet, die vom Staat New York die Erlaubnis erhielt, eines oder auch mehrere Museen zu betreiben. Solomon R. Guggenheim wurde zum ersten Präsidenten der Gesellschaft gewählt, Hilla von Rebay zur Kuratorin. 1939 gründete die Gesellschaft ein kleines Museum of Non-Objective Painting in der 24th East Street in einem von Lewis Muschenheim umgestalteten Autohauses, um die Sammlung Solomon R. Guggenheims auszustellen. Die Eröffnung fand am 1. Juli mit der Ausstellung Art of Tomorrow statt. Erste Direktorin des Museums war Hilla von Rebay. Die Wände des Museums waren mit Velours dekoriert, es wurden Klassik-Aufnahmen gespielt und Räucherkerzen abgebrannt. Gezeigt wurden Werke der abstrakten Kunst aus Europa und Nordamerika.
Solomon R. Guggenheim und Hilla von Rebay beauftragten 1943 Frank Lloyd Wright damit, ein neues Museumsgebäude zu entwerfen, das zwischen der 88th und 89th Street an der Fifth Avenue entstehen sollte. In der Folge fertigte Wright über 700 Skizzen an. Der Bau wurde aber erst zwischen 1956 und 1959 realisiert, was an der Inflation infolge des Zweiten Weltkrieges und an der Blockade durch die Baubehörde lag. 1952 gab Rebay den Direktorenposten auf, nachdem sie nach dem Tod Guggenheims Ende 1949 bei den Kuratoren des Museums immer weiter in Ungnade gefallen war. Sie hatte bis zu ihrem Tod keinen Kontakt mehr zum Museum. Ihr Nachfolger als Direktor war James Johnson Sweeney. Das Museum of Non-Objective Painting wurde in Erinnerung an den Begründer in Solomon R. Guggenheim Museum umbenannt. Außerdem wurde unter Sweeneys Leitung der Fokus von der abstrakten Malerei wegbewegt. So erwarb er beispielsweise Skulpturen, die nicht dieser Kunstrichtung angehörten. Während der Zeit der Planung und des Baus wechselte das Museum of Non-Objective Painting mehrmals seinen Standort und wurde in Stadthäusern an der Fifth Avenue 1071 und East 82nd Street untergebracht. Am 21. Oktober 1959 wurde schließlich das neue Museumsgebäude eröffnet, ein halbes Jahr nach dem Tod Wrights. Der Neubau kostete drei Millionen US-Dollar, was inflationsbedingt heute rund 32 Mio. US-Dollar entspräche.
1960 gab Sweeney den Posten des Museumsdirektors auf. Erst 1961 wurde als Nachfolger Thomas Messer bestellt, der für 27 Jahre die Leitung des Museums übernahm. In dieser Zeit vergrößerte er die Sammlung und etablierte das Solomon R. Guggenheim Museum als eine Einrichtung von Weltrang, die für ihre Sonderausstellungen bekannt wurde. Im Jahr 1963 erhielt das Solomon R. Guggenheim Museum einen Teil der Sammlung von Justin K. Thannhauser, insgesamt 70 Werke, unter der Bedingung, dass diese dauerhaft ausgestellt würden. 1988 wurde Messer von Thomas Krens als Direktor des Museums abgelöst. Dieser plante ein Expansionsprogramm für das Solomon R. Guggenheim Museum, welches eine Museumserweiterung nach Plänen des Architekten Gwathmey Siegel und die Restaurierung des von Wright gestalteten Museumsgebäudes beinhaltete.
Für die Restaurierung wurde das Museum von 1990 bis 1992 für die Öffentlichkeit geschlossen. In dieser Zeit gingen die Meisterwerke des Solomon R. Guggenheim Museums auf eine gefeierte Welttournee und waren in Australien, Madrid, Venedig, Montreal und Tokio zu sehen. Durch Ankauf und Schenkungen gelangte die Solomon R. Guggenheim Foundation 1991 in den Besitz der Panza di Biumo Collection of Minimalist and Conceptual Art. Damit vergrößerte sich die Sammlung des Museums beträchtlich. 1992 wurde das Solomon R. Guggenheim Museum mit dem Anbau wiedereröffnet.
2005 übernahm Lisa Dennison, bis dahin stellvertretende Direktorin und Chefkuratorin, den Posten der Direktorin des Solomon R. Guggenheim Museums. Im Jahr 2006 begann die Restaurierung der Fassade des Museums. Während einer 17-monatigen Untersuchung wurden zuvor mit Hilfe der Echo-Technologie alle Risse im Zement ermittelt und auf einer Karte mittels Lasermessung dokumentiert. Diese anspruchsvollen Arbeiten wurden im Sommer 2008 abgeschlossen. Seit 2024 leitete Mariët Westermann das Museum. Die Solomon R. Guggenheim Foundation kündigte an, dass im September 2026 wird Melissa Chiu ihre Nachfolge antreten wird. Chiu ist Direktorin des Hirshhorn Museums in Washington D.C. Westermann wird künftig die Guggenheim-Dependencen in Bilbao und Venedig führen.
Mit der Planung des Museumsgebäudes, das noch heute genutzt wird, wurde im Juni 1943 der Architekt Frank Lloyd Wright beauftragt. In einem Brief an Wright äußerte Hilla von Rebay, warum sie ihn als Architekt ausgewählt hatte und welche Erwartungen sie in ihn setzte: „I need a fighter, a lover of space, an agitator, a tester and a wise man. . . . I want a temple of spirit, a monument!“ (deutsch: „Ich brauche einen Kämpfer, einen Liebhaber des Raumes, einen Agitator, einen Prüfer und weisen Mann ... Ich möchte einen Tempel des Geistes, ein Monument“) Frank Lloyd Wright begann mit den Planungen für das Gebäude, in deren Verlauf er in Konflikte mit der Stadtverwaltung, seinen Auftraggebern, der Öffentlichkeit und der Kunstwelt, welche alle verschiedene Vorstellungen für das Museum hatten, geriet. Der Baubeginn verzögerte sich unter anderem, weil die Baubehörde New Yorks 32 Punkte am ursprünglichen Plan bemängelte. Auch Rebay nahm Einfluss auf die Planungen. So geht die weiße Farbe des Museums auf sie zurück, wogegen Wright erst mit Rot plante. Daneben war Wright nicht vom Standort New York überzeugt, da er die Stadt für überbevölkert und zugebaut hielt. Wrights Plan sah drei Gebäude vor: eine große Rotunde, eine kleine Rotunde und einen Turm. Ursprünglich wollte er das Museum hauptsächlich aus Glas bauen, im umgesetzten Entwurf nahm dieses Material keine so tragende Rolle mehr ein.
Frank Lloyd Wrights Gebäude hat die Grundform einer Rotunde. Der Kreis ist dabei das Hauptmotiv des Grundrisses und der terrassenförmigen Etagen. Insgesamt vereint das Museum in sich verschiedene geometrische Formen wie Dreiecke, Kreise, Oovale, Bögen und Quadrate. Neben dem Hauptgebäude gibt es noch eine kleine Rotunda, die erst die Wohnungen Guggenheims und Rebays beherbergte und heute als Bürogebäude genutzt wird. Mit der Erweiterung des Museums zu Beginn der 1990er-Jahre wurde ebenfalls der von Wright geplante Turm realisiert.
Die Architektur des Gebäudes ist maßgeblich durch die Lage in der Nähe des Central Parks beeinflusst. Die Natur bildet nicht nur einen Ruhepol zum Rummel New Yorks, sondern bot auch Anlehnung für die Konstruktion Wrights. So ist das Solomon R. Guggenheim Museum ein Versuch, die Plastizität organischer Strukturen in die Architektur zu übersetzen. Frank Lloyd Wright schuf eine sich windende Rampe mit einer Steigung von drei Prozent, an der die Kunstwerke ausgestellt werden, im Gegensatz zu den normalerweise in Museen vertretenen Konzepten, in denen der Besucher durch verschiedene untereinander verbundene Räume geführt wird. Wrights Konzept beinhaltet einen Aufzug, der die Besucher zum höchsten Punkt der Rampe transportiert, so dass sie an den Kunstwerken vorbei nach unten laufen können. Die Galerien sind in verschiedene Sektionen unterteilt, was vom Aufbau her der Kammeraufteilung einer Zitrusfrucht nachempfunden ist. Der Rundbau ist nach innen hin offen, so dass der Besucher Kunstwerke aus mehreren Segmenten und Etagen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann. 28 Meter über dem Boden befindet sich eine Glaskuppel als Dach.