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Skylab 4

Skylab 4 (SL-4) war die dritte und letzte Besatzung der US-amerikanischen Weltraumstation Skylab. Sie setzte neue Rekord

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Skylab 4 (SL-4) war die dritte und letzte Besatzung der US-amerikanischen Weltraumstation Skylab. Sie setzte neue Rekorde in der Weltraumfahrt und markierte den Schlusspunkt für US-amerikanische Raumstationen.

Zusammen mit den Mannschaften von Skylab 2 und Skylab 3 wurde am 19. Januar 1972 von der NASA auch die Mannschaft von Skylab 4 bekannt gegeben. Das Kommando sollte Gerald Carr übernehmen. Als Pilot wurde William Pogue eingeteilt und der Wissenschaftsastronaut Edward Gibson komplettierte das Trio. Ungewöhnlich war, dass das Kommando einem Astronauten ohne Weltraumerfahrung gegeben wurde. Diese Auszeichnung war zuletzt 1966 Neil Armstrong beim Flug von Gemini 8 zuteilgeworden.

Carr und William Pogue hätten Chancen gehabt, mit Apollo 19 (unter Commander Fred W. „Freddo“ Haise) ins All zu fliegen. Dieser Flug wurde allerdings im September 1970 abgesagt, lange bevor die Mannschaft offiziell bekannt gegeben worden war. Carr und Pogue wurden dem Skylab-Programm zugeordnet, Haise dem Shuttle-Testprogramm.

Wie bei Skylab 3 bestand die Ersatzmannschaft aus dem Kommandanten Vance Brand, dem Piloten Don Lind und dem Wissenschaftler William Lenoir. Die Support-Crew war für alle drei Skylabmissionen Robert Crippen, Richard Truly, Henry Hartsfield und William Thornton.

Die Mission lief offiziell zwar unter der Bezeichnung Skylab 4 (SL-4), wurde aber oft auch als Skylab 3 (SLM-3) bezeichnet, weil es sich um die dritte Besatzung (manned mission) der Raumstation handelte.

Die einzelnen Teile der Saturn-1B-Rakete AS-208 wurden zwischen November 1971 und Juni 1973 am Kennedy Space Center angeliefert. Am 6. August 1973 wurde das Apollo (Raumschiff) CSM-118 montiert, am 14. August konnte die Rakete zur Startrampe 39B transportiert werden.

Der Start war zuerst für den 11. November 1973 vorgesehen, doch fünf Tage vor diesem Termin wurden Risse in allen acht Stabilisierungsflossen der Rakete festgestellt. Die Flossen mussten ausgetauscht werden, so dass der Start verschoben wurde. Die Verlängerung des Fluges gegenüber den anfänglich geplanten 58 Tagen erforderte auch, zahlreiche Ausrüstungsgegenstände, Lebensmittel und Filme in der Kapsel zu verstauen.

Skylab 4 hob am 16. November 1973 von Cape Canaveral ab. Nach etwa acht Stunden gelang es, das Apollo-Raumschiff an Skylab anzudocken.

Nach den Erfahrungen mit der Weltraumkrankheit der zweiten Mannschaft hatte die Flugleitung entschieden, dass die Astronauten die erste Nacht noch an Bord von Apollo verbringen sollten, weil offenbar die Schwerelosigkeit in großen, offenen Räumen die Raumkrankheit fördert.

An diesem Abend musste Pogue sich übergeben, während sich Skylab noch außerhalb der Funkreichweite der Bodenstationen befand. Die Astronauten fürchteten, dass die Ärzte diesem Zwischenfall zu viel Wert beimessen würden, worauf die Mission verzögert oder vielleicht sogar abgebrochen würde. Deshalb berichtete Carr nur von Pogues Unwohlsein, erwähnte aber nicht, dass Pogue sich übergeben hatte. Die Astronauten hatten dabei aber vergessen, dass die Gespräche im Cockpit automatisch aufgezeichnet und zeitverzögert an die Bodenstationen überspielt wurden. Auf diesem Wege erfuhr die Flugleitung am nächsten Tag den wahren Sachverhalt, was Carr eine Rüge durch Chefastronaut Alan Shepard eintrug.

Die herausragende Arbeitsleistung der zweiten Mannschaft hatte neue Maßstäbe gesetzt, so dass die Flugleitung das Arbeitsprogramm der Mission ziemlich dicht packte. Einige neue Experimente kamen dazu, und der neuentdeckte Komet Kohoutek bot sensationelle Beobachtungsmöglichkeiten. Die Besatzung kämpfte auch mit technischen Schwierigkeiten, insbesondere gefährdete der Teilausfall der Lageregelung die Fortsetzung der Mission. Das Problem konnte durch Verbesserungen der Betriebsbedingungen behoben werden.

Es herrschte kein gutes Verhältnis zwischen den Astronauten und der Flugleitung auf der Erde. Ein dichtgedrängter Tagesablauf ließ den Astronauten nur wenig Freizeit. Es zeigte sich, dass die Zeitvorgaben verschiedener Aufgaben zu optimistisch eingeschätzt worden waren. In einigen Fällen mussten die Astronauten Experimente aufbauen, die sie noch nie zuvor gesehen hatten. Die Mannschaft fühlte sich überfordert. Zu einem klärenden Gespräch kam es allerdings erst relativ spät, am 45. Tag der Mission. Der mitunter zu hörenden Darstellung, die Mannschaft habe sich ohne Erlaubnis einen Tag frei genommen, widersprach Carr später allerdings und verwies darauf, man habe vielmehr freiwillig auf mehrere freie Tage verzichtet, um zeitliche Rückstände aufzuholen. Medienberichte, die den Vorfall als „ersten Streik im Weltall“ oder als oder „Nahezu-Meuterei“ beschrieben, stellten sich als übertrieben heraus.

Die Mannschaft führte vier Außenbordeinsätze mit insgesamt über 22 Stunden Dauer durch, an denen jeweils zwei Astronauten beteiligt waren. Die Arbeiten an der Raumstation am 25. Dezember setzten mit sieben Stunden und einer Minute einen neuen Rekord.

Ein wichtiger Teil der wissenschaftlichen Arbeit war die Beobachtung des Kometen Kohoutek, der erst kurz zuvor entdeckt worden war. Unter anderem konnte erstmals spektroskopisch Wasser im Kometenkern nachgewiesen werden.

Am 8. Februar 1974 stiegen Carr, Pogue und Gibson in das Apollo-Raumschiff um. Während sie noch angekoppelt waren, zündeten sie die RCS-Triebwerke zwei Mal für insgesamt drei Minuten, um Skylab in eine höhere Umlaufbahn zu bringen. Nach den Berechnungen der NASA sollte dies für neun weitere Jahre in der Umlaufbahn sorgen. Einige Lebensmittel sowie Kleidung und Ausrüstungsgegenstände blieben an Bord. Sollte man vor dem Absturz noch einmal die Raumstation betreten (der Erststart des Space Shuttles war für fünf Jahre später geplant), könnte man die Auswirkungen der Langzeitlagerung untersuchen.

Kurz nach Zünden der Bremsraketen für den Wiedereintritt bemerkte Carr, dass die Steuerungstriebwerke nicht reagierten, so dass er auf ein Ersatzsystem ausweichen musste. Später stellte sich heraus, dass zuvor einige Schalter falsch bedient worden waren. Dieser Vorfall zeigte, dass es nicht ganz ungefährlich war, zwölf Wochen an Bord einer Raumstation zu bleiben, ohne ab und zu die Steuerung des Raumschiffs zu trainieren.

Das CM von Skylab 4 ist im National Air and Space Museum in Washington DC ausgestellt.

Bedeutung für das Skylab-Projekt

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