Die Sky Deutschland GmbH (ehemaliger Name bis Juli 2009 Premiere AG, danach bis November 2015 Sky Deutschland AG) ist ein deutscher Medienkonzern mit Sitz in Unterföhring bei München. Das Unternehmen betreibt über seine Tochtergesellschaft Sky Deutschland Fernsehen GmbH & Co. KG ein Pay-TV-Angebot. Sky Deutschland besitzt Senderechte in Deutschland und Österreich, in Luxemburg können ausgewählte Pakete über das Bezahlfernseh-Angebot von Post Luxembourg und Eltrona bezogen werden. In der Schweiz startete Sky 2017 seine Streaming-Plattform für Sport und 2018 für Serien und Filme. Das Angebot unterscheidet sich jedoch in wesentlichen Punkten vom Angebot in Deutschland und Österreich.
Während der Vorgänger von Sky, Premiere, im Jahr 2005 über 3,4 Millionen Abonnenten verzeichnete, waren es bei Sky im Jahr 2017 schon 5 Millionen Abonnenten. Für 2018 werden in den Medien 5,2 Millionen Abonnenten genannt. Die Zahl dürfte inzwischen gesunken sein. Seit dem Geschäftsjahr 2022 werden vom amerikanischen Mutterkonzern Comcast keine spezifischen Zahlen mehr für die Sky Gruppe und damit auch nicht für Sky Deutschland ausgewiesen.
Am 1. Juni 2026 schloss RTL Deutschland die Übernahme von Sky Deutschland ab.
Sky betreibt zum einen eigene Sender, zum anderen dient Sky Sendern anderer Anbieter als Plattform in Deutschland und Österreich. Sky kann man legal in Deutschland und Österreich empfangen. Das komplette Programm ist über den Satelliten Astra zu empfangen, über die meisten Kabelnetzbetreiber – je nach Betreiber – unterschiedlich große Anteile der Programme. Außerdem kann man Sky über die IPTV-Plattformen der Deutschen Telekom und von Vodafone empfangen.
Die beiden Hauptsäulen des Programms bilden zum einen Filme, die vor der Ausstrahlung im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sind und Live-Sport-Ereignisse, vor allem Fußball. Einen wachsenden Anteil bilden Fernsehserien. Außerdem werden auf Spartenkanälen spezielle Interessen bedient.
Um das Programm von Sky zu empfangen, ist regelmäßig der Abschluss eines Abonnements erforderlich. Sky verschlüsselt seine Sender. Auf der Seite des Kunden ist ein Digitalreceiver mit Entschlüsselungssoftware und einer Smartcard notwendig. Je nach Umfang des Abonnements werden auf dieser Smartcard unterschiedliche Programmpakete freigeschaltet.
Ohne ein Abonnement ist die Nutzung einiger Inhalte von Sky über verschiedene eigene Dienste im Internet möglich. Zwischen dem 1. Dezember 2016 und 22. Juli 2021 war das Programm Sky Sport News frei empfangbar.
Sky finanziert sich zum größten Teil über die Abonnementerlöse, zum Teil aus Werbeeinnahmen.
Geschichte und Gesellschafterverhältnisse
Am 4. Juli 2009 startete in Deutschland und Österreich das Programmangebot von Sky. Sky übernahm die technische Infrastruktur und den Kundenstamm des Senders Premiere, der 1990 aus dem Deutschland-Geschäft des Schweizer Teleclubs hervorgegangen war und benannte sich am 9. Juli 2009 von Premiere AG in Sky Deutschland AG um. Die für den Kundenkontakt zuständige Premiere Fernsehen GmbH & Co. KG-Tochtergesellschaft wurde in Sky Deutschland Fernsehen GmbH & Co. KG umbenannt.
Premiere war 1999 mit dem Konkurrenten DF1 zu „Premiere World“ fusioniert. 2002 trugen die hohen Verluste von Premiere World zur Insolvenz der Kirch-Gruppe bei. Eine Pleite von Premiere World selbst konnte nur knapp abgewendet werden. Das Unternehmen benannte sich in Premiere zurück und ging am 9. März 2005 an die Börse.
Am 7. Januar 2008 gab die News Corporation, ein US-amerikanisches Medienkonglomerat unter Leitung von Rupert Murdoch, bekannt, von Unitymedia 14,58 Prozent an Premiere erworben zu haben. Der Anteil wurde seitdem schrittweise erhöht. Im Jahr 2009 übertraf der Aktienanteil erstmals die 30-%-Marke. Ein nach deutschem Aktienrecht vorgesehenes Pflichtübernahmeangebot musste den Kleinaktionären zu diesem Zeitpunkt nicht gemacht werden, da die deutsche Aufsichtsbehörde BaFin einem Antrag der News Corporation auf Befreiung von der Regelung stattgegeben hatte. Bis zum Jahr 2010 erfolgte ein schrittweiser weiterer Ausbau des Anteils auf 39,96 %, der sich Anfang 2010 durch frisches Geld auf 45,42 % weiter erhöhte und im Herbst 2010 einen Anteil von 49,9 % erreichte.
Im Januar 2013 hatte die News Corporation erstmals die absolute Aktienmehrheit inne. Im Rahmen einer weiteren Kapitalerhöhung wurde der Anteil auf 54,8 % erhöht, bis er bis Mitte 2013 auf 57,4 % stieg.
Murdoch benannte die News Corporation im Zuge kartellrechtlicher Obliegenheiten unter Ausgliederung der Printmediensparte, die in der neuen News Corp. aufging, am 28. Juni 2013 in 21st Century Fox um. Die von der 21st Century Fox gehaltenen Gesellschaftsanteile an Sky Deutschland und Sky Italia übernahm die englische British Sky Broadcasting Group plc (BSkyB), die seinerzeit mit 39,14 % ebenfalls unter der Kontrolle von Rupert Murdoch stand. Aus Murdochs Sicht war der Kauf lediglich eine Verschiebung innerhalb seines Konzerns, die aber zugleich Geld freisetzte, das Murdoch an anderer Stelle benötigte.
BSkyB zahlte umgerechnet 3,1 Milliarden Euro für 100 % der Anteile an Sky Italia. Für Sky Deutschland zahlte BSkyB 3,6 Milliarden Euro.
BSkyB war infolge der Übernahme verpflichtet, den Aktionären des im Streubesitz liegenden Minderheitsanteils von 46,6 % ein Übernahmeangebot zu unterbreiten. Das geschah im September 2014. BSkyB bot den Aktionären über die Sky German Holdings GmbH den Kauf je Aktie von 6,75 Euro an. Bis zum Ablauf der Annahmefrist hielt BSkyB etwa 69 % der Sky Deutschland-Anteile.
Am 12. November 2014 wurde das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot der Sky German Holdings GmbH abgeschlossen. Zu dieser Zeit hielt Sky German Holdings GmbH 89,05 % der Aktien. Bis 7. Januar 2015 betrug der Stimmrechtsanteil der Sky German Holdings GmbH an der Sky Deutschland AG 95,80 %.
Mit Erreichen von 95 % der Gesellschaftsanteile war es möglich, im sog. Squeeze-out-Verfahren die letzten verbliebenen Minderheitsaktionäre mit 6,68 Euro je Aktie abzufinden und somit 100 % der Gesellschaftsanteile zu erwerben.