Ein Skilift ist eine mechanische Vorrichtung, die Skifahrer mit angeschnallten Skiern bergaufwärts befördert. Ungenau und fachlich eigentlich inkorrekt werden im weiteren Sinne alle Beförderungsanlagen für Wintersportler an den Pisten als solche bezeichnet.
Der Skilift im eigentlichen Sinn ist der zu den Seilbahnen, aber nicht zur Kategorie der Luftseilbahnen gehörende Schlepplift, eine Einrichtung zur Beförderung von Fahrgästen, die auf ihren Skiern oder anderen Sportgeräten (Snowboard, Kurzski, Firngleiter, Skibob, Schlitten) am Boden fahren und mittels einer Schleppvorrichtung bergauf gezogen werden.
Die Lifte können im Sommer aber auch zur Beförderung anderer mit ihren Benutzern besetzten Sportgeräte eingesetzt werden (Sommerrodel, Mountainbikes, Downhill- oder Monsterroller, Bull-Carts, Gras-Ski). In Bikeparks werden zur Beförderung von Mountainbikern neben sonstigen Luftseilbahnen gelegentlich auch Schlepplifte eingesetzt, bei Sommerrodelbahnen wird fallweise auf der Lifttrasse ein aufwärts führender Spurweg (Wanne oder Coaster-Schiene) fest oder demontierbar installiert.
Die erste motorisch betriebene Aufstiegshilfe für Wintersportler überhaupt wurde auf dem Bödele in Vorarlberg, Österreich, gebaut und ging 1907 in Betrieb. Freilich war diese Konstruktion nicht mit einem modernen Skilift von heute zu vergleichen – es handelte sich vielmehr um eine Art Schlitten, der nach dem Prinzip einer Seilwinde mittels eines Seils von einem Motor den Berg hinaufgezogen wurde (siehe: Schlittenlift Bödele); ein Arbeitsprinzip, das vor allem in der Schweiz noch jahrzehntelang zum Einsatz kommen sollte. Bis in die 1940er-Jahre verwendete man dort Schlitten-Standseilbahnen, die sogenannten „Funi“, der letzte seiner Art in Grindelwald wurde sogar erst 1995 stillgelegt.
Der erste Skilift in Deutschland wurde in Schollach bei Eisenbach im Hochschwarzwald vom Gastwirt Robert Winterhalder gebaut und am 14. Februar 1908 in Betrieb genommen. Er war 280 Meter lang und überwand eine Höhe von 32 Metern. Betrieben wurde er mit Wasserkraft über ein Mühlrad. Die Fahrgäste hielten sich dabei mittels speziell geformter Zangen am Zugseil fest.
Der erste moderne Schlepplift mit selbsteinziehendem Bügel (ursprünglich in J-Form) wurde am 24. Dezember 1934 in Davos in Betrieb genommen. Entwickelt wurde das System durch den Schweizer Ingenieur Ernst Constam, der es von der renommierten Seilbahnfirma Adolf Bleichert & Co. bauen ließ. Der Davoser Skilehrer Jack Ettinger verbesserte das System, indem er von seinem Vater aus Holz einen Prototyp herstellen ließ, bei dem die Einzelbügel durch T-förmige Doppelbügel (in Anlehnung des „Ribberybügel“ aus dem Jahre 1929) ersetzt wurden. Constam rüstete seinen Bolgenlift bereits für die zweite Wintersaison (1935/1936) mit diesen Doppelbügeln zu einem «Sie-und-Er-Lift» um. Bis 1938 realisierte Constam insgesamt 20 dieser Anlagen in der Schweiz, Deutschland und Frankreich, unter anderem in St. Moritz, Arosa, Mürren, Megève und Garmisch. Die Transportmittel verfügten zunächst noch über separate Zug- und Aufwicklergehänge. Obwohl sich die Skifahrer rasch an das neuartige Transportsystem gewöhnten, gab es anfangs noch einige Startschwierigkeiten zu bewältigen.
Der erste Skilift der Ostalpen wurde 1935 auf der Tauplitzalm im steirischen Salzkammergut errichtet.
In seiner Konstruktionsweise ähnelte er eher dem 1907 in Vorarlberg errichteten Lift (siehe hier). Es handelte sich um einen großen Bügel, an welchem mehrere Schifahrer gleichzeitig mittels Seilwinde hinaufgezogen wurden. Ein sogenannter „Stanglfahrer“ brachte den Bügel anschließend wieder ins Tal. Der „Klein Valuga-Lift“ war 1937 erste österreichische Schlepplift mit hoher Seilführung und wurde von der Firma Doppelmayr gemeinsam mit Sepp Bildstein in Zürs am Arlberg errichtet. Dieser frühe Schlepplift lief auf Holzstützen und besaß Einzelbügel, die ähnlich denen eines Tellerliftes zwischen die Beine genommen wurden.
Der erste Schlepplift in Deutschland wurde 1942 im Skigebiet Oberjoch in Betrieb genommen.
Bis in die 1980er Jahre wurden sehr viele solcher „klassischen“ Schlepplifte gebaut, auch kleine Gemeinden konnten so ein oft nur aus einer einzigen Piste bestehendes Skigebiet errichten. Seit den 1990er Jahren werden sie aber immer weiter durch Sesselbahnen verdrängt, die mehr Komfort und meist kürzere Fahrzeiten bieten. Auch werden viele Schlepplifte aus ebendiesen Gründen durch Sesselbahnen ersetzt. Für viele kleine und kleinste Schigebiete bedeutete das, neben den hohen Kosten für eine künstliche Beschneiung das Aus.
Schlepplifte folgen dem Geländeprofil bis zu Steigungen von circa 40 Grad. Die meisten Anlagen sind gerade in einer Linie trassiert, wobei das talwärtsfahrende Seiltrum parallel zum bergauf schleppenden Teil über die gleichen Stützen zur Talstation zurückgeführt wird. Bei geländebedingten Trassenerfordernissen können Schlepplifte mit hoher Seilführung aber auch als Kurvenschlepplift ausgeführt werden und Richtungsänderungen durchfahren. Abschüssige Trassenabschnitte sollten möglichst vermieden werden, da die Skifahrer dort den Zugbügel „überholen“ können und dann festhalten müssen, um ihn nicht zu verlieren.
Die Benutzung eines Schleppliftes erfordert ein gutes Gleichgewichtsvermögen und bei paarweisem Transport eine gewisse Fertigkeit und Erfahrung. Das Fahren mit Schleppliften auf steilen Trassen ist anstrengender als die Fahrt mit einem Sessellift.
Von Vorteil ist die unkomplizierte und kostengünstige Errichtung. Vor der Einführung kuppelbarer Sesselbahnen waren Schlepplifte schneller als fixgeklemmte Sessellifte und konnten mehr Fahrgäste in derselben Zeit bergauf befördern.
Schlepplifttrassen können im Gegensatz zu Luftseilbahntrassen von talwärts fahrenden Skiläufern nicht ohne Einschränkungen gekreuzt werden, die Pistenbenutzung kann hierdurch beeinträchtigt werden. Außerdem benötigen Schlepplifte im Wintersportbetrieb eine vollständig von Schnee bedeckte Trasse. Zur Aufwertung von Skigebieten bezüglich Komfort und Beförderungsleistung werden Schlepplifte oft durch Luftseilbahnen verschiedener Bauarten abgelöst.
Schlepplifte stehen auf festem Grund, teilweise auch auf Gletschern. Auf Gletschern werden spezielle Gletscherstützen verwendet.
Längster Schlepplift war seinerzeit der Schlepplift Gandegg bei Zermatt mit einer Länge von 2.899 Metern, der allerdings infolge Gletscherschwund nicht mehr in voller Länge befahren werden konnte. Die Seilgeschwindigkeit von Schleppliften beträgt bis zu 3,5 m/s (12,6 km/h), die Förderleistung bis zu 1440 Personen pro Stunde.
Schlepplifte werden auch zur Beförderung von Rodelschlitten im Winter und Bobs bei Sommerrodelbahnen eingesetzt.
Schlepplifte mit hoher Seilführung