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Sixtinische Kapelle

Kapelle im Vatikan

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Die Sixtinische Kapelle (italienisch Cappella Sistina) ist eine der Kapellen des Apostolischen Palastes im Vatikan.

Sie ist der Ort, an dem das Konklave abgehalten wird, und beherbergt einige der berühmtesten Gemälde der Welt. Ihr Name bezieht sich auf Papst Sixtus IV., unter dem sie zwischen 1475 und 1483 erbaut wurde. Am 15. August 1483 wurde die Kapelle geweiht. Sie steht unter dem Patrozinium der Aufnahme Mariens in den Himmel.

Sie liegt unmittelbar nördlich des Petersdoms und ist mit diesem über die Scala Regia und die Sala Regia verbunden. Für Touristen ist nur der Eintritt über die Vatikanischen Museen möglich.

Die Pläne für die Sixtinische Kapelle stammen von Baccio Pontelli. Der Grundriss ist rechteckig. Der Bau ist 40,9 Meter lang, 13,4 Meter breit und 20,7 Meter hoch. Die Kapelle ist in der Proportion des Salomonischen Tempels errichtet, ihre Länge entspricht in etwa der doppelten Höhe und der dreifachen Breite. Die Decke ist ein flaches Stichkappengewölbe.

Die Vorgängeranlage der Sixtinischen Kapelle, die „Cappella Magna“, hatte sowohl die aus dem Alten Testament bekannten Proportionen des Jerusalemer Tempels als auch einen im Osten gelegenen Eingang. Folglich befand sich der Altar damals im Westen.

Als unter Papst Sixtus IV. um 1475 die alte Anlage zur Sixtinischen Kapelle umgebaut wurde, war wie in den meisten Kirchenbauten eine Ostung des Altars vorgesehen. Das belegt insbesondere die Verteilung der Fresken, die nur bei einer Positionierung des Altars im Osten der Kapelle der üblichen Anordnung entsprochen hätte: die an der Nordseite angebrachten Szenen aus dem Leben Christi auf der dort vorgesehenen Evangelienseite, wo unter dem Fresko mit der Schlüsselübergabe an den heiligen Petrus und der Stifterinschrift Sixtus’ IV. der Papstthron hätte stehen sollen, und die an der Südseite angebrachten Szenen aus dem Leben Mose auf der dort geplanten Epistelseite.

Eine Marmorbarriere von Mino da Fiesole, Andrea Bregno und Giovanni Dalmata teilt die Kapelle in zwei Teile: Der größere Teil mit dem Altar ist für zelebrierenden Kleriker reserviert, während der kleinere Teil für die Laien bestimmt ist.

Vermutlich wegen des zu großen Aufwands für neue Zugangswege zur Kapelle stellte man den Altar schließlich doch im Westen auf. Dadurch wurden Evangelien- und Epistelseite vertauscht, so dass die Positionierung der Fresken nun nicht mehr zur liturgischen Raumordnung passt und der Papstthron unpassenderweise unter dem Moseszyklus aufgestellt werden musste. Die Sängerempore ist durch die Westaurichtung der Kapelle zudem zu weit vom Altar entfernt, wogegen das Sängerkollegium noch 1615 protestierte. Die Marmorschranke zwischen Altarraum und Laienbereich musste nach Osten versetzt werden, womit sie ihren Bezug zur Ornamentik des Fußbodens verlor, und der reich geschmückte Fußboden des ursprünglichen Eingangsbereichs im Westen wurde nun meist durch die liturgisch vorgeschriebenen Altarteppiche verdeckt.

Bei wichtigen Zeremonien wurde der untere Teil der Seitenwände, der mit Fresken mit vorgegebenen Vorhängen verziert war, mit einer Reihe von zehn Wandteppichen bedeckt, die von flämischen Manufakturen nach Entwürfen von Raffael angefertigt worden waren. Sie zeigen Ereignisse aus der Geschichte der Apostel Petrus und Paulus, die den Evangelien und der Apostelgeschichte entnommen sind.

Die Wandgemälde zeigen jeweils nach Osten Szenen aus dem Leben Jesu auf der Nordseite und aus dem Leben Mose auf der Südseite. Geschaffen wurden die Fresken von verschiedenen Malern der Renaissance: Sandro Botticelli, Pietro Perugino, Domenico Ghirlandaio, Cosimo Rosselli, Biagio d’Antonio und Luca Signorelli.

Nordwand: Geschichten aus dem Leben Jesu

Ursprünglich wurden Episoden aus dem Leben Jesu Christi in acht Bildern dargestellt. Der Zyklus begann mit der Geburt Christi, einem Werk von Perugino, das zugunsten des Jüngsten Gerichts von Michelangelo wieder entfernt werden musste. Die Motive aus dem Leben Jesu:

Die Szene ist symmetrisch aufgebaut. In der Mitte fließt der Jordan auf die Betrachter zu und erreicht die Füße von Jesus und Johannes. Eine Taube, Symbol des Heiligen Geistes, steigt vom Himmel herab; sie wird von Gott gesandt, der von je einem fliegenden Seraph und Cherub flankiert wird.

„16 Als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf. Und siehe, da öffnete sich der Himmel und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. 17 Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. “ Mt 3,16-17

Die Landschaft ist eine symbolische Ansicht Roms, erkennbar am Konstantinsbogen, dem Kolosseum und dem Pantheon.

An den Seiten sind zwei Nebenszenen zu sehen: Johannes der Täufer (links) und Jesus (rechts), predigend. An der Szene im Vordergrund nehmen auch zwei kniende Engel teil, die ein Handtuch halten, ein offensichtlicher nordischer Bezug, der an Hugo van der Goes und das Portinari-Triptychon erinnert, sowie ein Täufling, der sich gemäß einer ikonografischen Tradition entkleidet. Den Abschluss bilden schließlich an den Seiten im Vordergrund eine Reihe von Porträts zeitgenössischer Persönlichkeiten.

Das Fresko wird von einem Fries mit der lateinischen Signatur überragt:

OPVS PETRI PERVSINI · CASTRO PLEBIS

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Sixtinische Kapelle | World in Stories