An diesem Tag

Singapur

Stadtstaat in Südostasien

Anúncio

Singapur (amtlich Republik Singapur, malaiisch Republik Singapura, chinesisch 新加坡共和国, Pinyin Xīnjiāpō Gònghéguó, meist: 新加坡, Xīnjiāpō, IPA (hochchinesisch) [ɕin.tɕiɑ.pʰuɔ], Tamil சிங்கப்பூர் குடியரசு Ciṅkappūr Kudiyarasu, englisch Republic of Singapore [ɹɪˈpʰʌb.lɪkʰ.əv.ˈsɪŋ.(g)ə.pʰɔː], Abkürzung: SG) ist ein Insel- und Stadtstaat in Südostasien. Er liegt vor der Südspitze der Malaiischen Halbinsel und wird von dieser durch die Straße von Johor getrennt. Mit einer Fläche von 728,6 Quadratkilometern hat Singapur das kleinste Staatsgebiet Südostasiens. Mit sechs Millionen Einwohnern ist Singapur der bevölkerungsreichste Zwergstaat der Erde und weist mit 8286 Einwohnern pro Quadratkilometer die zweithöchste Bevölkerungsdichte aller Staaten auf (nach Monaco).

Amtssprachen sind Malaiisch, Mandarin, Tamil und Englisch. Malaiisch ist die Nationalsprache, am häufigsten gesprochen werden aber Englisch (fast 100 % der Bevölkerung), da dies die Verkehrssprache ist, gefolgt von Mandarin (etwa 75 %), da die meisten Einwohner Chinesen sind. Die Republik regelt per Rechtsanordnung das multiethnische Zusammenleben zwischen den drei größten Bevölkerungsgruppen der Chinesen (74 % der Bevölkerung), der Malaien (13,5 %) und der Inder (9 %), um „Frieden und Gleichberechtigung durchzusetzen“.

Die frühere britische Kronkolonie ist immer noch Mitglied im Commonwealth of Nations und erhielt am 9. August 1965 die Unabhängigkeit von Malaysia. Singapur ist seitdem eine parlamentarische Republik, die People’s Action Party nimmt jedoch seit der Staatsgründung 1959 eine dominante Stellung im Staat ein und war zeitweilig die einzige Partei im Parlament. International umstritten ist das sehr strenge Rechtssystem des Landes, das Körperstrafen für eine Reihe von – nach europäischem Maßstab – als Ordnungswidrigkeiten zu betrachtenden Taten bis hin zur Todesstrafe bei schweren Verbrechen besonders zur Abschreckung vorsieht.

Nach frühen Jahren politischer Krisen und trotz fehlender natürlicher Ressourcen und praktisch ohne Hinterland entwickelte sich die Nation zu einem der vier asiatischen Tigerstaaten: Singapur ist das einzige Land in Asien mit einer „AAA“-Bonitätsbewertung aller großen Ratingagenturen und ein wichtiger Finanz- und Logistikknotenpunkt; er gilt neben Hongkong als wichtigster Finanzplatz Asiens. Damit ist Singapur eines der reichsten Länder (und Städte) weltweit und gilt zugleich als eine der Städte mit den weltweit höchsten Lebenshaltungskosten. Außerdem zählt der Stadtstaat mit mehr als elf Millionen ausländischer Touristen im Jahr zu den zehn meistbesuchten Städten der Welt (2015).

Singapur weist hohe Werte bei wichtigen sozialen Indikatoren auf: Bildung ist der Stadtstaat regelmäßig, wie auch 2026 auf dem ersten Platz bei der PISA-Studie, Gesundheitsversorgung, Lebensqualität, persönliche Sicherheit und öffentlicher Wohnungsbau mit einer Wohneigentumsquote von 91 Prozent; die Einwohner kommen in den Genuss einer der höchsten Lebenserwartungen, der höchsten Internetverbindungsgeschwindigkeiten und einer der niedrigsten Kindersterblichkeitsraten der Welt; das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zählt Singapur zu den Ländern „mit sehr hoher menschlicher Entwicklung“.

Singapur liegt an der Südspitze der Malaiischen Halbinsel, von dieser getrennt durch die Straße von Johor. Es besteht aus der bei weitem größten Hauptinsel Pulau Ujong, drei größeren Inseln (Pulau Ubin, Pulau Tekong und Jurong Island) sowie 58 kleineren Inseln. Die Inseln Singapurs sind der südlichste Ausläufer der Hinterindischen Halbinsel.

Südlich verläuft die Straße von Singapur, an diese im Westen anschließend die Straße von Malakka, eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen der Welt. Benachbarte Staaten sind im Norden Malaysia und im Süden Indonesien mit Sumatra und den Riau-Inseln.

Es bestehen zwei Verbindungen zum Malaiischen Festland: im Norden der Johor–Singapore Causeway, ein nach Johor Bahru führender künstlicher Damm, und im Westen der Malaysia-Singapore Second Link, eine nach Gelang Patah führende Brücke. Die höchste Erhebung des Landes ist mit 163,63 m der Bukit Timah Hill im Bukit-Timah-Reservat. Der MacRitchie-Stausee wurde 1868 erbaut.

Die Gesamtfläche Singapurs entspricht knapp der von Hamburg. Landgewinnung spielt für das in der Fläche kleine Land eine große Rolle. Das Erdmaterial für die Aufschüttungen wird von eigenen Bergen, dem Meeresboden oder von Nachbarstaaten entnommen. Dadurch stieg die Landfläche von 581,5 Quadratkilometern in den 1960er Jahren auf heute 725,1 Quadratkilometer und soll bis 2030 auf rund 800 Quadratkilometer wachsen.

Die Stadt Singapur liegt auf der Hauptinsel Pulau Ujong bei den Koordinaten .

Das Klima ist tropisch-feucht (Typ Af nach Köppen). Die Temperatur beträgt fast das ganze Jahr über etwas mehr als 28 Grad Celsius. In den Monaten Oktober bis Februar sind die Temperaturen – bedingt durch den Monsun – nur etwas niedriger als im restlichen Jahr, jedoch mit stärkeren Niederschlägen.

Die korrekte deutsche Bezeichnung für Bürger des Staates Singapur lautet „Singapurer“ bzw. „Singapurerin“; das bisweilen verwendete „Singapuri“ beruht auf falscher Analogie zu anderen Wortbildungen.

Die Zahl der Wohnbevölkerung (Singapore residents) lag laut Melderegister im Jahr 2023 bei 4.149.300, davon 3.610.700 Staatsbürger und 538.600 permanent residents. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 4,9 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 7,9 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 6,3 pro 1000 Einwohner) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 1,0, die der Region Ostasien und Ozeanien betrug 1,5. Die Lebenserwartung der Einwohner Singapurs ab der Geburt lag 2022 bei 82,9 Jahren. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 41,8 Jahren. Im Jahr 2023 waren 11,7 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 16,1 Prozent der Bevölkerung betrug.

Die Staatsbürger und die Einwohner mit dauerhafter Aufenthaltserlaubnis (permanent residents), welche die weitestgehenden Rechte haben, gehören zu unterschiedlichen ethnischen Gruppen:

76,8 Prozent sind Chinesen, 13,8 Prozent Malaien, 7,9 Prozent Inder und 1,4 Prozent andere. Es befinden sich laut Department of Statistics etwa 1,2 Millionen Arbeitsmigranten und Ausländer in Singapur. Weitere Statistiken zur Ethnizität werden nicht veröffentlicht.

Nationalsprache Singapurs ist Malaiisch in lateinischer Schrift. Neben Malaiisch sind Mandarin (Chinesisch), Tamil und Englisch offizielle Sprachen. Parlamentsabgeordnete müssen mindestens eine dieser Sprachen ausreichend beherrschen, um an der Parlamentsarbeit teilzunehmen. Im Geschäftsleben und als Verkehrssprache wird vor allem Englisch gebraucht. Ebenso ist an einem Großteil der Schulen Englisch die Unterrichtssprache.

Da ein Großteil der singapurischen Bevölkerung aus Südchina kommt, werden in Singapur viele südchinesische Dialekte gesprochen (zum Beispiel Teochew oder Hokkien).

Um den Einfluss des Hochchinesischen zu stärken, startet die Regierung jedes Jahr die sogenannte „Speak-Mandarin“-Kampagne. Mittlerweile (Stand: 2015) sprechen die meisten ethnischen Chinesen daheim vorwiegend die Hochsprache oder Englisch; nur 16 % sprechen noch vorwiegend „Dialekte“.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Singapur | World in Stories