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Simon Vestdijk

Niederländischer Schriftsteller

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Simon Vestdijk (* 17. Oktober 1898 in Harlingen; † 23. März 1971 in Utrecht) war ein niederländischer Schriftsteller.

Von 1917 bis 1927 studierte er Medizin, war darauf bis 1932 Arzt, davon einige Zeit an Bord eines Schiffes. Vestdijk schrieb anfangs (1920er Jahre) unter dem Pseudonym Petit Moune. Ab 1932 lebte er von der Literatur.

Während der deutschen Besatzung wurde er zusammen mit anderen niederländischen Intellektuellen geraume Zeit als Geisel festgehalten (im Scheveninger „Oranje Hotel“, und in Sint-Michielsgestel), u. a. weil sie sich nicht der Kulturkammer anschließen wollten. Nach dem Krieg zog er sich zurück nach Doorn (Provinz Utrecht).

Vestdijk kämpfte seit seiner Jugend, und bis zum Lebensende, mit schweren Depressionen.

Vestdijk wurde vor allem berühmt durch die 52 Romane, die er verfasste. Einige davon sind Autobiografien, die daran zu erkennen sind, dass die Hauptfigur Anton Wachter heißt und aus „Lahringen“ kommt (ein Anagramm von Harlingen in Friesland, wo Vestdijk seine Jugend verbrachte). Einige andere sind zum Teil autobiografisch, u. a. Der kupferne Garten (De koperen tuin, 1950). In diesem Werk tritt das Thema der Vertreibung aus dem Paradies auf. Weitere bekannte Romane sind u. a.: Pastorale 1943 (1948); Das fünfte Siegel (Het vijfde zegel, 1937), über den spanischen Maler El Greco; Die Feueranbeter (De vuuraanbidders, 1947) über Religionsstreitigkeiten im 17. Jahrhundert; Der Kellner und die Lebenden (De kelner en de levenden, 1949), mit dem Letzten Urteil als Thema. Vestdijks Stil war barock, mit vielen Unterbrechungen und Gedankensprüngen. Mehrere seiner Romane wurden verfilmt und ins Deutsche übersetzt.

Vestdijk war ein sehr produktiver Literat. Sein Kollege Menno ter Braak (1902–1940) nannte ihn 1940 einen „Teufelskünstler“, der Dichter Adriaan Roland Holst ein "Mann der schneller schreibt als Gott lesen kann". Er schrieb viele Gedichte, die vielen Kennern nach zu Unrecht unterbewertet worden sind. In seiner Poesie treten Themen wie Angst, Jugend, Tod, Liebe und Verehrung immer wieder hervor. Außerdem schrieb er Essays und war Literaturkritiker und Musikkritiker (u. a. die Sammlung: Die Zukunft der Religion, De toekomst der religie). Auch diese Werke werden als zum Teil sehr bedeutend und hochklassig betrachtet.

Vestdijk hat spätere Autoren wie Brakman, Haasse, 't Hart, Meijsing und Buwalda beeinflusst. Selbst wurde er geprägt von James Joyce (1882–1941), Franz Kafka (1883–1924), Marcel Proust (1871–1922) und Rainer Maria Rilke (1875–1926).

Die Zeitschrift Vestdijkkroniek, 1973 ff., wird mit jährlich zwei Ausgaben (2016: Nummer 127/128) vom Vestdijkkring („Vestdijk-Kreis“, ca. 250 Mitglieder) herausgegeben. Der Vestdijkkring wurde 1972 gegründet, um das Werk Vestdijks nach dessen Tod zu fördern. Neben der Herausgabe der Vestdijkkroniek werden Informationen über Vestdijk auf der Website veröffentlicht, der Ina-Damman-Preis (Ina Dammanprijs) sowie der Anton-Wachter-Preis (Anton Wachterprijs) verliehen, Leseringe und Symposien über Vestdijk organisiert.

1938: C.W. van der Hoogtprijs für Het vijfde zegel

1941: Wijnand Franckenprijs für Albert Verwey en de Idee

1946: Prozaprijs van Amsterdam für Pastorale 1943

1950: P.C.-Hooft-Preis für De vuuraanbidders

1951: Staatsprijs voor letterkunde für De vuuraanbidders

1953: Ferdinand-Bodewijk-Preis für Essays in duodecimo

1954: Essayprijs van Amsterdam für Essays in duodecimo

1955: Constantijn Huygensprijs für das Lebenswerk

1960: Romanprijs van Amsterdam für De ziener

Seit 1957 wird er durch das P.E.N.-Zentrum jährlich als Nobelpreiskandidat vorgeschlagen.

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