Simbabwe (deutsch üblicherweise [zɪmˈbaːpvə] ausgesprochen; lokale Sprachen und englisch Zimbabwe [zɪmˈbɑːbweɪ]; übersetzt „Steinhäuser“ in der Sprache der Shona) ist ein Binnenstaat im Südlichen Afrika, der als ehemalige britische Kronkolonie Südrhodesien sowie als Sezessionsterritorium kurzzeitig Rhodesien und Simbabwe-Rhodesien hieß.
Der Name Simbabwe geht auf die heute Groß-Simbabwe genannte Ruinenstätte zurück, die größten vorkolonialen Steinbauten im Südlichen Afrika. Darüber hinaus ist Simbabwe auch für das UNESCO-Weltnaturerbe der Victoria-Wasserfälle international bekannt.
Seit der Unabhängigkeit 1980 regiert die ehemalige Unabhängigkeitsbewegung ZANU-PF das Land diktatorisch als Einparteiensystem.
Simbabwe liegt zwischen den Breitengraden 15° und 23° Süd und den Längengraden 25° und 34° Ost und hat als Binnenstaat keinen eigenen Zugang zum Meer.
Es grenzt an Südafrika (225 km), an Botswana (831 km), Sambia (797 km, ehemals Nordrhodesien) und an Mosambik (1231 km). Der Sambesi bildet die nördliche Grenze zu Sambia, und der Limpopo die südliche zu Südafrika.
Simbabwe hat eine Fläche von 390.757 km², wovon 3910 km² Wasser sind. Die Gesamtfläche des Landes entspricht ungefähr der Fläche von Deutschland und Belgien oder der halben Fläche der Türkei. Der höchste Berg, der 2592 m hohe Inyangani, liegt im östlichen Hochland im Nyanga-Nationalpark nördlich von Mutare.
Simbabwe hat ein subtropisches bis tropisches Klima mit feuchten, teilweise schwül-heißen Sommern (bis über 35 °C) und winterlichen Trockenzeiten mit angenehmer Wärme (um 25 °C). In den höheren Lagen, die den größten Teil des Landes ausmachen, ist die sommerliche Hitze gemäßigt (25 bis 30 °C) und im Winter gibt es ab und zu gemäßigte Nachtfröste (bis −5 °C). Die Regenzeit dauert von November bis März, wobei über 90 % der jährlichen Niederschläge fallen, die im Schnitt 1000 mm betragen. In der Hauptstadt Harare liegt die durchschnittliche Temperatur bei 20 °C, sonst bei 19 bis 22 °C.
Zu den Auswirkungen des Klimawandels in Simbabwe gehört der Rückgang des Niederschlags um 5 % im 20. Jahrhundert (bis 2017); daneben ist ein unbeständigerer Regen zu unterschiedlichen Zeiten und an anderen Orten sowie eine Zunahme von Dürren und Hitzeperioden zu verzeichnen. Vor einigen Jahren, wie etwa 2007/2008, kam es zu ungewöhnlich hohen Niederschlägen, die Todesopfer forderten und Ernten bedrohten. 2015/2016 kam es zu einer schweren Dürrekatastrophe.
Simbabwe wird hydrologisch durch die von Südwest nach Nordost verlaufende Ovambo-Kalahari-Simbabwe-Verwerfung (OKZ Axis) als zentrale Wasserscheide (Central Zimbabwe Watershed) grob in zwei Hälften geteilt. Das Einzugsgebiet des Sambesi im Norden ist mit gut 50 Prozent das wichtigste. Der Süden entwässert teils in den Limpopo und teils in den Save. Im äußersten Osten sind kleine Gebiete, die in den Búzi und den Pungwe entwässern und ein kleiner Teil im Westen, der über den Nata in die Makgadikgadi-Salzpfannen abfließt.
Die Eastern Highlands bilden mit dem Inyangani das „Wasserschloss“ des Landes. Mehrere Flüsse haben in diesem Gebiet ihre Quellen.
Bekannte Nationalparks in Simbabwe sind der Hwange National Park, der Mana-Pools-Nationalpark und der Victoria Falls National Park.
Das Land ist fast durchweg von Trockensavanne bedeckt, dominierend sind Miombo- und Mopane-Wälder. Häufig anzutreffen sind außerdem Affenbrot- und Leberwurstbaum sowie Schirmakazien. Das Gras der Savanne ist in der Trockenzeit braun und verdorrt, erreicht zum Ende der Regenzeit eine Höhe von bis zu zwei Metern und ist Nahrungsgrundlage für zahlreiche Tierarten.
Simbabwe gliedert sich in acht Provinzen und zwei Metropolregionen mit Provinzstatus (Greater Harare – zur Provinz gehören auch zwei angrenzende Städte – und Bulawayo). Die Provinzen teilen sich in 91 Distrikte und 1965 Wards. Letztere bestehen wiederum meist aus mehreren Ortschaften. Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf die Volkszählung 2022.
Insgesamt gibt es 91 Distrikte (61 ländliche und 30 städtische), die wiederum in Wards (etwa: „Gemeinden“) aufgeteilt sind (Stand 2022).
Im Jahr 2023 lebten 33 Prozent der Einwohner Simbabwes in Städten. Die größten Städte (Einwohnerzahlen gemäß Volkszählung 2012) sind Harare (1.485.231), Bulawayo (653.337), Chitungwiza (356.840), Mutare (187.621), Epworth (167.462) und Gweru (157.865).
Simbabwe hatte 2023 16,3 Millionen Einwohner. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 1,7 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 30,1 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 8,9 pro 1000 Einwohner) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 3,4, die der Region Ost- und Süd-Afrika betrug 4,3. Die Lebenserwartung der Einwohner Simbabwes ab der Geburt lag 2022 bei 59,4 Jahren. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 18,1 Jahren. Im Jahr 2023 waren 41,3 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 3,6 Prozent der Bevölkerung betrug.
Mehr als 75 % der simbabwischen Bevölkerung gehören dem Volk der Shona an, die hauptsächlich im nordöstlichen Teil des Landes leben. Die zweitgrößte Gruppe der Ndebele (18 %) leben größtenteils im südwestlichen Matabeleland. Außerdem gibt es die Chewa (6 %) und mehrere kleinere Ethnien mit lokal begrenztem Siedlungsraum wie die Tonga am Sambesi sowie die Tsonga und die Venda im Grenzgebiet zu Südafrika.
Mit Beginn der britischen Kolonialherrschaft im 19. Jahrhundert wanderten vermehrt weiße Händler und Farmer aus Großbritannien und Südafrika ein, die Mitte des 20. Jahrhunderts mit einer Viertelmillion knapp 5 % der Gesamtbevölkerung stellten. Im Zuge der Unabhängigkeit und der Umsetzung der Landreform ging deren Zahl jedoch wieder zurück. Darüber hinaus gibt es eine Bevölkerungsgruppe, Coloureds genannt, die aus Verbindungen von Weißen mit der einheimischen schwarzen Bevölkerung hervorging oder Nachfahren von Einwanderern aus Südafrika sind. Ferner gehört eine kleine Minderheit mit familiären Wurzeln im indischen Subkontinent zu Simbabwes Bevölkerung. Insgesamt trugen um 2002 die Einwohner nichtafrikanischer Herkunft bzw. Abstammung mit etwas über 2 Prozent zur Gesamtbevölkerung bei, von denen die meisten im Land geboren worden sind.