Siegen (mundartlich Seeje) ist eine Großstadt und Universitätsstadt in Nordrhein-Westfalen. Sie liegt im Landesteil Westfalen und gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg. Sie ist Verwaltungssitz des Kreises Siegen-Wittgenstein und hat somit den Status einer großen kreisangehörigen Stadt.
Die Stadt liegt nordwestlich des Dreiländerecks Nordrhein-Westfalen – Hessen – Rheinland-Pfalz, ist Sitz der Kreisverwaltung und in der Landesplanung als Oberzentrum im südwestfälischen Verdichtungsraum eingestuft. Sie ist die Geburtsstadt des Barockmalers Peter Paul Rubens, weshalb sie auch als Rubensstadt bezeichnet wird. Nach einer deutschlandweiten Satellitenbild-Auswertung innerstädtischer Grünflächen, die 2016 von der Berliner Morgenpost durchgeführt wurde, ist Siegen die grünste Großstadt Deutschlands.
Siegen ist die südlichste Stadt Westfalens bzw. des Siegerlands. Sie liegt in einem verzweigten Talkessel der oberen Sieg. Neben der Sieg sind die größten Fließgewässer innerhalb des Stadtgebiets die Sieg-Zuflüsse Ferndorf, Weiß, Alche, Eisernbach und Gosenbach. Vom Talkessel zweigen noch zahlreiche weitere Nebentäler ab. Die Höhen der umgebenden Berge sind, sofern nicht besiedelt, von Niederwald bedeckt. Nördlich schließt sich das Sauerland an, im Nordosten das Wittgensteiner Land im Rothaargebirge, südlich der Westerwald und im Westen das Wildenburger Land.
Die nächsten größeren Städte in der Umgebung von Siegen sind (in durchschnittlicher Verkehrsentfernung) im Norden Hagen (83 km), im Südosten Gießen (70 km) und Frankfurt am Main (125 km), im Südwesten Koblenz (105 km) und im Westen Köln (93 km). Die räumlichen Entfernungen (Luftlinie) zu den umliegenden Großstädten betragen in etwa 65 km (Hagen), 95 km (Frankfurt), 65 km (Koblenz) und 75 km (Köln).
Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.
Im Kerngebiet Siegens liegen acht Berge:
Weitere Berge im Siegener Stadtgebiet sind zum Beispiel der Gilberg zwischen Eiserfeld und Hengsbach oder der Pfannenberg zwischen Eiserfeld und Salchendorf mit Spitze in Eiserfeld.
Die Gesamtfläche des Stadtgebiets beträgt rund 115 Quadratkilometer. Die maximale West-Ost-Ausdehnung beträgt elf, in nord-südlicher Richtung zwölf Kilometer. Die Stadtgrenze ist 48 Kilometer lang. Die höchste Erhebung der Stadt ist der Pfannenberg mit 499 m ü. NHN an der südlichen Stadtgrenze. Der niedrigste Punkt des Kreises liegt mit 215 m ü. NHN bei Niederschelden an der südwestlichen Stadtgrenze, die hier gleichzeitig die Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz bildet. Der Waldanteil am Stadtgebiet beträgt rund 51 Prozent.
Die Stadt Siegen grenzt im Norden an die Stadt Kreuztal, im Osten an die Stadt Netphen, im Südosten an die Gemeinde Wilnsdorf, im Süden an die Gemeinde Neunkirchen und die Stadt Herdorf in Rheinland-Pfalz, im Südwesten an die Gemeinde Mudersbach (Landkreis Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz), im Westen an die Stadt Freudenberg und im Nordwesten an die Gemeinde Wenden (Kreis Olpe).
Das Stadtgebiet Siegen ist in sechs Bezirke eingeteilt, die aus mehreren Orts- beziehungsweise Stadtteilen bestehen. Jeder Bezirk hat einen Bezirksausschuss, der jeweils aus 15 stimmberechtigten und 15 nicht stimmberechtigten Mitgliedern besteht. Die Bestellung der Ausschussmitglieder erfolgt durch den Rat der Stadt, entsprechend den Stimmanteilen der Kommunalwahl der Parteien im jeweiligen Bezirk. Die Bezirksausschüsse entscheiden über bestimmte Aufgaben des Bezirks. Diese Aufgaben werden in der Hauptsatzung der Stadt Siegen festgelegt.
Die Stadtteile Weidenau, Geisweid, Birlenbach, Langenholdinghausen, Buchen, Sohlbach, Dillnhütten, Niedersetzen, Obersetzen und Meiswinkel bildeten vom 1. Juli 1966 bis 31. Dezember 1974 die Stadt Hüttental, die Stadtteile Eiserfeld, Eisern, Gosenbach, Niederschelden und Oberschelden vom 1. Juli 1966 bis 31. Dezember 1974 die Stadt Eiserfeld.
Die sechs Bezirke Siegens und ihre zugehörigen Stadtteile
Quelle: Stadt Siegen/KECK-Atlas (Stand 31. Dezember 2024)
Neben der Aufteilung des Stadtgebiets in Bezirke und Stadtteile werden noch Gebiete mit eigenem Namen unterschieden, deren Grenzen und Bezeichnungen jedoch nicht klar definiert sind. Als Beispiele sind unter anderem die Unter- bzw. Oberstadt, Hammerhütte, Lindenberg, Charlottental, Haardter Berg (mit der Universität) oder die Dreisbach anzuführen. Diese Gebiete können durchaus auch auf der Fläche von mehreren offiziellen Stadtteilen liegen, wie im Fall des Gebietes Sieghütte, das teilweise im Stadtteil Siegen-Mitte und zu Teilen in Weidenau liegt, außerdem kommt es ebenso zu räumlichen Überschneidungen zwischen einzelnen Gebieten. Die Gebiete sind am ehesten vergleichbar mit den aus anderen Städten bekannten Vierteln, Veedeln oder Kiezen und haben nur noch traditionelle, aber keine statistische oder verwaltungstechnische Bedeutung. Neben der teils weitreichenden Bedeutung für das Selbstverständnis ihrer Bewohner finden sie sich zur Orientierung auf Stadtkarten, in der Benennung von Buslinien sowie auf Hinweis- und Verkehrsschildern. So sind unter anderem mehrere Ausfahrten der Stadtautobahn Hüttentalstraße (HTS) nach den entsprechenden Gebieten benannt.
Das Klima Siegens ist durch die Höhenlage bestimmt. Im Mittel fallen 938 Millimeter Niederschlag pro Jahr. Im Spätherbst und Winter (November bis Januar) fällt der meiste Regen. Dies ist auch die Zeit mit den meisten Niederschlagstagen. Die geringsten Regenmengen und -tage weisen die Frühlingsmonate März, April und Mai auf.
Die Jahresmitteltemperatur beträgt 9,8 °C. Mit 18,8 °C ist es im Juli am wärmsten, im kältesten Monat Januar beträgt die Durchschnittstemperatur 1,4 °C.
Die Hauptwindrichtung ist Südwest bis West.
Der Klimatyp nach Köppen und Geiger ist ozeanisch/Seeklima (Cfb).