Sibylle Canonica (* 26. April 1957 in Bern) ist eine Schweizer Schauspielerin.
Canonica verliess das Gymnasium kurz vor der Matura, um an der Zürcher Kunstakademie Fotografie zu studieren und am Schauspielhaus als Statistin zu arbeiten. Nach einem Jahr ging sie an die Folkwangschule in Essen und studierte dort von 1976 bis 1979 Schauspiel. Sie wurde 1981 für ihr erstes Theaterengagement ans Staatstheater Oldenburg engagiert. 1985 erhielt sie den Förderpreis der Berliner Akademie der Künste für Darstellende Kunst. Über das Staatstheater Stuttgart und das Düsseldorfer Schauspielhaus kam sie 1985 an die Münchner Kammerspiele zu Dieter Dorn, der sie 2001 mit ans Bayerische Staatsschauspiel nahm. Darüber hinaus trat sie immer wieder als Gast bei den Wiener Festwochen und den Salzburger Festspielen auf. Im Laufe ihrer Karriere arbeitete sie mit Regisseuren wie Franz Xaver Kroetz, Thomas Langhoff, Hans Lietzau, George Tabori und Peter Zadek.
Nach Rollen in Hans-Christian Schmids Nach Fünf im Urwald und in Caroline Links Oscar-nominiertem Jenseits der Stille verkörperte sie 1999 in Egon Günthers Film Die Braut Charlotte von Stein. 2002 wurde sie für Bella Martha mit einer Nominierung als Beste Darstellerin für den Schweizer Filmpreis bedacht und war in der Verfilmung des gleichnamigen autobiografischen Romans der Schriftstellerin Anita Lenz mit dem Titel Wer liebt, hat Recht neben Iris Berben und Robert Atzorn zu sehen. 2006 verkörperte sie die böse Hexe im Märchenfilm Hänsel und Gretel von Anne Wild. 2009 stand sie neben Henry Hübchen und Burghart Klaußner für den Kinofilm Alter und Schönheit vor der Kamera, in dem sie die ehemalige Geliebte des sterbenskranken Schauspielers Manni, Peter Lohmeyer, spielte. In Matti Geschonnecks Zweiteiler Entführt war sie im selben Jahr als Gattin des von Friedrich von Thun dargestellten Industriellen Targensee zu sehen. In den Verfilmungen der Romane Rubinrot (2013) und Saphirblau (2014) aus der Buchreihe Liebe geht durch alle Zeiten von Kerstin Gier übernahm sie die Rolle der Glenda Montrose. In der Filmkomödie Die Goldfische war sie 2019 an der Seite von Tom Schilling in einer Nebenrolle als Saphira zu sehen.
Wiederholt übernahm sie Gastrollen in Krimiserien wie Der letzte Zeuge, Der Alte, Stolberg und Der Kriminalist. Seit 2005 ist sie mehrfach in Episodenrollen im Tatort zu sehen.
Canonica ist Mitglied der Deutschen Filmakademie.
2020: Dantons Tod (als Marion, Grisette). Nach Georg Büchner. Inszenierung: Sebastian Baumgarten
2021: Agnes Bernauer (als Arbeiterin/Bub). Von Franz Xaver Kroetz. Inszenierung: Nora Schlocker
2021: Erinnerung eines Mädchens. Von Annie Ernaux. Inszenierung: Silvia Costa
2022: Der Stiefel und sein Socken (als Fanny). Von Herbert Achternbusch. Inszenierung: Jan Höft
2024: Die Ärztin (als Charlie). Von Robert Icke sehr frei nach «Professor Bernhardi» von Arthur Schnitzler. Inszenierung: Miloš Lolić
2025: Was ich vergessen habe. Von Jürgen Berger und Anna Karasińska. Inszenierung: Anna Karasińska
2025: Lapidarium. Von Rainald Goetz. Inszenierung: Elsa-Sophie Jach
2026: Ein sanfter Tod. Nach Simone de Beauvoir von Barbara Horvath und Lisa Stiegler. Inszenierung: Lisa Stiegler
2026: Bertold und Agnes – Neue Stücke aus Israel (als Agnes). Szenische Lesung nach dem Stück von Noa Lazar-Keinan. Inszenierung: Nora Schlocker (Im Rahmen der Welt Bühne 2026 - Das Festival für Internationale Gegenwartsdramatik)
2014: Christian Wittmann/Georg Zeitblom: Die Existenz der Haut. Regie: Christian Wittmann/Georg Zeitblom (Hörspiel – DKultur)
2002: Nominierung Schweizer Filmpreis als Beste Darstellerin für Bella Martha
2014: Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst
2022: Bayerische Staatsschauspielerin