An diesem Tag

Severin von Köln

Bischof von Köln, Heiliger

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Der heilige Severin war der dritte bekannte Bischof von Köln.

Im Jahr 376 soll er in Köln ein Monasterium zu Ehren der Märtyrer Cornelius und Cyprianus geweiht haben. Hieraus soll das spätere Stift St. Severin entstanden sein. Die Notiz ist allerdings anachronistisch, da die erste Cornelius-und-Cyprian-Kirche von Papst Leo dem Großen (440–461) in Rom erbaut wurde, als Severin schon lange tot war. Auch die Maternuskirche in Rodenkirchen, die Servatiuskapelle von St. Kunibert und der Bau der Kirche St. Kolumba in Köln wurden später fälschlich Severin zugeschrieben.

Im Jahr 397 soll er Gregor von Tours zufolge in der Todesstunde des heiligen Bischofs Martin von Tours, mit dem er befreundet war, den himmlischen Chorgesang der Engel vernommen haben. Diese Legende könnte darauf hindeuten, dass der heilige Severin ähnlich sozial-karitativ engagiert war wie der heilige Martin.

Der sicher nach 881/82 verfassten Vita Severini zufolge soll Severin längere Zeit in Bordeaux gewirkt haben und dort verstorben sein; der Leichnam sei später nach Köln überführt worden. Jedoch dürfte diese Nachricht auf eine Verwechslung mit dem gleichnamigen Bischof von Bordeaux zurückgehen: Da über das Leben Severins von Köln nicht mehr genug bekannt war, füllte man die Lücken mit Ereignissen aus dem Leben des Namensvetters aus. Bisweilen wird Severin auch mit dem heiligen Maternus und dem heiligen Servatius von Tongern durcheinandergebracht, was mit mittelalterlichen Besitzverhältnissen zusammenhängt (der Stift von St. Severin war Eigentümer von Alt St. Maternus in Rodenkirchen und St. Servatius in Immendorf). Wie Servatius soll Severin ein Vorkämpfer gegen den angeblichen Arianismus seines Vorgängers Euphrates gewesen sein.

Severins Bestattung dürfte nicht, wie die Vita erzählt, in der bereits bestehenden Kirche der heiligen Cornelius und Cyprian, sondern auf einem Gräberfeld südlich von Köln stattgefunden haben. Das Grab konnte archäologisch zugänglich gemacht werden und liegt vor dem Ausgrabungsbereich unter dem Hauptaltar der Kirche St. Severin in Köln. Der Zeitpunkt der Entstehung der Coemeterialbasilika bei seinem Grab ist nicht genau festzustellen; vermutet wird, dass sie bereits in frühmerowingischer Zeit als Begräbnisstätte der Kölner Bischöfe diente. Auch die tatsächliche Erweiterung einer Kirche aus römischer Zeit im späten 4. Jahrhundert durch Severin lässt sich annehmen. Reliquien der Heiligen Cornelius und Cyprian kamen wohl erst in karolingischer Zeit in die Kirche. Auch die Gründung des Severinsstifts an dieser Stelle dürfte dem 8. Jahrhundert zuzuweisen sein; als Titelheiliger wird Severin erstmals in einer Bonner Urkunde aus dem Jahr 804 bezeugt. Da Severin die Kirche schwerlich auf seinen eigenen Namen geweiht haben konnte, schrieben die Kanoniker das ursprüngliche Patrozinium Cornelius und Cyprian zu, um die Darstellung zu stützen, Severin habe ihre Stiftskirche persönlich errichtet und geweiht.

Severins Gebeine sind heute in einem Goldschrein im Chorraum der Kirche aufbewahrt. Der kostbare mittelalterliche Reliquienschrein aus dem 11. Jahrhundert wurde während der Franzosenzeit um 1798 zur Finanzierung von Kontributionen eingeschmolzen. Die Severinusscheibe, ein noch vorhandenes Emailmedaillon mit dem Bild Severins, könnte von dem alten Schrein stammen, ist aber älter und wurde möglicherweise bereits für einen älteren Vorgängerschrein im 10. Jahrhundert angefertigt. Die durch einen Regenwasserschaden bei einer Prozession im Jahre 1999 veranlasste Öffnung des im Jahr 1819 angefertigten neuen Severinschreines bestätigte die urkundlich bezeugte Umbettung der Gebeine durch Bischof Wichfried von Köln (924–953), indem man den alten inneren Holzschrein mittels dendrochronologischer Untersuchungen auf ein Jahr um 948 datieren konnte. Auch die Knochen wurden von Mitarbeitern der Universität Köln einer Radiokohlenstoff-Analyse unterzogen. Ihr Alter von rund 1600 Jahren deckt sich mit dem Todesdatum des Heiligen, der um 400 n. Chr. verstarb. Bei den aufgefundenen Gebeinen fehlen Kopf und Oberkörper des Toten. Außerdem fiel der Fund kostbarer Seidentücher des 4. bis 5. Jahrhundert mit farbenprächtigen Tierdarstellungen auf, in welche die Gebeine eingeschlagen waren. Die typisch orientalischen Motive belegen, das die Textilien aus Zentralasien importiert wurden, da die Kunst der Seidenproduktion bis zum 6. Jahrhundert in Europa nicht bekannt war. Bei einem der Tücher, mit dem der Holzkasten von innen ausgekleidet war, handelt es sich um das größte erhaltene Seidengewebe aus dem Mittelalter.

Zu den Attributen des Heiligen zählen der Bischofsstab und die Mitra. Oftmals hält er auf Darstellungen die Kirche St. Severin in der rechten Hand.

Der Heilige ist Schutzpatron der Stadt Köln sowie der Weber. Er wird bei Trockenheit für Regen angerufen. Zudem soll er bei Unglück helfen.

Im Rahmen der Neukonzeption des Skulpturenprogramms des Kölner Rathausturms in den 1980er Jahren wurde Severin durch eine Figur von Walter Hutz im vierten Obergeschoss auf der Ostseite des Turms geehrt.

Sein katholischer Gedenktag ist der 23. Oktober. Es handelt sich dabei um einen gebotenen Gedenktag in Köln nach dem Allgemeinen Römischen Kalender. Sein orthodoxer Gedenktag ist der 8. Januar.

Die dem Namenstag entsprechende Bauernregel lautet:

Wenn’s Sankt Severin gefällt, so bringt er mit die erste Kält’. (23. Oktober)

Joachim Oepen (Hrsg.); Bernd Päffgen, Sabine Schrenk, Ursula Tegtmeier (Bearb.): Der hl. Severin von Köln. Verehrung und Legende. Befunde und Forschungen zur Schreinsöffnung von 1999. (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte. Bd. 40). Franz Schmitt, Siegburg 2011, ISBN 978-3-87710-456-9 (farbig bebilderte Darstellung der Forschung nach Schreinsöffnung 1999).

Ekkart Sauser: Severin. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 9, Bautz, Herzberg 1995, ISBN 3-88309-058-1, Sp. 1507–1510.

Fotos vom hölzernen Schrein des heiligen Severin

Informationen zu Severin auf der Homepage der Kirche St. Severin, in der der Schrein des hl. Severins ausgestellt ist

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