An diesem Tag

Sepp Piontek

Deutscher Fußballspieler und -trainer

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Josef Emanuel Hubertus „Sepp“ Piontek (* 5. März 1940 in Breslau; † 18. Februar 2026 in Odense) war ein deutscher Fußballspieler und -trainer. Als Spieler gewann er mit dem SV Werder Bremen den DFB-Pokal 1961 und wurde 1965 deutscher Meister. Als Trainer machte er sich insbesondere durch seine Arbeit mit der dänischen Fußballnationalmannschaft einen Namen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung aus der Heimat kam Piontek 1945 in das ostfriesische Leer. 1949 begann er mit dem Fußballspielen als Mittelstürmer in der Jugendmannschaft beim VfL Germania Leer. Dort machte er in der Saison 1959/60 in der damaligen Amateuroberliga Niedersachsen als Torjäger auf sich aufmerksam. Als Jugendlicher betrieb er auch Leichtathletik und erreichte im Weitsprung eigener Aussage nach eine Bestweite von 6,31 Metern.

Unter Trainer Georg Knöpfle wurde er zur Saison 1960/61 Vertragsspieler bei Werder Bremen in der damals erstklassigen Fußball-Oberliga Nord. Piontek debütierte am 30. Oktober 1960 bei einem 0:0 im Auswärtsspiel bei Bergedorf 85 in der Oberliga. Er spielte dabei im damals überwiegend praktizierten WM-System an der Seite der Offensivkollegen Günter Wilmovius, Willi Schröder, Horst Barth und Gerhard Zebrowski in der Angriffszentrale als Mittelstürmer. Im Laufe seiner Debütrunde spielte er auf allen Läuferpositionen und nahm erstmals am 12. März 1961 bei einem 4:1-Auswärtssieg beim SC Concordia Hamburg die rechte Verteidigerposition ein. Die Nachwuchshoffnung wurde nach 21 Ligaeinsätzen (1 Tor) am Rundenende an der Seite des Rekordschützen Arnold Schütz (22 Tore) Vizemeister im Norden und zog mit Werder in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft ein. Dort bestritt er alle sechs Gruppenspiele gegen den 1. FC Köln, Hertha BSC und den 1. FC Nürnberg. Er kam wechselweise als rechter Verteidiger und Mittelläufer zum Einsatz. 1961 wurde der DFB-Pokal erst in der zweiten Jahreshälfte ausgespielt. Nach Erfolgen gegen den 1. FC Saarbrücken (1:0), 1. FC Köln (3:2) und einem 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen den Karlsruher SC zogen Piontek und Kollegen in das am 13. September 1961 in Gelsenkirchen ausgetragene Endspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern ein. Nach einem 2:0 gewann er seinen ersten Titel mit Werder Bremen.

Seine Leistungen brachten ihn auch in das Notizbuch von Bundestrainer Sepp Herberger. Im September 1961 und Mai 1962 wurde Piontek vom DFB als Verteidiger in zwei Länderspielen der Juniorenauswahl U23 eingesetzt. In der Saison 1961/62 ragten die zwei Spiele im Europapokal der Pokalsieger gegen den späteren Sieger Atlético Madrid heraus, in denen er mit der internationalen Klasse des Atletico-Flügelspielers Enrique Collar konfrontiert wurde. Nach drei Vizemeisterschaften in der Oberliga Nord von 1961 bis 1963 mit insgesamt 75 Ligaeinsätzen, acht Spielen in der Endrunde um die deutsche Meisterschaft, drei Berufungen in die U23 (das dritte Länderspiel absolvierte er am 25. September 1963 in Karlsruhe gegen Bulgarien) sowie drei Europacupeinsätzen 1961/62 schloss sich für Piontek nach der Saison 1962/63 das Kapitel der regional ausgetragenen Oberligaära; ab 1963/64 wurde die Fußball-Bundesliga ausgespielt.

Er war als Abwehrspieler von Werder Bremen im ersten Jahr der neu geschaffenen Leistungsklasse dabei. Am Starttag, den 24. August 1963, spielte er unter Trainer Willi Multhaup auf seiner Stammposition des rechten Verteidigers. Beim 3:2-Heimsieg gegen Borussia Dortmund bekämpfte er in erster Linie deren Linksaußen Lothar Emmerich. Als sich sein Verein vor der zweiten Bundesligasaison 1964/65 mit den Neuzugängen Horst-Dieter Höttges und Heinz Steinmann zielgerichtet in der Defensive sowie mit Mittelstürmer Klaus Matischak auch in der Offensive verstärkt hatte, gelang überraschend der Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Piontek gehörte in 28 Ligaspielen mit drei Toren der Meisterelf an und bildete mit Höttges eines der besten Verteidigerpaare der Bundesliga. Wegen seines Einsatzes sowie seiner harten und kämpferischen Spielweise erhielt Piontek in Bremen den Spitznamen „Der Büffel“. Werder bekam in 30 Punktspielen lediglich 29 Gegentore und das war der Garant des Titelgewinns. Dieser Erfolg führte ihn auch in die deutsche Fußballnationalmannschaft.

Am 13. März 1965 debütierte er unter Bundestrainer Helmut Schön bei einem 1:1-Remis in Hamburg gegen Italien in der A-Elf des DFB. Er bildete dabei vor Torhüter Hans Tilkowski mit Bernd Patzke, Höttges, Klaus-Dieter Sieloff und Wolfgang Weber die deutsche Defensive. Er überzeugte dabei im Spiel gegen Könner wie Sandro Mazzola, Giovanni Rivera und Mario Corso und wurde am Saisonende auch noch in drei weiteren Länderspielen gegen England (0:1), Schweiz (1:0) sowie am 6. Juni 1965 in Rio de Janeiro bei einer 0:2-Niederlage gegen das von Djalma Santos und Pelé angeführte Brasilien eingesetzt.

Im Weltmeisterschaftsjahr 1965/66 sammelte er Erfahrung im Europacup der Meister in den Spielen gegen Partizan Belgrad und kam im WM-Qualifikationsspiel in Nikosia gegen Zypern (6:0) und zwei Monate vor dem Turnier in England, am 7. Mai 1966 in Belfast beim Vorbereitungsländerspiel gegen Irland (2:0), zu seinem sechsten und letzten Länderspieleinsatz.

Er gehörte zwar dem 40er-Aufgebot des DFB an die FIFA Ende Mai 1966 an, kam aber nicht in den 22er-Kader zur Weltmeisterschaft 1966. Die Verteidiger-Konkurrenten Höttges, Karl-Heinz Schnellinger, Friedel Lutz und Bernd Patzke fuhren an seiner Stelle zum WM-Turnier.

1967/68 wurde er mit Werder Bremen noch einmal deutscher Vizemeister. 1972 beendete er dann seine Karriere. Zwischen 1963 und 1972 spielte er in 203 Bundesligaspielen für Werder Bremen und erzielte dabei 15 Tore. Er wurde als Profi mit Vorbildcharakter beschrieben. Mitte der 1960er-Jahre macht er von sich reden, als er in Bremen einen zehnjährigen Jungen vor dem Ertrinken rettete. Der Junge war an einem Wintertag ins Eis eingebrochen, und Piontek sprang in einen kalten See und holte den Jungen an Land.

Als Piontek in der Saison 1971/72 mit seinem letzten Spielereinsatz am 3. Juni 1972 beim 2:2-Auswärtsremis gegen Rot-Weiß Oberhausen seine Spielerkarriere beendete, hatte er bereits vom 25. Oktober 1971 bis 7. Mai 1972 erstmals das Traineramt beim SV Werder Bremen ausgeübt. Er hatte 1972 erfolgreich die Trainerausbildung zum Fußball-Lehrer durchlaufen. Von 1972 bis 1975 betreute er dann drei Runden den SV Werder in der Bundesliga. Er wechselte dann zur Saison 1975/76 zu Fortuna Düsseldorf, wurde jedoch zum Ende seiner ersten Saison im April 1976 entlassen. Anschließend trainierte er zwei Jahre lang die Nationalmannschaft Haitis und arbeitete dabei unter teilweise abenteuerlichen Bedingungen, jedoch wurde die Qualifikation zur WM 1978 nur knapp verpasst. Nach seiner Amtszeit in Haiti stand er vor einem Wechsel nach Fidschi, nahm dann aber das Angebot des FC St. Pauli an. Den Zweitligisten trainierte Piontek 1978/79 und führte den Klub auf den sechsten Platz. Der Verein war finanziell angeschlagen und geriet bei der Zahlung der Gehälter in Rückstand, mehrere Spieler wurden im Laufe der Saison verkauft. Piontek erhielt während der Spielzeit ein Angebot von der Mannschaft Philadelphia Fury (Vereinigte Staaten), blieb aber beim FC St. Pauli. Der Klub musste nach der Saison 1978/79 einen Lizenzentzug hinnehmen.

Am 1. Juli 1979 wurde Piontek Trainer der dänischen Nationalmannschaft. Diese Aufgabe nannte Piontek kurz nach der Bekanntgabe der Vereinbarung mit dem dänischen Verband im Januar 1979 die „Chance meines Lebens“. Er wurde von DFB-Präsident Hermann Neuberger empfohlen, jedoch war er nur dritte Wahl hinter dem von der Brauerei Carlsberg bevorzugten Hennes Weisweiler und Helmuth Johannsen. Auch Udo Lattek war ein Kandidat auf den Posten. Piontek wurde der erste hauptamtliche Nationaltrainer in der Geschichte des dänischen Fußballverbands. Der Sprecher des Verbands begründete die Entscheidung zugunsten Pionteks unter anderem damit, dass dessen norddeutsche Mentalität gut nach Dänemark passen werde. Als er sein Amt antrat, sprach Piontek noch kein Dänisch, erlernte die Sprache jedoch schnell; während er zwei Wochen nach seinem Amtsantritt nur zweihundert dänische Wörter konnte, hielt er drei Wochen später die Vorbesprechung zu einem Länderspiel auf Dänisch ab.

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