An diesem Tag

Sepp Dietrich

Deutscher SS-General und Kriegsverbrecher

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Josef „Sepp“ Dietrich (auch Joseph Dietrich; * 28. Mai 1892 in Hawangen; † 21. April 1966 in Ludwigsburg) war ein deutscher General der Waffen-SS und Kriegsverbrecher. Dietrich war unter anderem Kommandeur der Leibstandarte SS Adolf Hitler, der Leibgarde Adolf Hitlers sowie als SS-Oberst-Gruppenführer und Generaloberst, neben Paul Hausser der ranghöchste Offizier in der Waffen-SS. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Dietrich als Mitverantwortlicher für das Malmedy-Massaker und wegen seiner Rolle bei Morden in Zusammenhang mit dem sogenannten Röhm-Putsch zu Freiheitsstrafen verurteilt.

Dietrichs Eltern waren Landarbeiter in ärmlichen Verhältnissen. Er war der älteste Sohn des Pelagius Dietrich und seiner Ehefrau Kreszenzia. Zur Familie gehörten außerdem zwei Brüder und drei Schwestern. Nachdem er acht Jahre lang die Volksschule besucht hatte, wanderte er durch Österreich und Italien. Zuletzt war Dietrich in der Schweiz, wo er in Zürich eine Lehre im Hotelfach begann und diese mit Erfolg abschloss.

Er wurde 1911 zur Bayerischen Armee eingezogen und diente dort im 4. Feldartillerie-Regiment „König“ in Augsburg. Bereits nach wenigen Wochen wurde er aber wieder entlassen, da er während der Ausbildung vom Pferd gestürzt war und sich schwer verletzt hatte. Er kehrte daraufhin wieder zu seiner Familie zurück und arbeitete bei einem Bäcker als Laufbursche.

Dietrich meldete sich bei Kriegsbeginn 1914 zur Feldartillerie und war mit Unterbrechungen an der Westfront sowie 1917 in der Zwölften Isonzoschlacht und dann in einem Sturmbataillon eingesetzt. Dabei wurde er dreimal verwundet. Ab Frühjahr 1918 war er bei der bayerischen Sturmpanzerwagen-Abteilung 13, einer der ersten deutschen Panzereinheiten. Dietrich war als Geschützführer eines erbeuteten Mark-IV-Panzers eingesetzt. Für Tapferkeit wurde er mit beiden Klassen des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet.

Nach dem Ersten Weltkrieg stand Dietrich ab November 1918 dem Soldatenrat der Bayerischen Sturmpanzerkampfwagen-Abteilung 13 vor. Er wurde 1919 als Vizefeldwebel aus der Bayerischen Armee entlassen. Er zog nach München und nahm als Feldwebel in einem Freikorps an der Niederschlagung der Münchner Räterepublik teil. 1920 trat Dietrich als Hauptwachtmeister in die Bayerische Landespolizei ein; gleichzeitig wurde er Mitglied im Bund Oberland. 1921 ließ er sich beurlauben, um mit dem ersten Bataillon des Freikorps Oberland u. a. an der Erstürmung des Annaberges in Oberschlesien teilzunehmen, bei der er sich durch außergewöhnliche Tapferkeit auszeichnete. Wegen seiner angeblichen Beteiligung am Hitler-Ludendorff-Putsch in München am 9. November 1923 – außer seinen eigenen Angaben liegen keine Belege vor – musste Dietrich den Polizeidienst 1924 verlassen und lebte von wechselnden Beschäftigungen.

Durch seine Bekanntschaft mit Christian Weber, in dessen Tankstelle Dietrich als Garagenmeister beschäftigt war, betätigte er sich ab 1925 für die NSDAP. Er trat zum 1. Mai 1928 in diese ein (Mitgliedsnummer 89.015) und zum 5. Mai 1928 der SS bei (SS-Nummer 1.177). Er war zunächst Expedient beim NS-Parteiverlag Eher. In München stellte Dietrich die 1. SS-Standarte auf und führte dort den „Sturm 1“ (den späteren „SS-Traditionssturm“) bis Juni 1928. Am 1. Juni 1928 wurde er zum SS-Sturmführer ernannt.

Dietrich traf ab August 1928 oft mit Adolf Hitler zusammen und gehörte aufgrund „seiner Redlichkeit, seiner absoluten Zuverlässigkeit und seinem derben Charme“ bald zu dessen engerem Kreis. Ab 18. November 1929 im Rang eines SS-Standartenführers war er Kommandeur der SS-Brigade Bayern und ab 1930 Führer der SS-Obergruppe Süd. Am 11. Juli 1930 erfolgte seine Ernennung zum SS-Oberführer. Beim Stennes-Putsch im Jahre 1931 zeigte er unbedingte Loyalität zu Hitler. Er erhielt deshalb am 18. Dezember 1931 den Dienstgrad eines SS-Gruppenführers und wurde mit der Führung des SS-Oberabschnittes „Nord“ (Hamburg) betraut. Bei der Reichstagswahl 1930 wurde Dietrich Reichstagsabgeordneter der NSDAP. Sein Mandat behielt er auch nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten bis Kriegsende 1945 im dann funktionslosen Reichstag.

Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler (Kabinett Hitler) wurde Dietrich am 17. März 1933 zum „persönlichen Begleiter des Führers“ ernannt. Er übernahm den Schutz Hitlers als hauptberuflicher Leiter der „Stabswache Berlin“ in der Reichskanzlei. Bereits im Februar 1932 hatte er als Leiter des SS-Führerbegleitkommandos den Personenschutz Hitlers übernommen.

Eine herausragende Rolle übernahm Dietrich bei der Erschießung der SA-Führungsspitze während des „Röhm-Putsches“: Mit Angehörigen der ersten und zweiten Schützenkompanie der zu diesem Einsatz als SS-Sonderkommando benannten Stabswache fuhr Dietrich in der Nacht vom 29. zum 30. Juni nach Bayern, wo er Hitler zur Verhaftung der Führungsspitze der SA nach Bad Wiessee begleiten sollte. Da die Abordnung des SS-Sonderkommandos sich verspätete, entschloss Hitler sich kurzfristig, nur begleitet von einem Kommando der Bayerischen Politischen Polizei nach Wiessee zu reisen. Dietrich und seine Leute beteiligten sich stattdessen nach ihrer Ankunft in München an der Sicherung der Stadt gegen einen möglichen SA-Aufstand. Auf Anordnung Hitlers organisierte Dietrich außerdem am frühen Abend des 30. Juni zusammen mit seinem Adjutanten Josias zu Waldeck und Pyrmont die Erschießung von sechs der in Wiessee und München verhafteten SA-Führer durch Angehörige der Leibstandarte im Gefängnis München-Stadelheim. Dies waren Dietrichs Duzfreund August Schneidhuber sowie Hans Hayn, Edmund Heines, Hans Adam von Heydebreck, Wilhelm Schmid und Hans Erwin von Spreti-Weilbach. Auf dem Gelände der Kadettenanstalt Lichterfelde bei Berlin ließen Dietrichs Stellvertreter Jürgen Wagner und Siegfried Taubert vom 30. Juni bis 2. Juli 1934 noch mindestens vierzehn weitere SA-Angehörige exekutieren. Hitler beförderte Dietrich dafür einige Tage später, mit Wirkung zum 1. Juli 1934, zum SS-Obergruppenführer.

Aus dem „SS-Sonderkommando“ wurde im September 1933 die Leibstandarte SS Adolf Hitler gebildet. Offiziell war die Leibstandarte zwar dem Reichsführer SS Heinrich Himmler unterstellt, faktisch konnte Dietrich jedoch weitestgehend unabhängig von Himmlers Kontrolle agieren. Daher kam es zunehmend zu Konflikten mit der SS-Führung trotz des engen persönlichen Verhältnisses zu Hitler. (Dietrich war einer der wenigen Duzfreunde Hitlers.) Unter Dietrichs Kommando rückte die Leibstandarte im März 1938 nach dem Anschluss in Österreich und nach dem Münchner Abkommen im Oktober 1938 in das Sudetenland ein. Wenige Monate später war Dietrichs Einheit im März 1939 an der Besetzung Böhmen und Mährens beteiligt.

In der Anfangsphase des Zweiten Weltkrieges kommandierte Dietrich seinen Verband als motorisiertes Infanterieregiment bei der Eroberung Polens im September 1939 sowie der Niederlande, Belgiens und Frankreich 1940. Bereits während des Überfalls auf Polen steckten Dietrich untergebene Soldaten der Waffen-SS während ihres Durchmarsches Dörfer in Brand und verletzten auch während des Westfeldzuges bestehendes Kriegsrecht, u. a. durch das Anlegen von Zivilkleidung oder Uniformen des Kriegsgegners. Im Rahmen dieser Feldzüge nahm Dietrichs Leibstandarte auch an der Ermordung polnischer Juden und der Erschießung britischer Kriegsgefangener beim Massaker von Wormhout teil. Im April und Mai 1941 nahm seine Einheit am Balkanfeldzug teil.

Vor dem Beginn des Unternehmens Barbarossa im Juni 1941 wurde Dietrichs Verband in eine motorisierte Division erweitert, die als Bestandteil der Panzergruppe 1 in der Heeresgruppe Süd kämpfte. Sie war an der Kesselschlacht bei Uman sowie am Übergang über den Dnjepr und der Eroberung von Rostow beteiligt. Zum Jahresende erhielt er das Eichenlaub zum Ritterkreuz und wurde von Propagandaminister Joseph Goebbels als herausragender nationalsozialistischer Truppenführer herausgestellt. Im Januar 1942 kehrte Dietrich zu einem Genesungsurlaub ins Deutsche Reich zurück, um Erfrierungen an seinem Fuß auszuheilen. Währenddessen heiratete er in zweiter Ehe Ursula Moninger. Am 20. April 1942, Hitlers Geburtstag, wurde er auf Vorschlag Heinrich Himmlers als „dienstältester Panzergeneral“ zum SS-Oberst-Gruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS befördert.

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