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Seoul

Hauptstadt von Südkorea

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Seoul (koreanisch [sʌ.ul/sɔʊl]; siehe auch Namen Seouls) ist die Hauptstadt Südkoreas. Der amtliche koreanische Name lautet „Besondere Stadt Seoul“ (서울특별시 Seoul Teukbyeolsi). Diese Bezeichnung weist auf den Status als Hauptstadt und auf die verwaltungspolitische Gleichstellung gegenüber den Provinzen hin (siehe auch Verwaltungsgliederung Südkoreas).

Die Einwohnerzahl von Seoul beträgt etwa 9,6 Millionen (März 2026). Die Stadt ist das Zentrum der Metropolregion Sudogwon (수도권, 首都圈), in der etwa 25,4 Millionen Menschen (2015) leben und damit etwa ein Drittel der gesamten Koreanischen Halbinsel. Sudogwon gilt als einer der sechs größten Ballungsräume der Welt und ist der viertgrößte Wirtschaftsraum der Welt.

Neben ihrem Status als Hauptstadt ist Seoul zudem das Finanz-, Kultur- und Bildungszentrum Südkoreas. 15 der Fortune-Global-500-Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Seoul, darunter Samsung, LG und Hyundai. Weiterhin richtete die Stadt die Olympischen Sommerspiele 1988 aus und war einer der Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2002. Als historisches Zentrum Südkoreas und Ursprungsort der Koreanischen Welle und des K-Pop verzeichnete Seoul im Jahr 2018 über 9,5 Millionen Touristen und war damit die zehntmeist besuchte Stadt der Welt.

Bereits 18 v. Chr. bis 475 war Seoul die Hauptstadt des Königreichs Baekje. Von 1394 bis 1910 war sie die Hauptstadt der Reiche Joseon und des Koreanischen Kaiserreichs, als auch die der Hauptstadtprovinz Gyeonggi-do. Zur Hauptstadt der Republik Korea wurde sie im Jahr 1945 erhoben. Auch Nordkoreas Verfassung sah Seoul als rechtmäßige Hauptstadt vor, bis eine Verfassungsänderung von 1972 Pjöngjang zur Hauptstadt der Volksrepublik erhob, wo die nordkoreanische Führung seit Ende des Zweiten Weltkrieges einen provisorischen Regierungssitz eingerichtet hatte.

Das Wort „Seoul“ bedeutete ursprünglich „Hauptstadt“, hat sich jedoch zu einem Eigennamen entwickelt, der heute die Hauptstadt der Republik Korea bezeichnet.

Der Ursprung des Wortes „Seoul“ lässt sich auf die Namen der Hauptstadt von Silla, Gyeongju, zurückführen, die als Seorabeol (서라벌; 徐羅伐), Seobeol (서벌; 徐伐), Seonabeol (서나벌; 徐那伐) oder Seoyabeol (서야벌) bekannt war. Außerdem wurde die Hauptstadt des späteren Baekje-Reiches, Buyeo (扶餘), als „Soburi“ (소부리; 所夫里) bezeichnet. Diese Beispiele zeigen, dass der Begriff „Seoul“ in der Zeit der Drei Königreiche als allgemeiner Begriff für Hauptstädte verwendet wurde.

Die heutige Stadt Seoul war in der Vergangenheit ursprünglich als Wiryeseong (Hangeul: 위례성; Hanja: 慰禮城) zur Zeit des Reichs Baekje, als Hanyang (한양; 漢陽) zur Zeit Sillas, Namgyeong (남경; 南京) zur Zeit Goryeos und als Hanseong (한성; 漢城), zur Zeit Joseons bekannt gewesen. Während der japanischen Besatzung wurde Seoul in 京城 (jap. Keijō; 경성; 京城; RR: Gyeongseong) umbenannt. Nach der Befreiung wurde sich für den im Volksmund gebrauchten Namen Seoul entschieden.

Die Stadt liegt im nordwestlichen Teil des Landes in Grenznähe zu Nordkorea durchschnittlich 87 Meter über dem Meeresspiegel am Unterlauf des Flusses Hangang (한강, 漢江 ‚Han-Fluss‘), dessen Oberläufe Bukhangang ‚Nord-Han-Fluss‘ und Namhangang ‚Süd-Han-Fluss‘ östlich der Stadt bei Yangsu-ri zusammenfließen. Die Stadtmitte ist von zahlreichen Bergen umgeben. In der Stadtmitte erhebt sich der Namsan (남산, 南山 ‚Südberg‘) mit Fernsehturm und Seilbahn. Der Berg Bukhansan ‚Berg nördlich des Han[gang]‘ befindet sich im Norden der Stadt, die Festung Namhansanseong im Südosten. In den umliegenden Tälern liegen viele kleine Dörfer und alte buddhistische Klöster. Südlich Seouls befindet sich der Berg Gwanaksan als wichtiges Naherholungsgebiet.

56 Kilometer nördlich von Seoul liegt auf dem 38. Breitengrad, der seit dem Koreakrieg die innerkoreanische Grenze bildet, der Ort Panmunjeom. Dort wurde am 27. Juli 1953 das Waffenstillstandsabkommen zwischen Nord- und Südkorea unterzeichnet.

Im Stadtgebiet Seouls umfließt der Hangang einige Inseln, deren wichtigste Yeouido ist. Ein Arm des Flusses wurde zur Landgewinnung trockengelegt. Der historische Kern Seouls liegt in geomantisch günstiger Lage etwas nördlich des Flusses, der hier leicht w-förmig und nach seinem Austritt aus dem Stadtgebiet in nordwestlicher Richtung nach der Insel Ganghwado und dem Gelben Meer weiterfließt, während nach Südwesten Seoul nahtlos in seine Hafenstadt Incheon übergeht.

Die geografischen Koordinaten Seouls sind . Damit liegt es etwa auf der Breite Athens (37° 54′ N) und Lissabons (38° 43′ N).

Obwohl Seoul als „Besondere Stadt“ in der Verwaltungsgliederung Südkoreas einer Provinz gleichgestellt ist, entspricht die Untergliederung derjenigen aller anderen Städte – in Stadtbezirke (구, 區 Gu) und Stadtviertel (동, 洞 Dong).

Seoul gliedert sich in 25 Stadtbezirke, deren erste sieben im Jahr 1943 eingerichtet wurden. Die Bezirke sind in 522 Dong unterteilt, diese wiederum in 13.787 Tong und diese schließlich in 102.796 Ban. Letztere werden im Alltag aber kaum genutzt. Die Stadtbezirke Seouls sind:

Seoul befindet sich in der gemäßigten Zone, die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 12,5 °C. Das Klima ist von starken Gegensätzen geprägt, so beträgt die Tageshöchsttemperatur im August durchschnittlich 29,6 °C, die Tagesminima liegen im Januar im Schnitt bei −5,9 °C. In den Vorstädten Seouls ist es in der Regel kühler als in der Seouler Innenstadt aufgrund des Effekts der städtischen Wärmeinsel (urban heat island effect).

Die Sommer sind während der Monsun-Zeit (im Koreanischen 장마 Jangma genannt) von Juni bis September sehr warm und feucht, insbesondere im August. Die Tageshöchsttemperaturen liegen oft jenseits von 30 °C. Die höchste in Seoul gemessene Temperatur liegt bei 39,6 °C im August 2018. Der August ist durchschnittlich der heißeste Monat in Seoul; die Temperatur beträgt im Durchschnitt 25,7 °C. 70 % des jährlichen Niederschlags, der durchschnittlich 1450,6 Millimeter beträgt, fallen während der Monsun-Zeit, 394,7 Millimeter davon allein im regenreichsten Monat Juli. In Seoul herrscht Ostseitenklima.

Die Winter sind stark von kalten Winden aus Sibirien beeinflusst und daher sehr kalt, aber trocken. Üblicherweise wechseln sich durch eine bestimmte Hochdruckkonstellation drei sehr kalte Tage und vier wärmere Tage ab. Der kälteste Monat ist der Januar mit einer Durchschnittstemperatur von −2,4 °C, in dem mit durchschnittlich 20,8 Millimetern auch am wenigsten Niederschläge fallen. Die niedrigste Temperatur in Seoul wurde am 31. Dezember 1972 gemessen und betrug −23,1 °C. Auch wenn die kältesten Temperaturen aus den Anfangszeiten der Klimaaufzeichnungen stammen, sind Temperaturen von −10 °C keine Seltenheit.

In den vergangenen Jahren sind Luftverschmutzung und Feinstaub ein immer größeres politisches Thema geworden. Nach Daten der Weltgesundheitsorganisation lag der Jahresdurchschnitt der Konzentration von PM2,5 in Seoul bei 24 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahr 2014 und damit 2,4-mal höher als der empfohlene Maximalwert der WHO-Luftqualitätsrichtlinien. Der „Yellow-Dust“-Wüstenstaub, Emissionen aus China sowie Emissionen aus Korea und Seoul tragen zur Luftverschmutzung Seouls bei.

Archäologische Untersuchungen zeigen, dass sich bereits seit etwa 4000 v. Chr. Menschen am Han-Fluss ansiedelten, wo sich heute Seoul befindet. Die ersten historischen Aufzeichnungen über Seoul gehen zurück bis ins erste Jahrhundert vor Christus. Zur Zeit der Drei Reiche befand sich die Hauptstadt des Königreichs Baekje, Wiryeseong, im nordöstlichen Teil des heutigen Seouls. Aus dieser Zeit gibt es noch immer Überreste der Stadtmauer. 475 wurde die Hauptstadt nach Gongju verlegt und das Königreich Goguryeo übernahm die Kontrolle über das Gebiet. Weniger als hundert Jahre später erkämpfte sich das Silla-Reich die Kontrolle über das Gebiet. Während der Sillazeit war Seoul vermutlich nur ein kleines Dorf namens Hansanju.

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