An diesem Tag

Selfkant

Westlichste Gemeinde der Bundesrepublik Deutschland im Kreis Heinsberg, Nordrhein-Westfalen

Anúncio

Der Selfkant (limburgisch Zelfkantj) ist die westlichste Gemeinde Deutschlands. Sie liegt bei 5° 55' östlicher Länge im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg. Sie ist Mitglied im Zipfelbund, einer Vereinigung der vier in der jeweiligen Haupthimmelsrichtung am äußersten Rande Deutschlands gelegenen Kommunen.

Die Gemeinde Selfkant liegt in der Landschaft Selfkant zwischen den Flüssen Wurm im Osten und Maas im Westen. Das Gemeindegebiet grenzt im Südwesten unmittelbar an die niederländische Stadt Sittard an.

In der nordwestlichen Ecke des Gebiets des Ortsteils Isenbruch befindet sich der westlichste Punkt Deutschlands, der am 20. Juni 2015 feierlich als Erlebnisraum eingeweiht wurde. Auch schon vor den Grenzverschiebungen nach dem Ersten Weltkrieg bei Eupen und Malmedy galt Isenbruch als der westlichste Punkt der preußischen Rheinprovinz bzw. Deutschlands. Eine Informationstafel an der Straße verweist auf den etwa 60 m entfernten Grenzstein 309 B, der in einer Hecke steht.

Ab 1949 bis 1963 stand der Selfkant unter niederländischer Auftragsverwaltung.

Die Gemeindegrenze zu den Niederlanden ist rund 27 km lang, die Grenzlinie zu anderen deutschen Gemeinden nur 6 km. Die Westspitze der Gemeinde Selfkant reicht bis auf 4,75 km an die Maas heran, die hier die Grenze zwischen Belgien und den Niederlanden bildet.

Die nächstgelegenen Großstädte sind Aachen, Maastricht und Mönchengladbach. Die Entfernung zum südlich gelegenen Aachen beträgt etwa 33 km, zum südsüdwestlich gelegenen niederländischen Maastricht ungefähr 27 km und zum ostnordöstlich gelegenen Mönchengladbach rund 42 km.

In der folgenden Tabelle wird die Gemeindegliederung mit den Einwohnerzahlen vom 30. Juni 2013 (Informationen des Einwohnermeldeamtes) angegeben:

(* = Sitz der Gemeindeverwaltung)

Die wichtigste Herrschaft des Selfkants im Mittelalter war zunächst Millen, der Sitz des Geschlechts der Herren von Millen, das im Jahre 1282 in die Herrschaft Heinsberg eingegliedert wurde. Schließlich erwarb im Jahre 1499 der Herzog von Jülich die Herrschaft Heinsberg und Millen wurde zum Sitz eines jülichschen Amtmannes. Die Orte Tüddern, Wehr, Süsterseel und Hillensberg gehörten zum Amt Born und ab 1709 zum Amt Sittard.

Von 1794 bis 1815 gehörte der Selfkant während der Koalitionskriege zum französischen Kanton Sittard. Nach dem Wiener Kongress 1815 kam die Gemeinde zur preußischen Rheinprovinz. Zu dieser Zeit wurde die Grenze zum benachbarten Königreich der Niederlande festgelegt und blieb bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg bestehen.

Die Niederlande forderten nach dem Zweiten Weltkrieg eine Entschädigung für die Kriegsschäden. Als Faustpfand sollte hierzu u. a. der besetzte Selfkant dienen. Hierzu wurden am 23. April 1949 entsprechend der Schlusserklärung der Londoner Deutschland-Konferenz vom 23. Dezember 1948 Teile des Selfkants unter niederländische Auftragsverwaltung gestellt (siehe Karte). Dies bedeutete zugleich aber auch den Verlust der Anbindung der Region an das westdeutsche Eisenbahnnetz, da die Geilenkirchener Kreisbahnen ihren Betrieb im Selfkant einstellen mussten (vgl. hierzu Bahnhöfe im Selfkant). Die Mark wurde durch den niederländischen Gulden ersetzt, Amtssprache wurde Niederländisch. Im Rathaus wurde das Bild von Königin Juliana an die Wand gehängt.

In der folgenden Zeit wurde viel in den jetzt niederländischen Selfkant investiert, z. B. in den Bau von Wohnungen und Straßen. Im März 1957 begannen die offiziellen Verhandlungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Niederlanden über die Rückgabe aller annektierten Gebiete. Daraufhin wurde die den Selfkant durchquerende Straße N 274 mit Über- und Unterführungen kreuzungsfrei angelegt, um nach der Gebietsrückgabe eine schnelle Transitverbindung ohne Grenzabfertigung zwischen den niederländischen Städten Brunssum bzw. Heerlen und Roermond zu ermöglichen. Dies wurde erst 2002 rückgängig gemacht.

Im Frühjahr 1960 einigten sich die beiden Länder auf den deutsch-niederländischen Ausgleichsvertrag vom 8. April 1960, dessen Ratifizierung sich verzögerte: Im Mai 1963 machte das niederländische Parlament dann den Weg endgültig frei. Seit dem 1. August 1963 null Uhr gehört der Selfkant und alle weiteren annektierten Gebiete nach Zahlung von 280 Mio. DM an das Königreich wieder uneingeschränkt zur Bundesrepublik. Es wurden die alten Gemeinden Havert, Hillensberg, Höngen, Millen, Süsterseel, Tüddern und Wehr gebildet, die zusammen das Amt Selfkant bildeten. Zwei Monate später, am 21. Oktober 1963, wurden die ersten Wahlen der Gemeinderäte unter deutscher Verwaltung abgehalten.

Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurden 1969 mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Neugliederung von Gemeinden des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg Havert, Hillensberg, Höngen, Millen, Saeffelen, Süsterseel, Tüddern und Wehr zur neuen Gemeinde Selfkant zusammengeschlossen.

1971 fand im Selfkant das jährliche Intercamp der Pfadfinder statt.

Rathaus und Gemeindeverwaltung sind in Tüddern.

1984–2004: Willi Otten, CDU (ab 1. Januar 1996 hauptamtlich)

2004–2020: Herbert Corsten, CDU

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Selfkant | World in Stories