Seilbahnen sind zum Verkehrs-Sektor „Bahnen“ gehörende Verkehrsmittel für den Personen- oder Gütertransport; sie werden nach folgenden Kriterien bzw. Zwecken unterschieden:
Luftseilbahnen, bei denen Kabinen, Sessel oder Transportbehälter an einem umlaufenden Förderseil selbst hängend oder bei denen Kabinen oder Lastgehänge auf einem fixierten Tragseil mithilfe von Hohlkehlrollen fahrend von einem Zugseil bewegt werden;
Standseilbahnen mit auf Schienen fahrenden Fahrzeuge, die von einem Drahtseil gezogen werden;
Seilbahnen, bei denen Personen auf Sportgeräten von einem solchen Seil gezogen werden, z. B. Schlepplifte für Skifahrer.
Seilbahnen, die auf Berge hinauf führen, gehören wie Zahnradbahnen zu den Bergbahnen.
Im Sprachgebrauch wird Seilbahn als generischer historischer Begriff eher für Luftseilbahn verwendet, woraus sich der Gebrauch ergeben hat, Standseilbahn immer mit der Vorsilbe Stand- zu kennzeichnen; ist eine Seilbahn in mehrere technisch voneinander getrennte, aber betrieblich der Gesamtanlage (z. B. durch gemeinsame Stationsgebäude) zuordenbare Abschnitte unterteilt, bezeichnet man diese als Sektionen.
Personenseilbahnen dienen sowohl der Erschließung touristischer Ausflugsziele als auch dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Insbesondere im Alpenraum werden sie seit Jahrzehnten zur Anbindung von Siedlungen und Wohngebieten eingesetzt, bspw. die Hungerburgbahn in Innsbruck und die Rittner Seilbahn in Bozen. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts gewinnen Seilbahnen zudem als Bestandteil großstädtischer Verkehrsnetze an Bedeutung, so zum Beispiel in lateinamerikanischen Städten oder in Paris, wo im Dezember 2025 mit der Câble 1 (C1) „Europas längste städtische Seilbahn“ in Betrieb genommen wurde.
Mit dem Seilbahnwesen im Allgemeinen befasst sich die Internationale Organisation für das Seilbahnwesen.
Der Begriff cable car bezeichnet im Britischen Englisch generell Luftseilbahnen, aber im Amerikanischen Englisch Kabelstraßenbahnen, dort werden Luftseilbahnen gondola (für „Gondelbahn“) oder aerial tram (für „Pendelbahn“) differenziert bezeichnet. Eine Standseilbahn heißt im gesamten englischen Sprachraum funicular railway oder gekürzt funicular.
Seilbahnen werden nach CEN nach verschiedenen Kriterien klassifiziert:
nach der Art des Tragmittels (Schiene, Seil, Schnee, Luftkissen)
der Zahl der Seile mit unterschiedlichen Funktionen (Förderseil, Tragseil, Zugseil, Datenseil, Blitzschutzseil)
der Betriebsart (Pendelbetrieb, Umlaufbetrieb)
der Art der Fahrzeuge (Wagen, Kabine, Sessel, Kabinengruppe, Schleppbügel, Schleppteller, Loren, Kübel usw.)
der Art der Verbindung zwischen Fahrzeug und Seil (fest oder betrieblich lösbar/kuppelbar)
Luftseilbahnen sind Bahnen, bei denen die Fahrzeuge an Trag- oder Förderseilen hängend ohne Bodenkontakt verkehren. Der vorgesehene Abstand der Seile zum Boden wird durch Seilbahnstützen gewährleistet. Sie sind die zahlenmäßig bei weitem häufigste Konstruktionsart der Seilbahnen. Der Begriff umfasst Pendelbahnen, Gondelbahnen, Sessellifte, Sesselbahnen, Kombibahnen sowie Materialseilbahnen.
Diese Seilbahnen fahren auf Schienen auf einem eigenen Gleiskörper am Boden oder auf aufgeschütteten oder aufgeständerten Trassen.
Standseilbahnen werden durch ein oder mehrere Seile, mit denen sie fest verbunden sind, bewegt; sie fahren meist mit zwei Wagen (Kabinen, Fahrbetriebsmitteln) gegenläufig im Pendelverkehr (mit einer Abt’schen Weiche als Ausweiche). Zu dieser Gruppe zählen auch: