An diesem Tag

Sebastian Kurz

Österreichischer Politiker (ÖVP), Bundeskanzler der Republik Österreich (2017–2019 und 2020–2021)

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Sebastian Kurz (* 27. August 1986 in Wien) ist ein ehemaliger österreichischer Politiker (ÖVP). Er war zweimal (von Dezember 2017 bis Mai 2019 und von Jänner 2020 bis Oktober 2021) Bundeskanzler der Republik Österreich – 17 Monate in einer Koalition mit der FPÖ und 21 in einer mit den Grünen. Zuvor war er von Dezember 2013 bis Dezember 2017 österreichischer Außen- und Integrationsminister. Von Mai 2017 bis Dezember 2021 fungierte er als Parteiobmann der ÖVP.

Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wegen Korruptionsverdachts führten 2021 zu seinem Rückzug von allen politischen Ämtern. Im Mai 2025 wurde er rechtskräftig vom Vorwurf der Falschaussage vor dem Ibiza-Untersuchungsausschuss freigesprochen. Ermittlungen wegen anderer Vorwürfe gegen ihn (Verdacht des Erkaufens positiver Berichterstattung vom Boulevard mit Steuergeldern) sind aber noch offen.

Nach seiner politischen Laufbahn war Kurz ab 2022 als Berater für Thiel Capital und Unternehmen im Nahen Osten tätig. Er gründete mehrere Unternehmen. Sein gemeinsam mit Shalev Hulio, einem der Gründer der NSO Group mitgegründetes Unternehmen Dream Security, wurde Anfang 2025 bei einer Finanzierungsrunde mit 1,1 Mrd. US-Dollar bewertet. Es gilt damit als Unicorn.

Kurz ist der Sohn des Ingenieurs Josef Kurz und der Lehrerin Elisabeth Kurz, geb. Döller. Die Großmutter mütterlicherseits, Magdalena Müller, eine Donauschwäbin aus Temerin (Batschka, heute Vojvodina, Serbien), siedelte sich nach Vertreibung und Flucht mit ihrer Familie Ende 1944 im niederösterreichischen Zogelsdorf, einer Katastralgemeinde der Gemeinde Burgschleinitz-Kühnring, an und heiratete dort den Landwirt Alois Döller. Während seiner Kindheit verbrachte Kurz den Großteil der jeweiligen Ferien bei den Großeltern in Zogelsdorf. 2017 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft von Burgschleinitz-Kühnring verliehen.

In den 1990er-Jahren nahm seine Familie eine Flüchtlingsfamilie aus Jugoslawien auf. Von 1992 bis 1996 besuchte Kurz die Volksschule (Grundschule) in der Anton-Baumgartner-Straße in Wien-Liesing, danach das Bundesgymnasium und Realgymnasium Erlgasse in Wien, wo er 2004 die Matura mit Auszeichnung ablegte.

Im Anschluss leistete er bis 2005 seinen Präsenzdienst beim österreichischen Bundesheer in der Maria-Theresien-Kaserne. Ab 2005 studierte Kurz an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien Rechtswissenschaften, verließ sie allerdings ohne Abschluss und ging in die Politik.

Kurz ist seit der gemeinsamen Schulzeit mit der Wirtschaftspädagogin Susanne Thier liiert. Am 27. November 2021 wurde ein gemeinsamer Sohn geboren, im Mai 2025 folgte ein weiterer Sohn.

Sebastian Kurz war Berufspolitiker ab 2010, als er mit 24 Jahren in den Wiener Gemeinderat und Landtag einzog. Zuvor hatte er in keinem anderen Beruf gearbeitet.

Kurz war ab 2003 Mitglied der Jungen Volkspartei (JVP). Er wurde von Markus Figl protegiert. Von 2008 bis 2012 war er Obmann der JVP Wien.

2009 wurde er mit 99 Prozent der Delegiertenstimmen zum Bundesobmann der JVP gewählt, 2012 erhielt er bei seiner Wiederwahl 100 Prozent. Im Jahr 2017 übergab er das Amt des Bundesobmannes der Jugendorganisation mit einer Mitgliederanzahl von 105.000 Personen an den Juristen Stefan Schnöll.

Von 2009 bis 2016 war er Landesparteiobmannstellvertreter der ÖVP Wien. Als Obmann der JVP Wien startete er im Jugendwahlkampf zur Landtags- und Gemeinderatswahl in Wien 2010 die Kampagne Schwarz macht geil und ließ einen als „Geilomobil“ bezeichneten Hummer durch Wien fahren.

Integrationsstaatssekretär (2011 bis 2013)

Von 2010 bis 2011 war Kurz Abgeordneter zum Wiener Gemeinderat und Landtag, bevor er im Juni 2011 im Rahmen einer Kabinettsumbildung als Integrationsstaatssekretär des Bundesministeriums für Inneres vorgestellt wurde. Kurz sah die Einbeziehung und den Dialog mit den Religionsgemeinschaften als bedeutsam für die Integration an.

Als Staatssekretär unterbreitete Kurz mehrere Vorschläge, zum Beispiel ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr für Kinder mit Sprachdefiziten. 2011 entstand als gemeinsame Kampagne des Integrationsstaatssekretariats mit dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) und dem Unterrichtsministerium die Kampagne ZUSAMMEN:ÖSTERREICH.

Damit sollten die Identifikation von Zuwanderern mit der österreichischen Landschaft und Kultur gefördert und Werte wie Religionsfreiheit und Demokratie vermittelt werden.

So genannte „Integrationsbotschafter“ wurden in Schulen geschickt, um mit Migranten über deren Identifikation mit dem Land Österreich zu diskutieren.

Unter diesen „Integrationsbotschaftern“ waren unter anderen Arabella Kiesbauer, der Thaiboxer Fadi Merza und die Rechtsanwältin Kazim Yilmaz. Auch Kurz war bei manchen Schulbesuchen dabei.

Insgesamt waren mehr als 300 „Integrationsbotschafter“ in ganz Österreich unterwegs.

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