An diesem Tag

Sean Connery

Britischer Schauspieler (1930–2020)

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Sir Thomas Sean Connery [ˈtɒməs ˈʃɔːn ˈkɒnəɹi] (* 25. August 1930 in Edinburgh, Schottland; † 31. Oktober 2020 in Nassau, Bahamas) war ein britischer Schauspieler, Filmproduzent und Oscar-Preisträger.

Nachdem er in den 1960er Jahren zunächst in der Rolle des Geheimagenten James Bond große Popularität erlangt hatte, etablierte sich Connery ab den 1970er Jahren als Charakterdarsteller. 1989 wurde er vom People Magazine zum „Sexiest Man Alive“ und 1999, damals 69 Jahre alt, zum „Sexiest Man of the Century“ gewählt. Der Regisseur Steven Spielberg nannte ihn 1992 einen der fünf besten Schauspieler der Welt. Connery beendete 2004 seine Filmkarriere.

Ab den 1960er Jahren solidarisierte sich Connery in zunehmendem Maße mit der schottischen Sache und wurde zum Gründer und Förderer diverser schottischer Einrichtungen. Auch war er ein Befürworter der schottischen Unabhängigkeit.

Connerys Familie stammte väterlicherseits ursprünglich aus dem irischen County Wexford; James Connery war 1881 nach Schottland ausgewandert. Aus seiner Ehe mit der fünfzehn Jahre jüngeren Elizabeth McPhillipps resultierten drei Kinder – James, Elizabeth und 1879 Thomas Connery. Thomas lebte ab 1901 mit Jeanie McNab zusammen, mit der er in Garscube lebte, einem Armutsviertel in Glasgow. 1902 wurde ihr Sohn Joseph Connery geboren, ein uneheliches Kind, da beide erst später heirateten. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs zog er mit seiner Familie nach Edinburgh. Sohn Joseph, von Beruf Fernfahrer, heiratete 1928 Euphemia „Effie“ Maclean, eine Reinigungskraft. Am 25. August 1930 wurde ihr Sohn Thomas Connery geboren. Während die Connerys katholisch waren, war die Mutter protestantisch.

Connery wuchs im Stadtteil Fountainbridge in ärmlichen Verhältnissen auf. Um seine Familie finanziell zu unterstützen, verließ er früh die Schule und arbeitete unter anderem als Milchmann bei der „Saint Cuthbert’s Co-Operative Society“ und als Bademeister. Connery verpflichtete sich im Alter von 16 Jahren bei der Royal Navy für sieben Jahre, wurde aber bereits nach etwas mehr als zwei Jahren wegen eines Zwölffingerdarmgeschwürs entlassen. Sein jüngerer Bruder Neil Connery wurde später ebenfalls Schauspieler.

Nach der Zeit bei der Navy verdiente Connery sein Geld mit Gelegenheitsjobs, unter anderem als Milchmann, Baggerfahrer, Pferdekutscher, Drucker oder auch als Möbelpolierer. Nebenbei lernte er auf einer Berufsschule in Glasgow die französische Methode des Möbelpolierens. Nachdem er unter anderem bei einem Beerdigungsinstitut gearbeitet hatte, so erzählte er später, habe er sich auf das Polieren von Särgen spezialisiert.

In dieser Zeit entschloss er sich auch, Bodybuilding zu betreiben, wobei er sich auf das Gewichtheben konzentrierte. Zur selben Zeit wurde er zum gefragten (Akt-)Modell im Edinburgh College of Art, meist als griechischer Athlet oder römischer Krieger. Außerdem machte er einige Werbeaufnahmen. Diese Nebenjobs veranlassten ihn dazu, das Bodybuilding noch professioneller zu betreiben. Im Jahr 1950 wurde er schottischer Bodybuilding-Meister. Weiterhin nahm er am renommierten Mister-Universum-Wettbewerb teil, errang dort jedoch – anders als oft geschrieben – keinen Preis.

1956 bis 1957 war Sean Connery mit der Tochter von Jill Craigie liiert, die in zweiter Ehe mit dem Politiker Michael Foot verheiratet war.

Von 1962 bis 1973 war Sean Connery mit der australischen Schauspielerin Diane Cilento verheiratet. Das gemeinsame Kind aus dieser Ehe ist Jason Connery. 1975 heiratete Connery in zweiter Ehe die Malerin Micheline Roquebrune, mit der er in Spanien lebte. Die Beziehung blieb kinderlos, Roquebrune brachte allerdings drei Kinder mit in die Ehe. Connery besaß Häuser in Andalusien und auf den Bahamas sowie eine Wohnung in New York.

Connery war schottischer Patriot und setzte sich jahrzehntelang für die Belange seiner Heimat und deren Einwohner ein. Er gründete, zusammen mit dem Rennfahrer Jackie Stewart und dem Schiffsbauer Iain Stewart, mit eigenen Mitteln die Stiftung Scottish International Educational Trust, die sowohl Ausbildungsstipendien für talentierte Schotten vergibt als auch Projekte finanziert, die ihrer Meinung nach der Kultur, der Wirtschaft, der Umwelt oder der Gesellschaft Schottlands helfen. Connerys Millionengage für den Film James Bond 007 – Diamantenfieber floss 1971 komplett in die Stiftung ein. Er hatte die ungeliebte Rolle des Geheimagenten ein sechstes Mal übernommen, um die Stiftung finanziell abzusichern. Connery setzte sich bis zu seinem Tod für die Unabhängigkeit Schottlands vom Vereinigten Königreich ein und war Mitglied und Förderer der Scottish National Party, der gegenwärtigen Regierungspartei, die politisch dem Linksliberalismus zuzuordnen ist und dem schottischen Nationalismus verpflichtet ist.

Ab 2011 war der Veganer Sean Connery Teil des Beraterstabes der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd. 2014 setzte er sich, gemeinsam mit „Save the Bays“, gegen den Verbau einer Küste auf den Bahamas ein. Darüber hinaus unterstützte Sean Connery das Klimaschutzprojekt von Al Gore finanziell.

Am 5. Juli 2000 wurde Connery für seine Verdienste um Schottland von Königin Elisabeth II. zum Knight Bachelor geschlagen und führte von da an das Adelsprädikat „Sir“. Die Zeremonie fand in Edinburgh statt. Connery trug dabei einen Kilt. Die nach seinem eigenen Empfinden höchste Ehre wurde ihm 1991 zuteil, als ihm von der Stadt Edinburgh die Auszeichnung Freedom of the City verliehen wurde.

Sean Connery starb am 31. Oktober 2020 im Alter von 90 Jahren in Nassau auf den Bahamas. Todesursache war ein durch eine Lungenentzündung hervorgerufener Atemstillstand in Kombination mit altersbedingter Herzinsuffizienz. Er litt bereits an Demenz. Connerys Asche wurde im engen Familienkreis an mehreren geheimen Orten in Schottland verstreut.

Connerys Bodybuilding-Erfolge führten zu seinem ersten Schauspiel-Engagement im Chor einer Inszenierung des Musicals South Pacific. Ab 1954 erhielt er kleinere Rollen in Film-, Theater- und Fernsehproduktionen und spielte unter anderem in den Filmen Die blinde Spinne und Duell am Steuer (beide 1957). Connerys Kollege Michael Caine, mit dem er seit den späten 1950er Jahren befreundet war, beschrieb diese Jahre als entbehrungsreiche Zeit, in der die beiden damals noch unbekannten Schauspieler auch auf staatliche Unterstützung angewiesen gewesen seien.

In dem Melodram Another Time, Another Place (1958) erhielt Sean Connery als Liebhaber von Lana Turner erstmals eine profiliertere Rolle, konnte sich aber zunächst noch nicht als Star durchsetzen. Bis in die frühen 1960er Jahre war er in zahlreichen Fernseh- und Kinoproduktionen zu sehen, beispielsweise als Soldat in dem aufwendig produzierten Kriegsfilm Der längste Tag (1962) in einigen kurzen Szenen der alliierten Landung in der Normandie.

In den frühen 1960er Jahren bereiteten die beiden Produzenten Albert R. Broccoli und Harry Saltzman eine Filmreihe mit dem Geheimagenten James Bond vor, die auf der populären Romanserie des Schriftstellers Ian Fleming beruhen sollte. Der ehemalige Geheimagent Fleming veröffentlichte seit 1953 einmal jährlich einen neuen Bond-Roman.

Nachdem für die Bond-Rolle zunächst Kandidaten wie David Niven, Roger Moore, Cary Grant oder Patrick McGoohan im Gespräch gewesen waren – die aus verschiedenen Gründen dann doch nicht in Frage kamen –, wurden die Produzenten durch eine Empfehlung von Regisseur Terence Young auf den relativ unbekannten Sean Connery aufmerksam. Connery überzeugte Saltzman und Broccoli durch seine athletische Erscheinung und sein selbstsicheres Auftreten und erhielt die Rolle. Auch die Leserschaft einer Londoner Tageszeitung sprach sich per Votum für ihn aus. Regisseur Terence Young bereitete den aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Connery darauf vor, die Rolle des stilsicheren Agenten zu spielen, der auf eine gehobene Lebensart Wert legt. Schriftsteller Ian Fleming hielt den Darsteller zunächst für die falsche Besetzung für den kultiviert auftretenden Bond.

Im Jahr 1962 wurde mit einem relativ geringen Budget von 1,1 Millionen US-Dollar James Bond jagt Dr. No produziert. Dieser erste Film der Bond-Filmreihe zeigte den britischen Geheimagenten im Kampf gegen den größenwahnsinnigen Verbrecher Dr. No (Joseph Wiseman), der von Jamaika aus amerikanische Raketenstarts sabotiert. Dr. No legte die Grundlagen für die immens erfolgreiche Bond-Filmreihe und versammelte im Kreativteam hinter der Kamera wichtige Persönlichkeiten wie den Komponisten John Barry, der den typischen Bond-Sound schuf, und den Ausstatter Ken Adam, der die extravaganten Kulissen kreierte. Der Film wurde umgehend zu einem großen Erfolg, spielte weltweit fast 60 Millionen US-Dollar ein und etablierte den 32-jährigen Sean Connery als neuen Star.

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