Die Schweizerische Bundesbahnen AG, kurz SBB, französisch Chemins de fer fédéraux suisses CFF, italienisch Ferrovie federali svizzere FFS, rätoromanisch VFF resp. VFS, englisch Swiss federal railways SFR; Markenauftritt SBB CFF FFS, ist die staatliche Eisenbahngesellschaft der Schweiz mit Sitz in der Bundesstadt Bern. Die Abkürzungen VFF, VFS und SFR werden selten verwendet; in englischen Texten wird meist SBB oder SBB-CFF-FFS genutzt.
Per 1. Januar 1999 wurden die SBB von der Bundesverwaltung ausgegliedert und in eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft des öffentlichen Rechts umgewandelt, deren Aktien sich vollumfänglich im Eigentum der Schweizerischen Eidgenossenschaft befinden.
Die Aktiengesellschaft wird nach unternehmerischen Gesichtspunkten geführt. Der Bundesrat legt jeweils für vier Jahre die strategischen Ziele fest. Daneben werden in der Leistungsvereinbarung die Abgeltungen und die Darlehen des Bundes für die Infrastruktur und die dafür zu erbringende Leistung festgelegt. Die Abgeltung des regionalen Personenverkehrs und des kombinierten Verkehrs erfolgt separat nach den gleichen Regeln wie für andere Unternehmen. Der Personenfernverkehr und der übrige Güterverkehr sind mindestens kostendeckend zu betreiben.
Im Juni 2022 waren die SBB in der Liste der grössten Unternehmen in der Schweiz auf dem 32. Rang vertreten.
Der vom Bundesrat gewählte Verwaltungsrat wird seit 2026 von André Wyss präsidiert. Er übernahm das Präsidium von Monika Ribar, die dem Verwaltungsrat von 2016 bis 2026 vorstand. Dem Präsidium des Verwaltungsrates ist die Konzern-Revision und dem Verwaltungsrat die Konzernleitung direkt unterstellt.
Der Konzern besteht aus den vier Divisionen Markt Personenverkehr, Produktion Personenverkehr, Infrastruktur und Immobilien sowie dem Segment Güterverkehr (mit den Tochtergesellschaften SBB Cargo AG, SBB Cargo International AG und SBB Intermodal AG). Die Divisionen sind für die Bearbeitung ihrer Marktbereiche zuständig. Konzernbereiche sind jeweils für Querschnittsfunktionen zuständig, die sie fachlich führen (Finanzen inkl. Supply Chain Management, Informatik, Unternehmensentwicklung, Recht und Compliance, Human Resources, Kommunikation, Sicherheit und Qualität sowie Public Affairs und Regulations).
Vincent Ducrot leitet die Konzernleitung als Vorsitzender. Er übernahm die Leitung von Andreas Meyer, welcher das Unternehmen von 2007 bis 2020 geführt hat. Der Vorsitzende der Konzernleitung ist verantwortlich für den Gesamterfolg des Unternehmens. Entscheidungen der Konzernleitung werden als Gremienentscheid nach dem Mehrheitsprinzip gefällt. Die Konzernleitung führt die Geschäfte der SBB, soweit sie nicht dem Verwaltungsrat vorbehalten oder an die Divisionen und Geschäftsbereiche delegiert sind. Neben dem Vorsitzenden besteht die Konzernleitung aus Matthias Bütler (Leiter Markt Personenverkehr), Reto Liechti (Leiter Produktion Personenverkehr), Linus Looser (Leiter Infrastruktur), Alexander Muhm (Leiter Güterverkehr), Beatrice Bichsel (Leiterin Immobilien), Franz Steiger (Leiter Finanzen), Adi Bucher (Leiter Personal) und Jochen Decker (Leiter Informatik).
Tochterunternehmen und Beteiligungen
Einige deutsche Bahnstrecken im Schienenpersonennahverkehr werden von der deutschen Tochterfirma SBB GmbH betrieben: Wiesentalbahn, Gartenbahn und der Seehas.
Tochterunternehmen schweizerischen Rechts sind die Elvetino AG (100 Prozent), SBB Cargo AG (100 Prozent), die Thurbo AG (90 Prozent) und die Regionalps AG (70 %). Bedeutende Anteile halten die SBB ausserdem an der Zentralbahn AG (66 Prozent), der TILO SA (50 Prozent) und an Lyria (26 Prozent).
Zur Betreuung und Pflege ihres historischen Erbes haben die SBB im Jahr 2002 die Stiftung Historisches Erbe der SBB gegründet. Sie unterhält das historische Rollmaterial und betreibt die Infothek in Windisch AG, die eine grosse verkehrsgeschichtliche Bibliothek, das historische Archiv, das Planarchiv, das Fotoarchiv und die Plakatsammlung der SBB enthält.
Zusammen mit PostAuto und «Rent a Bike» wurde 2011 das Fahrradverleihsystem Publibike gegründet.
Länge des Streckennetzes der Infrastruktur der SBB in Normalspur: 3'155 Kilometer (2025)
Länge des Streckennetzes der Zentralbahn in Meterspur: 102,8 Kilometer (2025)
Bahnhöfe und Haltestellen im Reiseverkehr: 800 (davon 540 mit behindertengerechtem Bahnzugang) (2025)
Die grössten Bahnhöfe sind: Zürich HB 367'000, Bern 276'000, Genf 156'000, Luzern 132'000, Basel SBB 124'000, Winterthur 121'000, Lausanne 117'000, Zürich Oerlikon 104'000, Zürich Stadelhofen 81'000, Aarau 69'000, St. Gallen 69'000. Die Zahlen geben an, wie viele Fahrgäste und Besucher täglich im Durchschnitt gezählt werden (2022)
Bahnhöfe mit Güterverkehr: 242 (2010)
private Gleisanschlüsse: ca. 1'300