Die Schweiz (schweizerdeutsch Schwiz, französisch [sɥis(ə)], italienisch [ˈzvitːsera], rätoromanisch [ˈʒviːtsrɐ] oder [ˈʒviːtsʁɐ], lateinisch Helvetia), amtlich Schweizerische Eidgenossenschaft (schweizerdeutsch Schwizerischi Eidgnosseschaft, französisch Confédération suisse, italienisch Confederazione Svizzera, rätoromanisch , lateinisch Confoederatio Helvetica), ist ein föderalistischer, demokratischer Staat in Mitteleuropa. Er grenzt im Norden an Deutschland, im Osten an Österreich und Liechtenstein, im Süden an Italien und im Westen an Frankreich.
In der Schweiz wohnen 9'104'063 Menschen auf 41'291 Quadratkilometern (30. September 2025). Die Schweiz hat einen Anteil von 27,6 Prozent an Einwohnenden ohne Schweizer Bürgerrecht. Der Staat zählt mit 220 Einwohnern pro Quadratkilometer zu den dichter besiedelten Staaten Europas, wobei sich die Bevölkerung im Mittelland, der Beckenzone zwischen Jura und Alpen, sowie im südlichen Tessin konzentriert. Die acht grössten Städte respektive Wirtschaftszentren sind Zürich, Genf, Basel, Lausanne, Bern, Winterthur, Luzern und St. Gallen.
Der Staat hat Anteil an vier Sprachräumen: dem deutschen in der Deutschschweiz, dem französischen in der Romandie, dem italienischen in der italienischen Schweiz und dem rätoromanischen in der rätoromanischen Schweiz (in Teilen des Kantons Graubünden). Deutsch, Französisch und Italienisch sind die Amtssprachen des Bundes; nur im Verkehr mit rätoromanisch sprechenden Personen ist auch Rätoromanisch Amtssprache des Bundes. Alle vier Sprachen sind Landessprachen auf Bundesebene. Im deutschen und italienischen Sprachgebiet werden im Alltag Dialekte gesprochen; in der französischen und in der rätoromanischen Sprachregion dominieren die Standardsprachen. Um keine der Landessprachen zu bevorzugen, lautet das Landeskennzeichen «CH», die Abkürzung der lateinischen Bezeichnung Confoederatio Helvetica.
Die Schweizerische Eidgenossenschaft ist ein Bundesstaat, der aus 26 teilsouveränen Kantonen besteht. Sitz der Regierung und des Parlaments ist die Bundesstadt Bern. Die Schweiz gilt als Willensnation; nationale Identität und der Zusammenhalt der Bürger basieren nicht auf einer gemeinsamen Sprache, ethnischen Herkunft oder Religion, sondern auf interkulturellen Faktoren wie dem Glauben an die direkte Demokratie, einem hohen Mass an lokaler und regionaler Autonomie sowie einer ausgeprägten Kultur der Kompromissbereitschaft bei der politischen Entscheidungsfindung. Für das Selbstverständnis grundlegend ist überdies die dauernde Neutralität.
Die Schweizerische Eidgenossenschaft ging aus den sogenannten Urkantonen Uri, Schwyz und Unterwalden hervor. Ihr Name leitet sich vom Kanton Schwyz respektive von dessen gleichnamigem Hauptort her. Als inoffizielles und mythologisiertes Gründungsdokument gilt der Bundesbrief von 1291, die älteste erhaltene Bündnisurkunde. Mit dem Frieden zu Basel wurde die Schweiz 1499 faktisch aus dem Verband des Heiligen Römischen Reichs herausgelöst. Staatsrechtlich wurde ihre Unabhängigkeit im Westfälischen Frieden von 1648 anerkannt. Unter dem Einfluss des revolutionären Frankreich entstand 1798 die kurzlebige, zentralstaatlich verfasste Helvetische Republik. Nach deren Ende 1803 wurde die Eidgenossenschaft wiederhergestellt, blieb jedoch bis 1813 ein französischer Vasallenstaat. Infolge des Sonderbundskriegs entstand 1848 der heutige Bundesstaat.
Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zählt die Schweiz zu den Ländern mit sehr hoher menschlicher Entwicklung mit dem weltweit höchsten Wert des Index der menschlichen Entwicklung für das Jahr 2022. Obwohl sie nach der Staatsgrösse den 133. Rang belegt und nach der Anzahl der Einwohner den 100. Rang, hält sie gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt den 20. Rang der grössten Volkswirtschaften der Erde.
Der Binnenstaat Schweiz liegt zwischen dem 46. und dem 48. Breitengrad, mit den Quellgebieten von Flüssen, die in die Nordsee, das Mittelmeer und das Schwarze Meer münden. Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 220 Kilometer (von Bargen nach Chiasso), die grösste West-Ost-Ausdehnung 348 Kilometer (von Chancy nach Val Müstair).
Der höchste Punkt in der Schweiz ist die 4634 m ü. M. hohe Dufourspitze an der Grenze zu Italien, der tiefste Punkt ist das Ufer des Lago Maggiore auf 193 m ü. M., ebenfalls an der italienischen Grenze. Die höchstgelegene Siedlung Juf im Kanton Graubünden liegt auf 2126 m ü. M.; die tiefstgelegenen Siedlungen liegen am Lago Maggiore im Kanton Tessin auf 196 m ü. M. Der geographische Mittelpunkt der Schweiz ist im Kanton Obwalden auf der Älggi-Alp.
Die Landesgrenze der Schweiz hat eine Länge von total 1935 Kilometern. Die längste Staatsgrenze ist mit 800,22 Kilometern jene zu Italien im Süden einschliesslich der Enklave Campione d’Italia (→ Grenze zwischen Italien und der Schweiz). Im Westen grenzt die Schweiz über 585,28 Kilometer an Frankreich (→ Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz); im Norden an Deutschland über 363,71 Kilometer einschliesslich der Enklave Büsingen am Hochrhein und des Bodensees, die zum grössten Teil den Rhein entlangführen (→ Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz). Im Osten grenzt die Schweiz mit 180,08 Kilometern an Österreich einschliesslich des Bodensees (→ Grenze zwischen Österreich und der Schweiz) und mit 41,28 Kilometern an das Fürstentum Liechtenstein (→ Grenze zwischen Liechtenstein und der Schweiz).
35,1 Prozent der Fläche der Schweiz ist Landwirtschaftsfläche, 8,0 Prozent gehören zur Siedlungsfläche und 25,1 Prozent – vorwiegend in den Alpen und im Jura – gelten als unproduktive Flächen. Rund 31,8 Prozent sind bestockte Flächen, hauptsächlich bestehend aus Wald und Gebüschwald.
Die Schweiz lässt sich in drei landschaftliche Grossräume einteilen, die grosse Unterschiede aufweisen: den Jura, das dichtbesiedelte Mittelland sowie die Alpen mit den Voralpen. Rund 48 Prozent der Landesfläche gehören zu den Alpen im engeren Sinne, 12 Prozent zu den Voralpen. 30 Prozent werden zum Mittelland gerechnet, und der Jura nimmt die restlichen 10 Prozent der Landesfläche ein.
Das Schweizer Mittelland wird im Nordwesten und Norden geographisch wie auch geologisch durch die langgestreckten Höhenzüge des Juras abgegrenzt. Im Süden gegen die Alpen hin wird meist der an einigen Orten relativ abrupte Anstieg zu Höhen über 1500 m ü. M. als Kriterium für die Abgrenzung verwendet. Die südwestliche Grenze des Schweizer Mittellandes bildet der Genfersee, die nordöstliche der Bodensee zusammen mit dem Rhein.
Die Bevölkerungsdichte der Schweiz wird von den Ballungszentren bestimmt, die alle im Mittelland liegen, mit den beiden in der Grösse bescheidenen und dennoch wichtigen Weltstädten Zürich und Genf.
Als Voralpen werden in der Schweiz jene Gebiete bezeichnet, die den Übergang vom leicht hügeligen Schweizer Mittelland zum Gebirgsraum der Alpen markieren und sich durch ihre Erhebungen als Naherholungszone speziell während Zeiten des Hochnebels auszeichnen. Mit den Alpen beschreiben sie einen Bogen zwischen Südwesten und Nordosten der Schweiz.
Die Alpen bilden im «Herzen Europas» eine wichtige Klima- und Wasserscheide mit zusätzlichen alpinen und inneralpinen Wettereffekten, aufgrund derer in der Schweiz trotz ihrer geringen Grösse meist mehrere Wetterlagen herrschen. Im Schweizer Alpenbogen liegen bekannte Feriendestinationen für Sommer- und Wintertourismus sowie der einzige Schweizer Nationalpark. Das auch in den Alpen vorhandene Netz des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz bekam mit der Albulalinie ein Welterbe der UNESCO, als Naturerbe gelten die Gebirgslandschaften Tektonikarena Sardona und Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch.
Alpensüdseite ist ein Begriff, der vor allem in Wettervorhersagen verwendet wird, da sich Wetterlage, Klima und Vegetation meist von jenen auf der Alpennordseite unterscheiden. Die Alpensüdseite umfasst den Kanton Tessin, die Bündner Südtäler Misox, Calanca, Bergell, Puschlav und Val Müstair sowie das Gebiet südlich des Simplonpasses im Kanton Wallis und gehört naturräumlich zu den Alpen.