Eine Schreibmaschine ist ein von Hand oder elektromechanisch angetriebenes Gerät, das dazu dient, Text allgemein mit Drucktypen zu schreiben und hauptsächlich auf Papier darzustellen. Zur Auswahl und zum Abdruck beziehungsweise zur Wiedergabe der Zeichen wird vorrangig eine Tastatur benutzt. Manche frühen Modelle hatten jedoch nicht das übliche Tastenfeld, sondern einen Zeiger, mit dem der Buchstabe oder die Ziffer vor dem Anschlag nur einer Taste auf einer Skala ausgewählt wurde.
In ihrer Spätform als „Schreibautomat“ ist die Schreibmaschine ein Vorläufer des Computers, dessen Tastaturbelegung weitgehend der der Schreibmaschine entspricht und in dem viele vom Maschinenschreiben bekannte Funktionen für die moderne Textverarbeitung übernommen sind.
Die wesentlichen Teile einer alten handbetriebenen Typenhebelschreibmaschine sind (siehe auch nebenstehende Abbildung)
das Typenhebelgetriebe, z. B. das Wagnergetriebe:
die Zwischenhebel B (bei neueren Typenhebelschreibmaschinen sind die Doppelgelenke zum und vom Zwischenhebel durch zwei Zugdrähte mit je zwei einfachen Drehgelenken ersetzt: Zugdrahtgetriebe),
die Typenträger bzw. die Typenhebel C,
die drehbare und quer bewegliche Schreibwalze E.
Die Typen C schlagen auf das Farbband D und das auf der Schreibwalze E gehaltene Papier F. Mehrere Exemplare eines Schriftstücks (Durchschläge) werden mithilfe von Kohlepapier zwischen mehreren eingelegten Papierbögen erstellt. Nach jedem Tastenanschlag (einschließlich dem der Leertaste, nicht jedoch der Akzenttaste ganz rechts oben) wird die Bewegung des Papierträgerwagens mit der Walze um einen Schreibschritt nach links ausgelöst. Der Wagen wird von einer Feder gezogen, die der Bediener mit der Rückführung des Wagens an den Zeilenanfang jeweils wieder spannt. Gleichzeitig wird die Walze mit dem Zeilenschalter (Hebel links am Wagen) um einen Zeilenschritt weitergedreht. Zu diesen Bewegungen, die von Hand ausgeführt werden, gehört noch das Umschalten von Klein- zu Großbuchstaben, wobei entweder die Wagenführung samt dem Wagen oder aber der Typenhebelkorb um etwa 8 mm angehoben wird, um die Schreibstelle vor die entsprechende Type zu bringen.
Bei elektromechanischen Schreibmaschinen wird die Bewegung der Tastenhebel durch einen Elektromotor unterstützt; bei elektronisch gesteuerten Schreibmaschinen dienen Tasten anstelle von Tastenhebeln nur noch als Auslöser (Schalter). Die Auswahl der Drucktype und der Anschlag werden von Elektromotoren bewirkt.
Die Elektrifizierung der Schreibmaschine förderte die Anwendung neuer Typenträger als Varianten zum Typenhebel.
Den Typenzylinder gab es schon in handbetriebenen Schreibmaschinen (1893, vom Hersteller Blickensderfer Typenrad genannt). Er wurde zum Vorläufer des Kugelkopfs. Letzte Variante der alle Drucktypen auf einem Körper vereinigenden Träger ist das besonders leichte Typenrad. Seine Anwendung führte dazu, dass die bei einigen Kugelkopfschreibmaschinen schon weggelassene Querbewegung der Walze (von rechts nach links) bei den elektromechanischen Schreibmaschinen zum Standard wurde. Quer (von links nach rechts) bewegt sich das entsprechende Schreibwerk mit dem Typenträger.
Geschichte der Schreibmaschine
18. Jahrhundert: ein erstes Patent
Die erste bekannte Beschreibung einer Schreibmaschine findet sich in einem Henry Mill 1714 erteilten Patent. Die Patentschrift handelt von einer Maschine oder künstlichen Methode, „Buchstaben fortschreitend einen nach dem anderen wie beim Schreiben zu drucken, und zwar so klar und genau, dass man sie vom Buchstabendruck nicht unterscheiden kann.“ Zudem sei das Geschriebene tiefer und beständiger als jede andere Schrift. Es könne nicht ohne erkennbare Spuren zu hinterlassen gelöscht oder gefälscht werden. Technische Details werden nicht erwähnt; ob die Maschine gebaut wurde, ist ungewiss.
19. Jahrhundert: erste funktionierende Geräte
Mehrere bekannt gewordene Versuche zeigen, dass die Zeit für die Erfindung der Schreibmaschine reif geworden war. Zum Erfindermut trug auch das Bestreben bei, „den Blinden neben dem Lesen auch das Schreiben zu ermöglichen“. Ein vom englischen Ingenieur Jenkins stammender Vorläufer einer solchen Blindenmaschine ist erhalten.
Die erste funktionierende Schreibmaschine war wahrscheinlich das Gerät, das der Italiener Pellegrino Turri 1808 für die erblindete Gräfin Carolina Fantoni da Fivizzano herstellte. Ein mit dieser Maschine geschriebener Brief vom 8. Oktober 1808 ist erhalten und lässt erkennen, dass mit Farbpapier und Typendruck geschrieben wurde.
1821 baute Karl Drais für seinen erblindenden Vater eine Schreibclavier genannte Maschine, die vermutlich Buchstaben in einen Papierstreifen prägte und bereits eine Tastatur hatte. Er wählte für jeden von 25 Buchstaben einen eigenen Taster, die er im Quadrat von fünf mal fünf anordnete. Das Papier wurde auf einer Walze mit Uhrwerk aufgespult und so durch die Schreibmaschine (übrigens seine Wortschöpfung) gezogen. Schreibproben sind nicht erhalten. Später, als sein Vater wieder halbwegs sehen konnte, konstruierte Drais eine sogenannte Schnellschreibmaschine, die als umschaltbare Schreib-/Stenomaschine gedacht war und in Stachelschrift einen Lochstreifen stanzte. Sie hatte 16, teilweise doppelt besetzte Taster in 4×4-Anordnung.