Die Schlacht von Suomussalmi fand im Winterkrieg zwischen Finnland und der Sowjetunion vom 7. Dezember 1939 bis zum 8. Januar 1940 bei Suomussalmi statt. Die Rote Armee schickte mit der 163. Schützendivision und der 44. Motorisierten Schützendivision rund 36.000 Soldaten ins Feld. Die finnischen Kräfte mit einer Maximalstärke von rund 11.500 Soldaten zerschlugen die beiden sowjetischen Formationen und verhinderten so den Versuch, Finnlands Verkehrsverbindungen nach Schweden abzuschneiden. Die Schlacht bedeutete für Finnland einen propagandistischen Erfolg; sie beeinflusste den Kriegsverlauf aber nicht entscheidend.
Der Winterkrieg zwischen der Sowjetunion und Finnland wurde von sowjetischer Seite offiziell als Konflikt um eng begrenzte Territorien begonnen. Die militärische Planung der sowjetischen Führung unter Josef Stalin sah allerdings als Kriegsziel die Besetzung ganz Finnlands vor. Für die Eroberung des gering erschlossenen und dünn besiedelten nördlichen Finnlands wurden insgesamt 140.000 Soldaten des Gesamtaufgebots von 470.000 Mann abgestellt. Neben der Besetzung dieser finnischen Provinzen sollte durch die Eroberung des Gebiets Petsamo am nördlichsten Teil Finnlands und der Eisenbahnknotenpunkte nach Schweden der finnische Staat von seinen Nachbarn abgeschnitten werden. Zur Erfüllung der letzteren Aufgabe sollten die sowjetische 163. Schützendivision und die 44. Motorisierte Schützendivision auf Oulu vorrücken. Die beiden Divisionen gehörten zur 9. Armee unter dem Befehl von Wassili Tschuikow. Der Armee gehörten noch drei weitere Divisionen an, die aber weiter südlich und nördlich die Grenze überquerten, um andere Ziele zu verfolgen, und somit nicht in die Schlacht eingriffen. Das finnische Oberkommando unter Mannerheim sah den nördlichen Teil des Landes als unbedeutenden Nebenkriegsschauplatz. Aufgrund des Mangels an Straßen und der dichten Bewaldung sahen sie es als unmöglich an, dass die Rote Armee hier mit großen Formationen operieren konnte. Aus diesem Grund konzentrierte die finnische Armee den Hauptteil ihrer rund 150.000 Soldaten weiter südlich entlang der Mannerheim-Linie. Infolgedessen waren zum Zeitpunkt des Kriegsausbruchs nur einige Grenzschutztruppen in den nördlichen Gebieten präsent.
Am 30. November 1939 überschritt die 163. sowjetische Schützendivision die finnische Grenze. Der Kommandeur der Division, Kombrig Andrei Iwanowitsch Selenzow, führte den Angriff aus zwei Richtungen durch, um Suomussalmi von zwei Seiten zu bedrohen. Zwei seiner Regimenter ließ er von Norden über die Straße von Juntusranta vorrücken. Ein Regiment rückte von Osten über die Straße von Raate heran. Da die finnische Armee nicht mit einem massiven Angriff in diesem Gebiet gerechnet hatte, waren ihre dortigen Kräfte sehr schwach. Bei Kriegsausbruch standen nur wenige hundert Mann Grenztruppen zur Verfügung. Trotzdem verlief der Anmarsch der sowjetischen Einheiten mit rund acht bis zehn Kilometern pro Tag sehr langsam. Der Vormarsch der sowjetischen Kolonne wurde durch Schnee und Kälte, schlechte Straßenverhältnisse und Rückzugsgefechte der finnischen Truppen verlangsamt. Selenzow ließ eines seiner nördlichen Regimenter direkt auf Suomussalmi abdrehen, wo es sich mit dem Regiment aus der Richtung Raate vereinigen sollte. Sein verbliebenes nördliches Regiment sicherte gegen den Piispajärvi-See nördlich der Siedlung Suomussalmi. Dieses Regiment wurde von einem rasch herangebrachten finnischen Bataillon in Kämpfe verwickelt.
Am 7. Dezember gelang es den beiden übrigen sowjetischen Regimentern, Suomussalmi einzunehmen und sich dort zu vereinigen. Die Finnen hatten den Ort vorher evakuiert und den Großteil der Gebäude niedergebrannt. Aufgrund des unerwartet massierten Angriffs der Roten Armee auf Suomussalmi schickte das finnische Oberkommando das JR-27 (Jalkaväki Rykmentti 27 = Infanterieregiment 27) in die Region. Sein Befehlshaber Oberst Hjalmar Siilasvuo hatte den Befehl, die vorrückende sowjetische Division zu zerstören, obwohl seine Verbände zusammen mit den Grenztruppen nur Brigadestärke erreichten. Er benutzte das unwirtliche Terrain, um seine zahlenmäßige Unterlegenheit auszugleichen. Die sowjetischen Truppen rückten über die Straßen vor, während die finnischen Truppen sich auf Skiern in den umliegenden Waldgebieten bewegten. Um die Mobilität seiner Truppen zu erhöhen, ließ Siilasvuo ein System von Eiswegen in den Schnee treiben. Am 12. Dezember gelang es Siilasvuo, die Straße von Raate gegen den Osten mit 350 Mann zu blockieren. Die Finnen begannen damit, die auf der Straße in einer Kolonne stehende Division durch Straßensperren in voneinander isolierte Teile zu brechen. Nachdem die sowjetischen Kräfte abgeschnitten waren, boten sich ihnen zwei Möglichkeiten: die Straßensperren frontal anzugreifen oder an ihren Flanken vorzugehen. Der Rückzug selbst war den sowjetischen Einheiten zu diesem Zeitpunkt von ihrem Oberkommando nicht erlaubt worden. Im dicht bewaldeten Terrain, das durch gefrorene Wasserflächen unterbrochen war, hatten die Finnen jedoch die taktische Überlegenheit. So befahl der sowjetische Kommandeur seinen Truppen, sich entlang der Straße einzugraben und die Straßensperren frontal anzugreifen. Diese Angriffe schlugen jedoch unter großen Verlusten fehl.
Am 16. Dezember wurden die Finnen erstmals durch Artillerieeinheiten verstärkt. Das Infanterieregiment JR-64 wurde Siilasvuo zugeteilt, ebenso wie ein Skijägerbataillon und ein weiteres Infanteriebataillon. Das Infanterieregiment JR-65 verstärkte die nördlichen Truppen und konnte das sowjetische Regiment am Piisparjärvi-See komplett in die Defensive zwingen. Am 22. Dezember hatten Siilasvuos Einheiten eine Stärke von rund 11.500 Mann erreicht und wurden in den Rang einer Division erhoben. Diese Verstärkungen waren auch dadurch motiviert, dass bereits am 13. Dezember die sowjetische 44. Motorisierte Schützendivision die Grenze überquert hatte. Sie sollte auf der Straße von Raate der bedrängten 163. Schützendivision zu Hilfe eilen. Am 23. Dezember begannen die Finnen ihre ersten Angriffe auf die 44. Division, die sich infolgedessen rund zehn Kilometer entfernt von den östlichsten Elementen der 163. Division eingrub. Als mögliche Erklärung für dieses Verhalten gilt die fehlerhafte Annahme des Kommandeurs der 44. Division Alexei Winogradow, dass ihm zahlenmäßig überlegene finnische Einheiten gegenübergestanden hätten. Da kein Kontakt zwischen den beiden sowjetischen Formationen hergestellt wurde, konnten die Finnen alle drei Regimenter der 163. Schützendivision entlang der Straßen von Raate und Juntusranta sowie in Suomussalmi ungestört nacheinander zerschlagen. Der letzte organisierte Widerstand der Division endete in der Nacht vom 29. auf den 30. Dezember 1939. Die Division wurde fast komplett vernichtet, die Mehrheit der fliehenden Soldaten fiel den Temperaturen von bis zu −30 °C oder finnischen Patrouillen zum Opfer.
Nun wandten sich die finnischen Einheiten der 44. Division zu. Diese befand sich eingegraben in einer rund 30 Kilometer langen Kolonne entlang der Straße von Raate. Am 5. Januar 1940 begannen die finnischen Streitkräfte einen konzentrierten Angriff. Sie griffen die Kolonne an verschiedenen Stellen bei Nacht an und teilten sie durch Straßensperren in mehrere einige Kilometer lange Taschen auf. Diese Teilabschnitte wurden dann einzeln angegriffen und niedergekämpft. Die Einheit erhielt auf das Drängen Tschuikows am Abend des 6. Januars von Josef Stalin die Erlaubnis, sich zurückzuziehen. Am 8. Januar erfolgte ein ungeordneter Rückzug auf sowjetisches Territorium, der sehr verlustreich verlief.
Die Schlacht bei Suomussalmi stellte das spektakulärste Versagen der Roten Armee im Winterkrieg dar. Die Gründe, die zu diesem Versagen führten, sind einerseits in der überraschenden Kampfkraft der finnischen Armee und den Fehlern der Roten Armee andererseits zu suchen. Der Stabschef der 9. Armee Dmitri Nikischew fasste diese Fehler in einem Bericht an Woroschilow wie folgt zusammen:
In dieses Bild fügten sich Versorgungsprobleme der Roten Armee ein. Die 163. Schützendivision beschwerte sich kurz nach dem Kriegsausbruch über Funk über einen Mangel an Schneeanzügen, Stiefeln und Nahrungsmitteln. Dementsprechend musste sie selbst ohne Feindeinwirkung Verluste durch Erfrierungen hinnehmen. Wintertarnanzüge waren grundsätzlich nicht im sowjetischen Inventar enthalten. Der 44. Motorisierten Schützendivision waren mehrere tausend Paar Ski zugeteilt worden. Sie erreichten die Einheit aber erst kurz vor dem Einmarsch in Finnland. Eine Ausbildung der Soldaten mit diesem neuen Transportmittel war somit nicht mehr möglich. Des Weiteren musste der Kommandeur der 44. Division Winogradow aus Mangel an Lastwagen seine leichten Einheiten zu Fuß vorgehen lassen. Damit konnten diese ihre eigentliche Aufgabe, nämlich die Aufklärung auf dem Gefechtsfeld, nicht übernehmen, da sie hinter den schweren Verbänden hinterherhinkten.