Die Schlacht bei Kluschino fand am 24. Junijul. / 4. Juli 1610greg. bei Kluschino, einem Dorf nahe Gshatsk im heutigen Russland im Zuge des Polnisch-Russischen Krieges 1609–1618 statt. Dabei besiegten die Streitkräfte von Polen-Litauen unter dem Hetman Stanisław Żółkiewski die Truppen aus dem Zarentum Russland unter Kommando von Prinz Dmitri Iwanowitsch Schuiski, einem Bruder des Zaren Wassili IV.
Die Schlacht endete mit der panischen Flucht der Moskauer Truppen und zwang die verbündeten schwedischen Söldner unter General Jakob De la Gardie zum Abbruch des Kampfes. Angesichts der Niederlage und des folgenden polnischen Vormarsches auf Moskau, entthronten die russischen Bojaren den Zaren Wassili IV. und erklärten Władysław IV. Wasa (dem gleichzeitigen Nachfolger am polnischen Thron), zum neuen Zaren von Russland.
Die Schlacht von Kluschino ist als einer der größten Triumphe der polnisch-litauischen Kavallerie anerkannt und ein Beispiel für Überlegenheit des polnischen Militärs in jener Zeit.
Im Jahr 1610 schlossen das Zarentum Russland und Schweden ein Bündnis ab, als Reaktion auf den Einmarsch polnisch-litauischer Streitkräfte nach Russland. Die russische Armee konzentrierte sich vor der Stadt Kaluga und beabsichtigte den belagerten Russen in der Stadt Smolensk Entsatz zu bringen.
Am 6. Juni brachen die Polen unter Stanisław Żółkiewski mit 2000 Soldaten aus Smolensk auf, um die Russen anzugreifen. Er verstärkte sich durch die Truppen, die außerhalb der Stadt operierten. Vor Wjasma war das Regiment von Marcin Kazanowski mit 800 Soldaten stationiert, in Tsarjowo Zaymishche stand das Regiment von Samuel Dunikowski mit 700 Soldaten und zusätzlich 1500 Mann unter Alexander Zborowski, sowie 1500 Kosaken unter Alexander Corwin Gosiewski.
Żółkiewski gab allen diesen Truppen den Befehl, sich vor dem kleinen Dorf Schuisky zu versammeln.
Inzwischen näherte sich die Vorhut der russischen Armee unter Grigori Walujew mit 8000 Mann der Stadt Tsaryovo Zaymishche. Walujew hatte Befehl Befestigungen zu errichten, um Żółkiewski aufzuhalten. Falls es Żółkiewski gelang dieses Hindernis umzugehen, sollten sie sich nach Smolensk begeben. Der Vorhut folgte die russische Hauptarmee unter Prinz Schuiski und die schwedischen Söldner unter General De la Gardie, letztere marschierten wegen Ausbleiben des vom Zaren Wassili IV. zugesagten Soldes im verzögerten Abstand.
Żółkiewski entschied sich mit einem kleinen Korps Walujews Vorhut zu blockieren und selbst der russischen Hauptmacht entgegenzutreten. Der polnische Abmarsch fand am 3. Juli zwei Stunden vor Sonnenuntergang unbemerkt statt.
Für Schuiski und De la Gardie kam der frühe Anmarsch von Żółkiewski unerwartet. Die Vorhut der polnisch-litauischen Armee überraschte zwar den noch im Schlaf liegenden Gegner, aber die Armee Żółkiewskis war über große Distanz erstreckt und konnte nicht sofort angreifen.
Die russische Hauptmacht wird (von russischen bzw. polnische Geschichtswissenschaftler) auf 20.000–30.000 Mann und die Schweden unter De la Gardie auf weitere 5.000 Söldner geschätzt.
Żółkiewski kam zur Erkenntnis, dass es am leichtesten wäre, die schlecht ausgebildeten und ausgerüsteten russischen Truppen zuerst zu schlagen. Die Infanterie und die Kanonen waren noch nicht auf die Schlachtfeld angekommen, deswegen entschloss sich Żółkiewski für eine Verzögerung des Angriffs, solange bis ihm beide Heeresteile zur Verfügung standen.
Die russische erste Kampflinie bestand aus Infanterie, größtenteils hinter schnell aufgeworfenen Zäunen verschanzt, während die zweite Kampflinie die Kavallerie bildete. Die russische Artillerie blieb im Lager zurück und spielte in der Schlacht keine Rolle. Die Polen bereiteten das Schlachtfeld für einen Kavallerieangriff vor, welche die Beseitigung der Hindernisse zwischen den beiden Armeen und die Niederbrennung des mittig liegenden Dorf Prieczistoje vorsah.
Żółkiewski leitete die Schlacht mit ständigen Angriffen der Kavallerie auf die russischen Truppen ein, hauptsächlich Einheiten der Hussaria, welche zwischen 8 und 10 Attacken ausführten. Die Russen standen dadurch unter andauernden Druck, gerieten in Panik und ergriffen die Flucht.
Dabei erlitt das Regiment von Janusz Porycki große Verluste, die Polen konnten die Front der Söldner Infanterie nicht durchbrechen. Die Situation verbesserte sich nach einer Ankunft der polnisch-litauischen Infanterie und Artillerie auf die Schlachtfeld. Diese begannen die gegnerische Infanterie anzugreifen beziehungsweise zu beschießen. Żółkiewski befahl die Verfolgungsjagd hinter den flüchtenden Russen einzustellen und dafür die noch intakten Linien der Schweden anzugreifen, die sich im Lager verschanzt hatten.
Der Ausgang der Schlacht war noch nicht entschieden, die meisten geschlagenen russischen und schwedischen Truppen verbargen sich unter dem Kommando von Dmitri Schuiski (aber ohne Mitwirkung von De la Gardie) noch in einem befestigenden Lager. Der Hetman Żółkiewski unternahm zunächst keine weiteren Angriffe und hoffte darauf, die schwedischen Söldner auf seine Seite ziehen zu können. Es kam zu Verhandlungen mit den Söldnern, wobei zwischen 500 und 2500 Söldner (abhängig von der Quelle) auf die Seite Polen-Litauens übergingen. Als Schuiski die Übergabe der Schweden bemerkte, verließ er heimlich das Lager. Dem Befehlshaber folgten die Offiziere und der Rest der noch intakten russischen Truppen. Die meiste polnischen Soldaten fingen an, das russische Lager zu plündern, sodass nur eine Minderheit die flüchtenden Russen verfolgte. Trotzdem gelangen es ihnen, den Russen weitere Verluste zuzufügen. Die Schlacht dauerte insgesamt 5 Stunden.
Noch am selben Tag kehrte Żółkiewski mit den Gefangenen nach Tsaryovo Zaymishche zurück und forderte die blockierte russische Vorhut von Grigori Walujew auf, sich zu ergeben. Die polnisch-litauische Armee gab hierbei ein Beispiel großer Ausdauer, weil sie ganze Nacht reiten mussten, um an der Schlacht teilnehmen und schließlich auch nach Tsarjowo Zaymishche zurückkehrten. Żółkiewski schloss eine Vereinbarung mit Walujew ab, die bestimmte Władysław IV. Wasa als neuen Zaren einzusetzen. Danach schloss sich Walujew mit seinem 8.000 Soldaten der polnisch-litauischen Armee an.
Die Niederlage der Armee von Schuiski trug entscheidend zum Sturz des Zaren Wassili IV. bei, Żółkiewski bemühte sich seinen Sieg auszunutzen und begann am 12. Juli mit seinen Truppen nach Moskau vorzugehen. Auf dem Vormarsch stießen sie auf eine positive Reaktion der russischen Bevölkerung, die Nachricht über die geplante Ausrufung Władysław IV. Wasa zum Zaren hatte sich bereits unter der örtlichen Bevölkerung verbreitet. Die Anordnung der russischen Bevölkerung endlich den allgemeinen Frieden zu gewährleisten, wurde überall angeschlagen.
Żółkiewski hatte zum Zeitpunkt des Vormarsches eine viel stärkere Armee, rund 19.500 Mann, als vor der Schlacht unter seinem Kommando. Deswegen zog sich ein Zweiter falscher Dmitri aus Moskau vor der anrückenden polnisch-litauischen Armee kampflos zurück. Am 27. Juli wurde Zar Wassili IV. von den Bojaren gestürzt.