An diesem Tag

Schlacht von Gettysburg

Schlacht des Sezessionskriegs

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Die Schlacht von Gettysburg fand vom 1. bis zum 3. Juli 1863 bei Gettysburg in Pennsylvania wenige Kilometer nördlich der Grenze zu Maryland während des Sezessionskrieges statt. Mit mehr als 43.000 Opfern, davon über 5.700 Gefallenen, war sie eine der blutigsten Schlachten auf dem amerikanischen Kontinent überhaupt und gilt gemeinsam mit Vicksburg und Chattanooga und neben Antietam und Perryville 1862 sowie dem Fall von Atlanta und Philip Sheridans Feldzug im Shenandoahtal 1864 als einer der entscheidenden Wendepunkte des Amerikanischen Bürgerkrieges. Mit der Niederlage der Nord-Virginia-Armee unter General Robert E. Lee endete die vorletzte Offensive der Konföderation auf dem Territorium der Union. Die Initiative ging danach auch auf dem östlichen Kriegsschauplatz im Wesentlichen auf die Union über.

Die dreitägige Schlacht begann am ersten Tag mit einem Begegnungsgefecht, das die Konföderierten für sich entscheiden konnten. Die Nord-Virginia-Armee griff am folgenden Tag die Potomac-Armee auf beiden Flügeln an, konnte die Stellungen der Nordstaatler jedoch nicht durchbrechen, so dass dieser Tag unentschieden endete. General Lee versuchte, am dritten Tag mit einem Angriff auf die Mitte der Potomac-Armee die Entscheidung zu erzwingen, scheiterte jedoch trotz eines vorübergehenden Einbruchs in die Stellungen der Nordstaatler. Die Angriffskraft der Nord-Virginia-Armee war damit erschöpft, und sie zog sich wieder nach Virginia zurück.

General Lee unterbreitete Präsident Jefferson Davis nach dem Sieg bei Chancellorsville den Vorschlag, nach Norden zu gehen und in Pennsylvania einzumarschieren. Dadurch würde die Nord-Virginia-Armee die Hauptstadt Washington, D.C. sowie die Städte Baltimore und Philadelphia bedrohen. Die Potomac-Armee wäre somit gezwungen, Lee in den Norden zu folgen. Generalmajor Joseph Hooker, Oberbefehlshaber der Potomac-Armee, sollte die Nord-Virginia-Armee auf einem von Lee gewählten Gelände angreifen. Lee wollte Hooker dort erneut schlagen, diesmal jedoch auf dem Gebiet der Union. Weitere Ziele waren es zu verhindern, dass Truppen vom östlichen Kriegsschauplatz Ulysses S. Grants Belagerung von Vicksburg, Mississippi verstärken konnten, und die Union dazu zu bringen, Truppen aus den Küstengebieten der Carolinas und Georgias abzuziehen. Eine Verstärkung General Joseph E. Johnstons, Befehlshaber des konföderierten westlichen Kriegsschauplatzes, zur Entlastung von Vicksburg lehnte Lee ebenso ab wie den Vorschlag, die konföderierte Tennessee-Armee zu verstärken und die Cumberland-Armee der Union in Tennessee vernichtend zu schlagen. Der Präsident und das Kabinett mit Ausnahme des Postministers stimmten Lees Vorschlag zu und sogar Generalleutnant James Longstreet, Kommandierender General des I. Korps, akzeptierte die Planung.

Die Nord-Virginia-Armee marschierte im Schutze der Blue Ridge Mountains nach Norden. Die Kavallerie unter Generalmajor J.E.B. Stuart sollte die Bewegung verschleiern und gleichzeitig die Bewegungen der Potomac-Armee aufklären. Bei Brandy Station kam es am 9. Juni zur größten Reiterschlacht auf dem amerikanischen Kontinent. Weitere Gefechte der Kavallerie bei Aldie und Middleburg in Virginia folgten. Danach umrundete Stuart die Potomac-Armee im Osten.

Nach der zweiten Schlacht bei Winchester konnte Lee unbehelligt den Potomac überqueren und bis zum Susquehanna vordringen. Seine ungefähr 75.000 Mann starke Armee war in einem großen Bogen auf beiden Seiten des South Mountain verteilt. Das I. Korps unter James Longstreet hatte den Raum Chambersburg, das II. unter Richard S. Ewell den Raum südlich Carlisle und das III. unter Ambrose P. Hill den Raum Cashtown erreicht. Stuarts Kavalleriedivision befand sich ostwärts der Potomac-Armee, so dass Lee seit dem 24. Juni keine exakten Informationen über die Bewegungen der gegnerischen Armee hatte. Als Lee am 28. Juni von Kundschaftern aus Longstreets Korps erfuhr, dass die Potomac-Armee den Potomac nach Norden überquert hatte, befahl er der Nord-Virginia-Armee, sich im Raum Cashtown zu versammeln.

US-Präsident Abraham Lincoln ernannte am 28. Juni Generalmajor George Gordon Meade zum Oberbefehlshaber der Potomac-Armee. Meade beabsichtigte, die Nord-Virginia-Armee noch vor der Überquerung des Susquehanna zu stellen und General Lee zu einem Angriff auf die Potomac-Armee zu verleiten, die Verteidigungsstellungen entlang des Baches Pipe Creek im Norden von Maryland erkundet hatte. Da jedoch Lee seine Absicht, den Susquehanna zu überqueren, aufgegeben hatte, verlegte Meade ein Korps in den Raum Gettysburg.

J. Johnston Pettigrews Brigade aus Generalmajor Henry Heths Division hatte sich am 30. Juni auf der Suche nach Verpflegung und Schuhen Gettysburg genähert. In der Stadt befand sich jedoch bereits Kavallerie der Union unter dem Kommando Brigadegeneral John F. Bufords. Diese konnte die Stadt halten, weil Pettigrew das Gefecht nicht annahm und nach Westen auswich.

Generalleutnant Hill befahl Heth für den nächsten Tag, eine gewaltsame Aufklärung gegen Gettysburg durchzuführen, weil er annahm, dass es sich bei den Kräften dort nur um pennsylvanische Miliz handele. Damit verstieß Hill nicht gegen Lees Anweisung, sich bis zur Versammlung der Nord-Virginia-Armee auf keine größeren Gefechte einzulassen.

Die Brigaden der Brigadegenerale James J. Archer und Joseph R. Davis – eines Neffen des Präsidenten der Konföderierten Staaten – erreichten die der Stadt im Nordwesten vorgelagerten Höhenzüge gegen 07:30 Uhr. Da Heth nur wenig Widerstand erwartete, entfaltete er die beiden Brigaden auf beiden Seiten des Chambersburg Pikes und marschierte auf die Stadt zu. Brigadegeneral Buford war jedoch in der Nacht nicht untätig geblieben und verteidigte mit den abgesessenen Reitern – bewaffnet mit Sharps-Karabinern – seiner beiden Brigaden und einer berittenen Artilleriebatterie entlang der McPherson Ridge. Es gelang Buford, die überlegenen Südstaatler mehr als zwei Stunden aufzuhalten, bevor er nach Gettysburg ausweichen musste.

In diesen Minuten erschienen die ersten beiden Brigaden der 1. Division des I. Korps der Potomac-Armee und lösten Bufords Kavalleristen ab. Der Kommandierende General Generalmajor John F. Reynolds wies zu Pferde die Brigadekommandeure an der McPherson Ridge in die Stellungen ein und wurde dabei tödlich verwundet. Zuvor hatte Reynolds noch die Kommandierenden Generale der folgenden Korps, des XI. und III., angewiesen, die Stadt mit ihren Truppen schnellstmöglich zu erreichen.

Der 1. Division des I. Korps, dessen Führung inzwischen Generalmajor Abner Doubleday übernommen hatte, gelang es, die Konföderierten unter beiderseitigen großen Verlusten bis gegen 14:30 Uhr aufzuhalten. In der Zwischenzeit hatten die ersten Brigaden des XI. Korps unter Generalmajor Oliver O. Howard Gettysburg erreicht und Stellungen rechts vom I. Korps nach Nordwesten und Norden bezogen.

Zu dieser Zeit hatte Heth die beiden anderen Brigaden der Division in das Gefecht eingeführt. Dabei war auch das 26. North Carolina Regiment, mit 820 Mann das stärkste der Nord-Virginia-Armee, das am Ende des ersten Tages 212 Mann und am Ende der Schlacht noch 118 Köpfe zählte. Heth selbst erhielt einen Kopfschuss und blieb den Rest der Schlacht dienstunfähig. Die Division übernahm Brigadegeneral Pettigrew.

Generalleutnant Hill hatte inzwischen Generalmajor William D. Penders Division in das Gefecht eingeführt, so dass das I. Korps der Union über die Seminary Ridge auf die Stadt ausweichen musste. Noch bevor dieser Angriff begann, hatten die Divisionen der Generalmajore Robert E. Rodes und Jubal Early des II. Korps unter Generalleutnant Ewell aus Norden kommend die noch in Stellung gehenden Regimenter des I. und XI. Korps der Potomac-Armee bei Barlow Knoll angegriffen.

Als die Stellungen der Union schließlich im Norden und Westen der Stadt zusammenbrachen, befahl Generalmajor Howard das Ausweichen auf den Cemetery Hill südlich der Stadt. Dort hatte er bereits beim Erreichen von Gettysburg der Division Brigadegeneral Adolph von Steinwehrs befohlen, diese Höhe auf jeden Fall zu halten. Dadurch konnten Bewegungen, die teilweise auch Flucht waren, aufgehalten und die Truppenteile reorganisiert werden.

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