Die Schlacht von Bannockburn am 23. und 24. Juni 1314 war eine der entscheidenden Schlachten in den Schottischen Unabhängigkeitskriegen des späten 13. und des 14. Jahrhunderts. Im Sumpfland von Bannockburn in der Nähe von Stirling errang das schottische Heer unter der Führung von Robert (the) Bruce einen entscheidenden Sieg gegen ein erheblich größeres englisches Heer unter Eduard II.
Im Frühjahr 1314 wurde das seit 1304 unter englischer Oberherrschaft stehende Stirling Castle durch ein schottisches Heer belagert. Als die Lage für die englische Besatzung aussichtslos schien, entschloss sich der Kommandant Sir Philip Mowbray, die strategisch wichtige Festung dem schottischen Befehlshaber zu übergeben, falls bis Ende Juni kein englisches Entsatzheer eintreffen würde. Der englische König Eduard II. sah nun eine Möglichkeit, das schottische Heer zu einem entscheidenden Kampf um die belagerte Burg zu stellen. Es war ihm gelungen, mit der englischen Adelsopposition, den Lords Ordainers, einen Frieden zu schließen. Damit hatte er den Rücken frei für einen Feldzug zum Entsatz von Stirling Castle, zu dem er im Mai 1314 seine Vasallen aufforderte.
Trotz des Friedens mit dem König blieben eine Reihe von Baronen, darunter vier der neun englischen Earls, dem Feldzug fern. Am auffälligsten war das Fehlen von Thomas of Lancaster, 2. Earl of Lancaster, der zu den Führern der Lords Ordainers gehörte, ebenso wie der Earl of Warwick und der Earl of Arundel. Andererseits nahmen Aymer de Valence, 2. Earl of Pembroke, Gilbert de Clare, 7. Earl of Gloucester, und Humphrey de Bohun, 4. Earl of Hereford, die alle drei ebenfalls zu den Lords Ordainers gehört hatten, an dem Feldzug teil. Die genaue Größe der englischen Armee ist nicht bekannt. Der König hatte 20.000 Fußsoldaten angefordert, doch es ist unklar, ob diese Zahl tatsächlich erreicht wurde. Die Abrechnungen über die Soldzahlungen sind nicht erhalten, vermutlich waren sie wegen der überstürzten Flucht nach der Niederlage nie angelegt worden. Dennoch war die Armee trotz des Fehlens von Lancaster und den anderen Magnaten eine der größten Armeen, die während der Herrschaft von Eduard II. aufgeboten wurden. Zur Armee gehörten nicht nur englische Kontingente, sondern auch walisische Truppen, darunter 2263 Infanteristen unter John Charlton, und vermutlich auch irische Truppen sowie Soldaten aus der damals zu England gehörenden Gascogne und eine geringe Anzahl von ausländischen Söldnern. Das englische Heer, das sich bei Berwick-upon-Tweed gesammelt hatte, war den Schotten zahlenmäßig weit überlegen. Am 17. oder 18. Juni 1314 überquerte es die Grenze bei Coldstream und wandte sich dann nach Stirling. Am Sonntag, dem 23. Juni 1314, hatte die englische Streitmacht die Furt bei Bannockburn einige Kilometer südlich von Stirling erreicht, an der das schottische Heer unter dem Befehl von Robert Bruce Stellung bezogen hatte.
Die schottische Armee war etwa 5000 Mann stark. Wie König Eduard II. war auch Robert the Bruce als König nicht unumstritten. Er galt wegen der Ermordung von John Comyn bei vielen Schotten als mörderischer Thronräuber. Comyns Sohn John kämpfte auf englischer Seite, ebenso wie der Earl of Angus, der als Lord von Prudhoe und Redesdale auch Besitzungen in Nordengland hatte. Dagegen hatte sich der Clan der MacDonalds von Islay unter Angus Og trotz einer Clanstreitigkeit mit Robert the Bruce dem schottischen Heer angeschlossen. Insgesamt kämpften die Mitglieder von 21 Clans im schottischen Heer. Im Vertrauen auf die schottische Schiltron-Aufstellung beabsichtigten die schottischen Soldaten einen Kampf auf kurze Distanz, um so die Überlegenheit der englischen schweren Reiterei zu verringern. Unter Historikern äußerst umstritten ist die These, dass auf Seiten Robert Bruce aus Frankreich geflohene Ritter des Templerordens gestanden hätten, um in Schottland Schutz zu suchen.
Die Schlacht selbst fand in einem Gebiet von wenigen Kilometern Breite zwischen den Flüssen Bannock Burn und Forth statt. Sie dauerte zwei Tage, und obgleich die ersten Auseinandersetzungen im Vergleich zum Zusammentreffen der beiden Heere am zweiten Tag eher unbedeutend verliefen, sprach vieles für einen positiven Ausgang der Schlacht für die Schotten auf Grund der in strategischer Hinsicht außerordentlich ungünstigen Position der Stellungen der englischen Streitkräfte, die im sumpfigen Gebiet zwischen den beiden Flüssen Bannock und Pelstream und dem Ufer des Flusses Forth in ihrer Manövrierfähigkeit extrem eingeschränkt waren.
Zuerst sandten die Engländer eine berittene Streitmacht unter Sir Robert de Clifford und Sir Henry de Beaumont zur belagerten Burg. Sie trafen auf einen kleinen Teil der schottischen Infanterie-Streitmacht. Die schottischen Schiltrons bewährten sich erneut und die englischen Angriffe wurden unter geringen Verlusten zurückgeschlagen, so dass sich die englische Kavallerie zum Rückzug gezwungen sah. Gleichzeitig gab es eine Reihe kleinerer Scharmützel rund um die Kernstreitmacht, als einige englische Soldaten den Bannock überquerten, um den schottischen Truppen entgegenzutreten. Überliefert ist hierbei der Kampf zwischen dem englischen Ritter Henry de Bohun (einem Neffen des Earl of Hereford) und Robert the Bruce: De Bohun hatte Bruce auf einem Pony vor der schottischen Schlachtreihe ausgemacht, legte seine Lanze an und ritt auf den einzelnen Kämpfer zu. Im letzten Moment wich das Pony dem heranstürmenden Schlachtross aus, wobei es Bruce gelang, mit seiner Streitaxt einen Schlag gegen De Bohuns Helm zu führen und diesem so den Schädel zu spalten. Als nach einigen weiteren unbedeutenden Geplänkeln der Abend dämmerte, zog sich das englische Heer zurück, um sein Lager zwischen Bannock und Pelstream aufzuschlagen.
Durch diese Niederlage waren die Engländer demoralisiert und verbrachten die Nacht aus Furcht vor einem schottischen Angriff unter Waffen. Alexander Seton, ein schottischer Überläufer aus der englischen Armee, soll Robert Bruce über die Unsicherheit der Engländer unterrichtet haben. Angesichts der Stärke der englischen Armee wollte sich Bruce zuerst über den Forth zurückziehen, doch dann beschloss er, den Kampf aufzunehmen. Als bei Tagesanbruch die Engländer erkannten, dass die Schotten sich nicht zurückgezogen hatten, schlugen die erfahreneren Barone, aber auch der junge Earl of Gloucester, vor, erst am nächsten Tag die Schlacht zu beginnen, damit die durch den Marsch erschöpfte Armee sich erholen könne. Dieser Ratschlag wurde von jüngeren Baronen als Feigheit abgelehnt, und der König schloss sich ihrer Meinung an und befahl den Angriff. Auch Bruce griff seinerseits an.
Die englische Armee rückte über den Bannock vor, während das schottische Heer in Schiltrons aufgestellt wartete. Die erste englische Kavallerieattacke war ungeordnet und verlustreich. Die Schotten kämpften nach dem Vorbild der Flamen, die die französischen Ritter 1302 in der Schlacht von Courtrai besiegt hatten, zu Fuß. Die dicht geschlossenen schottischen Schiltrons konnten von den Engländern nicht besiegt werden, während die schottischen Speerkämpfer die englischen Pferde angriffen und töteten. Die schottische Streitmacht rückte daraufhin vor und zwang die Kavallerie in die Reihen der englischen Infanterie zurück, die noch immer versuchte, zu der Kavallerie über den Bannock zu gelangen.
König Eduard II. kämpfte zwar persönlich tapfer, erwies sich aber als unfähiger Feldherr. Es gelang ihm nicht, seine zahlenmäßige Überlegenheit auszunutzen. Er hatte es versäumt, seine Bogenschützen durch Infanterie zu decken. Als diese in die Schlacht eingreifen wollten und anfingen, die vorrückende schottische Infanterie mit Pfeilen zu beschießen, erlitten sie durch einen Gegenangriff der zahlenmäßig kleinen schottischen Kavallerie unter Robert Keith schwere Verluste. Dazu gelang es Eduard II. nicht, seine Barone unter Kontrolle zu halten. Zwischen dem jungen Earl of Gloucester und dem Earl of Hereford kam es zu einem Streit über das Kommando der Vorhut. Der Earl of Gloucester, noch gekränkt über die Zurückweisung durch den König am Morgen, soll alleine vor seinen Truppen auf die schottische Linie zugeritten sein und wurde getötet.