An diesem Tag

Schlacht im Korallenmeer

Schlacht des Pazifikkriegs 1942

Anúncio

Die Schlacht im Korallenmeer fand während des Pazifikkriegs am 7. und 8. Mai 1942 südwestlich der Salomonen und östlich von Neuguinea statt.

Sie war die erste einer Reihe von sogenannten Trägerschlachten, bei denen sich japanische und alliierte Seeeinheiten gegenüberstanden, die entscheidenden Kampfhandlungen jedoch ausschließlich mit Trägerflugzeugen ausgetragen wurden – zum ersten Mal in der Militärgeschichte übernahm der Flugzeugträger die Hauptrolle in einer Seeschlacht.

Seit dem Beginn der pazifischen Auseinandersetzungen mit den Vereinigten Staaten sowie deren britischen, niederländischen, neuseeländischen und australischen Verbündeten verlief der Vorstoß der Japaner in den südostasiatischen Raum fast ungehindert. Die alliierte ABDA-Flotte wurde Ende Februar 1942 besiegt und die Eroberung von Rabaul brachte einen wichtigen vorgeschobenen Stützpunkt zur weiteren Expansion in Richtung Osten ein. Nach der Einnahme der Philippinen und dem Fall der letzten dort befindlichen amerikanischen Bastion auf Corregidor kontrollierte Japan ganz Südostasien. Zwar gelang es den Amerikanern, mit der Durchführung des Doolittle Raid dem Gegner einen Nadelstich zu versetzen, unterm Strich handelte es sich hierbei jedoch auch nur um einen Propagandasieg. Die Kampfkraft der japanischen Streitkräfte blieb ungebrochen.

Zum Ausbau ihrer Luftüberlegenheit plante die japanische Armee, einen Luftstützpunkt in Port Moresby an der Südostküste Neuguineas zu errichten. Dieser Vorposten hätte es ihnen erlaubt, Australien zu bedrohen und weiter in den Südostpazifik vorzudringen (Operation MO). Zu diesem Zweck wurde eine Landungstruppe entsandt, bestehend aus einer kleineren Flotte, welche die in den südlichen Salomonen gelegene Insel Tulagi angreifen sollte. Der Hauptschlag jedoch zielte auf Port Moresby ab, wohin eine größere Flotte aufbrach. Die japanischen Seestreitkräfte wurden einerseits von Rabaul aus mit Flugzeugen unterstützt, die von Norden her in das Korallenmeer flogen, sowie andererseits von den beiden Flottenträgern Zuikaku und Shōkaku. Diese wiederum begleitete eine Kampfgruppe aus Zerstörern und Kreuzern.

Die US-Marine gelangte durch Geheimdienstaufklärung an die japanischen Invasionspläne. Im Aufmarschgebiet bei Rabaul wurden drei Flugzeugträger, zwei bis drei Schlachtschiffe, drei Schwere Kreuzer und zwei Leichte Kreuzer, 16 Zerstörer, ein U-Boot-Tender, sechs U-Boote und etliche kleinere Einheiten ausgemacht. Eine großangelegte Operation der Japaner zeichnete sich ab.

Nach den US-amerikanischen Luftangriffen auf die japanischen Stützpunkte auf Lae und Salamaua am 10. März 1942 blieb die daran beteiligte Task Force FOX, bestehend aus dem Flugzeugträger Yorktown sowie drei Schweren Kreuzern und sechs Zerstörern, im Operationsgebiet des Korallenmeers, während die Task Force BAKER mit dem Träger Lexington nach Pearl Harbor zurücklief. Am 16. April erhielt sie vom Oberkommando den Befehl, in Richtung Weihnachtsinsel auszulaufen. Während der Fahrt dorthin wurde der Einsatzbefehl aber revidiert und ein Kurs zum Korallenmeer befohlen.

Am 1. Mai trafen die beiden Einsatzgruppen zusammen, und Konteradmiral Frank Jack Fletcher, Befehlshaber der Task Force FOX, übernahm das Kommando. Die Einsatzgruppe bestand nun aus den beiden Trägern und acht Kreuzern, darunter zwei der australischen Marine. Wenig später sichtete ein Aufklärungsflugzeug der Yorktown ein aufgetauchtes japanisches U-Boot in etwa 60 Kilometern Entfernung zur Flotte. Es konnte wohl von Wasserbomben dreier angeforderter Kampfflugzeuge versenkt werden, aber abgehörte Funksprüche deuteten darauf, dass die Position der US-amerikanischen Einheiten den Japanern noch durchgegeben worden war.

Am nächsten Tag wurden Fletcher Geheimdienstberichte übermittelt, die den Schluss nahelegten, dass ein gegnerischer Vorstoß in Richtung Port Moresby unmittelbar bevorstand. Fletcher reagierte, indem er einen nördlichen Kurs einschlug, um rechtzeitig im Operationsgebiet einzutreffen. Die Gruppe BAKER hatte die Treibstoffaufnahme noch nicht abgeschlossen und wurde angewiesen, in der Nacht auf den 4. Mai zu folgen.

Als japanische Truppen am 3. Mai im Rahmen der Operation SN auf Tulagi landeten, um dort einen kleinen Luftwaffenstützpunkt einzurichten, startete die Task Force FOX mit der Yorktown am Morgen des 4. Mai von Norden her einen Luftangriff auf das japanische Landungsunternehmen. Der Zerstörer Kikuzuki wurde in der Halavo Bay auf Florida Island schwer beschädigt und sank. Ebenso gingen ein Minensucher und fünf Flugzeuge verloren. Zwei weitere Minensucher wurden beschädigt. Die Japaner beklagten bei dem Angriff 87 Tote. Die US-Streitkräfte büßten ein Torpedoflugzeug und zwei Jagdflugzeuge ein, davon eines mit Verlust der Besatzung.

Die Yorktown und ihre Begleitschiffe kehrten sofort nach diesem Angriff wieder um und vereinigten sich am 5. Mai mit den anderen Schiffen, um bei den verbliebenen Tankern wieder Treibstoff aufzunehmen. Kurz darauf schossen Flugzeuge der Yorktown ein japanisches Flugboot ab. Ein etwas später gesichtetes japanisches U-Boot, das wohl von diesem Flugboot zur US-amerikanischen Flotte geleitet worden war, drehte wieder ab.

Die US-Einheiten bezogen eine Position etwa 1.100 Kilometer südlich von Rabaul und warteten auf das Vorrücken der japanischen Hauptflotte. Als sich die Meldungen über eine Schiffskonzentration verdichteten, die in Richtung Port Moresby unterwegs war, ordnete Fletcher Nordkurs an, um die Japaner am Morgen des 7. Mai angreifen zu können. Der Tanker Neosho und der Zerstörer Sims wurden angewiesen, südlich der Flotte zu operieren. Eine weitere Gruppe, die Task Force 44 unter dem Kommando von Konteradmiral John Crace, sollte japanische Transporter und deren Begleitschiffe auf dem Weg nach Port Moresby abfangen. Der Verband bestand aus den Schweren Kreuzern Australia und Chicago, dem Leichten Kreuzer Hobart sowie den Zerstörern Perkins, Walke und Farragut. Als die Schiffe eine Position 180 km vor der Südspitze Neuguineas erreicht hatten, wurden sie von 27 japanischen Flugzeugen angegriffen. Nur Minuten nach dem Ende des japanischen Angriffs bombardierten irrtümlich US-amerikanische B-17-Bomber, die von australischen Luftbasen gestartet waren, den Verband. Bei beiden Angriffen gab es jedoch kaum nennenswerte Schäden.

Am Morgen des 7. Mai lagen die feindlichen Flotten knapp 110 Kilometer voneinander entfernt. Beide Seiten wussten, dass sie sich in unmittelbarer Angriffsreichweite befanden, und wollten daher unbedingt den Erstschlag führen, um den Gegner nach Möglichkeit zu überraschen. Auf der japanischen Seite befehligten Vizeadmiral Takeo Takagi und Konteradmiral Chūichi Hara den Konvoi. Mangelnde Aufklärung führte zu Luftschlägen gegen kleinere Flottenteile, während die Hauptflotten zunächst unberührt blieben. Dies betraf beide Kontrahenten, wobei besonders die japanischen Flugzeugträger, durch ein Schlechtwettergebiet begünstigt, von den US-amerikanischen Aufklärungsflugzeugen nicht ausgemacht werden konnten.

Japanische Aufklärungsflieger sichteten gegen 8:00 Uhr in südlicher Position den zurückgebliebenen US-amerikanischen Versorgungstanker Neosho und den Zerstörer Sims. Diese befanden sich aber weit entfernt von den US-amerikanischen Trägern. Sie wurden von den Piloten als „Flugzeugträger und Kreuzer“ gemeldet. Zwei folgende, heftige Feuerschläge richteten so gut wie keine Schäden an, als aber gegen Mittag eine Welle Sturzbomber die Schiffe angriff, sank die Sims, und die Neosho wurde als manövrierunfähiges Wrack zurückgelassen. Die Mannschaft der USS Neosho konnte tagelang nicht gerettet werden, weil ihre Position versehentlich falsch übermittelt worden war.

Währenddessen meldete ein US-amerikanischer Aufklärer um 8:45 Uhr zwei japanische Flugzeugträger nördlich von Misima. Die USS Yorktown und USS Lexington starteten sofort einen gemeinsamen Großangriff auf die rund 260 Kilometer entfernten Schiffe. Als die Kampfflugzeuge in der Luft waren, landete kurz danach der Aufklärer, und es stellte sich heraus, dass die durchgegebene Meldung fehlerhaft war. Der Pilot hatte nur zwei Schwere und zwei Leichte Kreuzer melden wollen, aber seine Meldungskonsole war falsch einjustiert worden. So befanden sich die Kampfflugzeuge auf dem Weg zu einem falschen Ziel, doch sie wurden nicht zurückgerufen. Im Nachhinein erwies sich diese Entscheidung als richtig, da australische Aufklärer etwas später eine japanische Gruppe, bestehend aus einem leichten Flugzeugträger, der Shōhō, zusammen mit vier schweren Kreuzern ausfindig gemacht hatten. Da deren Position nur leicht von der alten Meldung abwich, lenkte man die Kampfflugzeuge entsprechend um. Mit 53 Bombern, 22 Torpedoflugzeugen und 18 Jägern griffen sie die Schiffe an. Die Shōhō wurde noch vor Mittag so oft und so schwer getroffen, dass sie innerhalb von Minuten sank.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Schlacht im Korallenmeer | World in Stories