An diesem Tag

Schlacht bei Soor

Schlacht des Österreichischen Erbfolgekriegs

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Die Schlacht bei Soor (Sohr, Sorr) fand am 30. September 1745 während des Zweiten Schlesischen Krieges bei dem gleichnamigen Dorf Soor südwestlich von Trautenau in Böhmen statt.

Nach der Schlacht bei Hohenfriedeberg im Juni 1745 zog sich Friedrich II. samt Heer ins Innere von Böhmen zurück und wurde dabei von der sich zurückziehenden, österreichisch-sächsischen Armee unter Prinz Karl von Lothringen gefolgt. Beide Heere lieferten sich über drei Monate Scharmützel und Plänkeleien.

Ein großer Teil der sächsischen Truppen spaltete sich von den verbündeten Österreichern ab, um ihrerseits die sächsisch-preußische Grenze zu bedrohen. Friedrich II. reagierte hierauf ebenfalls mit Zersplitterung seiner Kräfte.

Prinz Karl folgte dem preußischen Heer, zum einen gedrängt von seiner Kaiserin Maria Theresia, den Angriff zu suchen, zum anderen geschwächt durch die Abgänge der sächsischen Truppen. Seine Armee hielt er daher für zu schwach für weitere Unternehmungen, und daher agierte er vorsichtig.

Mitte September war die preußische Armee mit Versorgungsengpässen konfrontiert und zog sich an die böhmisch-schlesische Grenze zurück, um sich dort bis zum Einbruch des Winters auf Kosten des Feindes versorgen zu können. Das preußische Heer bezog schließlich ein Lager bei Staudenz am 19. September 1745.

Drei Tage später bezogen die Österreicher und die verbliebenen Sachsen am 22. September 1745 ihrerseits ein Lager bei Jaromer. Beide Armeen trennten 18 Kilometer. In den folgenden sieben Tagen unternahm Prinz Karl, unterstützt von den Feldmarschällen Fürst Lobkowitz und Prinz Arenberg mehrere Erkundungen, wie man die preußische Armee in ihrem Lager überraschen und schlagen könne.

Der österreichische Plan zum Überfall

Prinz Karl befand sich in einer überlegenen Stellung. Das vom preußischen Lager nach Westen hin steil ansteigende Gelände bot sich ihm geradezu an für einen Angriff aus überhöhter Position. Im Tal behinderten sumpfige Wiesen, Teiche und kleine Waldstücke ein Formieren des Gegners. Könnte man den Feind Richtung Osten in die Flucht schlagen, würden dort spitzwinklig auslaufende Wasserarme, begrenzt vom unwegsamen Königsforst im Süden, ein vorhersehbares Rückzugschaos bei den Preußen auslösen. Überdies wähnte er die Preußen als zu erschöpft und zu mutlos, um einem entschlossenen Frontalangriff mit dem Gros nennenswerten Widerstand entgegensetzen zu können. Zugleich mit einem solchen Frontalangriff, so plante er, sollten leichte Truppen das Lager umgehen und so Verwirrung stiften.

Auf dem linken Flügel der Verbündeten stand Feldmarschall Fürst Lobkowitz mit 10 Bataillonen, 15 Grenadierkompanien zu Fuß, 30 Schwadronen und 15 Grenadierkompanien zu Pferde und Karabiniers bereit. Beherrscht wurde seine Stellung von 16 schweren Geschützen auf der Graner Koppe. Die Masse der Armee stand in zwei Treffen südlich der Graner Koppe zentriert zum Feind mit einer weiteren schweren Batterie südwestlich Burkersdorf, alles unter dem Befehl von Feldmarschall Herzog von Arenberg. Diesen sogenannten rechten Flügel begrenzten ganz im Süden der Position 6 Kavallerie-Regimenter unter General der Kavallerie Hohenems. Insgesamt standen im österreichisch-sächsischen Heer 42.000 Mann auf dem Schlachtfeld. Aufgrund differenzierter Abmarschzeiten waren die verschiedenen Truppen zu unterschiedlichen Zeiten in ihren Ausgangsstellungen. Insbesondere der rechte Flügel lag in den Morgenstunden des 30. September noch weit zurück.

Friedrich II. war seit den Morgenstunden des 29. Septembers über das Nahen des Feindes im Bilde. Auf preußischer Seite glaubte man, dass Prinz Karl den Rückzug nach Schlesien versperren wolle. Als am 30. September gegen fünf Uhr morgens die Befehle ergehen sollten, das Lager zu verlassen und sich nach Schlesien zurückzuziehen, drangen Meldungen durch, dass sich westlich des Lagers die Armee des Feindes positionierte und zum Kampf bereit machte. Augenblicklich ließ Friedrich seine Truppen zur Schlacht vorbereiten, die sich in bemerkenswerter Eile formierten. Nahezu 22.000 Preußen erwarteten einen fast doppelt so starken Feind.

Im Zentrum der Kampfhandlungen stand die Graner Koppe nördlich von Burkersdorf. Sie dominierte die umliegende Ebene zwischen Burkersdorf und Neu-Rognitz.

Die Preußen warteten den Angriff der Österreicher nicht ab, sondern begannen ihrerseits die Schlacht mit dem Ansturm ihrer Kavallerie unter Feldmarschall von Buddenbrock auf die Graner Koppe kurz nach fünf Uhr früh. Er hielt, aus dem preußischen Lager kommend, in Richtung Norden auf Neu-Rognitz zu, um dann nach Westen zu schwenken und so die Graner Koppe etwas nördlich umgehen zu können. Lag anfangs noch schützender Nebel über dem Gelände, verzog sich dieser mit der aufgehenden Sonne. Dies erlaubte den schweren Geschützen der Österreicher auf der Graner Koppe das Feuern. Erhebliche Verluste unter Buddenbrocks Reitern waren die Folge. Unter dieser Kanonade fiel unter anderem der hochdekorierte Oberstleutnant Georg Vivigenz von Wedel.

Zur gleichen Zeit formierte sich am Osthang der Graner Koppe Generalmajor Blankensees Infanterie zum Frontalangriff auf die Geschütze des Feindes. Etwa um acht Uhr, nun vom Norden auf die Stellungen der Verbündeten zureitend, brach die Kavallerie von Buddenbrocks in die in Formation stehende österreichisch-sächsische Kavallerie ein, überrumpelte und verwirrte sie und schlug sie in den dahinterliegenden Wald zurück. Fürst Lobkowitz wurde überritten und schwer verwundet. Zwar waren die preußischen Kavalleristen bei diesem Angriff nicht mehr dem Feuer der schweren Geschütze ausgesetzt, doch auf der Graner Koppe angekommen, setzte ihnen in ihrer linken Flanke die oben stehende Infanterie zu. Unterdessen war die Infanterie unter Generalmajor Blankensee, von Osten kommend, bis auf 150 Meter an die österreichisch-sächsische Batterie herangekommen. Dabei musste sie aber schwere Verluste hinnehmen, so dass sie schließlich zurückweichen musste, als Oberst Benda mit fünf Grenadier-Kompanien ihnen energisch entgegentrat. Blankensee fand den Tod.

Die Regimenter Wedel, Tresckow, Finck und Anhalt gingen hinter das zweite Treffen zurück, das mit den Regimentern la Motte, Blankensee und Geist dem ersten gefolgt war. Es stoppte mit einem intensiven Pelotonfeuer Bendas Infanterie und brach dann mit gefälltem Bajonett in die österreichisch-sächsischen Reihen ein und nahm die Koppe samt Batterie. Die starke Kavallerie der Verbündeten auf der Graner Koppe konnte dem nichts entgegensetzen und unterstützte die eigene Batterie und Infanterie nicht. Zum einen konnte sie sich geländebedingt nicht entfalten, zum anderen fehlte es womöglich am Befehl, dem Feind entgegenzutreten. Stattdessen wandte sie sich zur Flucht. Einzig Feldmarschallleutnant Preysing versuchte wie Oberst Benda mit seinen drei Dragoner-Regimentern in den Kampf einzugreifen, wurde jedoch in den Strudel der Flucht mit hineingezogen. Inzwischen war es 9:30 Uhr.

Friedrich II., der damit die entscheidende Anhöhe des Schlachtfeldes beherrschte und den linken Flügel seines Gegners geworfen hatte, wollte nun die feindlichen Stellungen von Norden her bezwingen. Jedoch setzte er diesen Gedanken nicht in die Tat um, da sich die verbündeten Truppen dem Zentrum Burkersdorf näherten, um es einzunehmen. Ein schnelles Eingreifen, vor allem des 2. Bataillons vom Regiment Kalkstein, verhinderte dies. Das gesamte Zentrum Friedrichs setzte sich in Bewegung, passierte Burkersdorf und kam so westlich des Ortes vor die Läufe der anderen schweren österreichisch-sächsischen Batterie. Das schwere Feuer dieser Batterie und das ansteigende Terrain, welches die Regimenter überwinden mussten, ließ auch dort die Preußen stocken. Die Verluste stiegen rasch an. Generalmajor Prinz Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel ging jedoch, obwohl bereits verwundet, persönlich voran und konnte die Batterie nehmen. Die sächsischen Regimenter Prinz Xaver, Botta, Bayreuth und Vettes, von Feldmarschall Prinz von Sachsen-Gotha geführt, kämpften lange und hinhaltend, letztlich aber waren auch sie dem Druck, der nun von Norden und Osten gleichzeitig wirkte, nicht gewachsen und mussten weichen.

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Schlacht bei Soor | World in Stories