An diesem Tag

Schlacht bei Mars-la-Tour

Schlacht des Deutsch-Französischen Kriegs

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Die Schlacht bei Mars-la-Tour (in den Quellen auch Schlacht bei Vionville oder Schlacht bei Rezonville) wurde am 16. August 1870 während des Deutsch-Französischen Krieges in der Nähe der Ortschaften Mars-la-Tour und Vionville im Nordosten Frankreichs, etwa 20 Kilometer westlich von Metz geschlagen. Zwei preußische Korps besiegten die zahlenmäßig deutlich überlegene komplette „Französische Rheinarmee“ und zwangen diese zum Rückzug in die Festung Metz.

Die Schlachten in den ersten Wochen des Krieges hatten gezeigt, dass die französische Strategie nicht mehr umsetzbar war. Der geplante Vormarsch nach Deutschland hinein war nicht mehr möglich. Gleichzeitig war der erhoffte Kriegseintritt dritter Nationen (z. B. Österreich, Italien, Dänemark) auf Seiten Frankreichs nicht mehr zu erwarten.

Die Rheinarmee unter Bazaine sollte sich daher von Metz über Verdun und Sainte-Menehould nach Châlons zurückziehen und mit den weiteren Einheiten unter Mac-Mahon und Canrobert vereinigen. Dieser Rückzug wurde aber aus verschiedenen Gründen immer weiter herausgezögert, zuletzt durch die Schlacht bei Colombey am 14. August. Marschall Bazaine wurde kritisiert, den Rückzug nicht energisch vorangetrieben zu haben. Der Rückzug begann nach einer Verzögerung von insgesamt einer Woche am 15. August 1870 über Gravelotte und ab hier in zwei Kolonnen über Doncourt und Étain bzw. über Vionville, Mars-la-Tour und Fresnes. Ab Verdun sollte wieder zusammen marschiert werden. Jedoch bereits für den Morgen des 16. August war wieder ein Halt befohlen worden, um Verpflegung und Munition zu ergänzen, Einheiten aufschließen zu lassen, den Train zu organisieren und eventuell am Nachmittag weiterzumarschieren.

Nach Colombey hatte das preußische III. Korps unter General von Alvensleben den Auftrag, die Mosel bei Novéant und Champey zu überschreiten. Hierbei wurde es durch die 6. Kavalleriedivision unter Herzog Wilhelm von Mecklenburg-Schwerin verstärkt. Gleichzeitig war das X. Korps (Voigts-Rhetz), das Pont-à-Mousson und das linke Moselufer bereits besetzt hatte, angewiesen, mit der 5. Kavalleriedivision (Generalleutnant von Rheinbaben) die Straße Metz-Verdun aufzuklären. Ziel war es, festzustellen, ob die französische Armee aus Metz bereits abgezogen oder noch im Abzug begriffen sei.

Eine Rekognoszierung des 1. Hannoverschen Dragoner-Regiments Nr. 9 ergab, dass sich französische Truppen aus Metz in Richtung Verdun zurückzogen. In der Annahme, dass dies nur noch die Nachhut sei, befahl der Kommandeur der 2. Armee, Prinz Friedrich Karl den sofortigen Angriff, allerdings mit nur zwei Korps.

Das III. Korps sollte über Gorze und Onville, das X. Korps über Thiaucourt einen Vorstoß gegen die Straße Metz-Verdun ausführen.

Die weiteren Korps der 2. Armee (Garde, XII., IV., II. und IX.), die zum Teil ebenfalls bereits die Mosel überschritten hatten, sollten den Marsch nach Westen fortsetzen, um die Franzosen an der Maas zu stellen. Hierbei setzte das Oberkommando voraus, dass die Hauptmasse der Rheinarmee schon in vollem Marsch nach Verdun sei. Dies war jedoch nicht der Fall. Zwar war der bereits am 13. August geplante, aber durch die Schlacht bei Colombey unterbrochene Abmarsch der Franzosen nach Westen am 15. begonnen worden, doch waren der linke Flügel (2. und 6. Korps und Garde) auf der südlichen Straße erst bis Rezonville, der rechte Flügel (3. und 4. Korps) nur zum Teil bis Vernéville gelangt. Drei Divisionen standen noch im Moseltal, daher befahl Bazaine, dass am 16. der weitere Rückzug erst nachmittags stattfinden sollte, um das 3. und 4. Korps nachkommen zu lassen.

Das deutsche III. Korps unter General von Alvensleben traf bei seinem Vorstoß in Richtung Rezonville auf drei komplette französische Korps. Ein viertes, das französische 3. Korps, befand sich in unmittelbarer Nähe.

Die Vorhut der abrückenden Franzosen bildete die 3. Kavalleriedivision von Général de division Forton. Diese wurde bei Vionville von der Artillerie der deutschen 3. und 6. Division überrascht und zog sich ungeordnet zurück. Das französische 2. Korps unter General Frossard ging mit zwei Divisionen in Richtung des Kanonendonners vor, die Division des Generals Bataille drang gegen Vionville und Flavigny vor und vertrieb die dort stehende deutsche Kavallerie. Die südliche parallel vorgehende Division unter General Vergé sicherte die Höhenzüge nördlich Gorze. Dahinter ließ Marschall Canrobert die beiden Divisionen unter General Bisson und Lafont de Villiers in Richtung auf Flavigny folgen, während sich die Division unter La Vassor-Sorval hinter den Kolonnen des Generals Vergé formierte und die Division Tixier als Reserve herangezogen wurde. Die schwachen Batterien der deutschen 6. Kavallerie-Division mussten sich eilig auf Tronville zurückziehen. Etwa gegen 10 Uhr erhielten die deutschen Reiter Verstärkung durch die ankommende 5. (General von Stülpnagel) und 6. Division (General von Buddenbrock), die von Gorze und Onville her das Schlachtfeld erreichten.

General von Alvensleben, dessen Truppen vom Süden herankamen, befahl der Infanterie sofort den Angriff, er ging dabei davon aus, nur noch die französische Nachhut vor sich zu haben. Die 6. Division stieß nördlich bis Tronville vor und schwenkte dann teilweise nach Osten in Richtung der rechts vorgehenden 5. Division ab. Gegen 11.00 fiel der Kommandeur der frisch eingreifenden 9. Brigade, Generalmajor von Doering, während rechts außen die 10. Brigade (Generalmajor von Schwerin) am westlichen Rand des Bois des Ognons aufschloss. Die 11. Brigade unter Generalmajor von Rothmaler rang um Flavigny und eroberte gegen 11.30 Uhr den Ort Vionville, die 12. Brigade rückte links außen gegen die Stellungen des französischen 6. Corps vor. Damit hatten sich die beiden deutschen Divisionen zwischen den Ortschaften Vionville und Flavigny vereinigt und verringerten somit die Gefahr, voneinander getrennt zu werden. Bis zum Mittag hatte die 5. Division Flavigny erobert, während gleichzeitig die Divisionsartillerie in einer Linie gegen den Ort Rezonville kämpfte. Das 24. Regiment der 12. Brigade befand sich in einer langen gestreckten Linie nordwestlich von Vionville und wurde dabei fast ununterbrochen vom französischen 6. Korps unter Marschall Canrobert angegriffen, wobei der deutsche Brigadekommandeur Oberst von Bismarck schwer verwundet wurde. In diesen Positionen mussten sich die deutschen Einheiten ohne nennenswerte Verstärkung, nur ein Regiment der 37. Brigade (Oberst Peter von Lehmann) vom X. Korps konnte zur Unterstützung eingreifen, den ganzen Nachmittag über gegen den mehrfach überlegenen Gegner halten. Das zahlenmäßig 1:5 unterlegene deutsche III. Korps verhinderte mit der Einnahme von Vionville weitere Rückzüge nach Westen. Einmal vom Rückzug abgeschnitten, hatte die französische Armee bei Metz keine Chance mehr, die Schlacht zu verhindern.

Hauptrangiges Ziel von Marschall Bazaine war es, nicht von Metz abgedrängt zu werden. Er ging daher nicht nur mit den beiden Korps vor Vionville zurückhaltend vor, sondern ließ seinen linken Flügel bei Gravelotte durch die Garde und eine Division des 6. Korps verstärken, weil er dort irrtümlicherweise den Hauptangriff der Preußen erwartete.

Nach dem Verlust von Vionville und Flavigny, als ein Flügel des 2. Korps zurückweichen musste, begannen Kavallerieangriffe von beiden Seiten. Den 11. und Braunschweiger Husaren gelang es hierbei zwar beinahe, Bazaine selbst gefangen zu nehmen, aber keiner der Angriffe konnte die gesetzten Ziele erreichen. Im Raum Rezonville rückte die 2. Garde-Division (General Picard) und die Division La Vassor ein. Der Angriff der deutschen 6. Kavalleriedivision (Wilhelm zu Mecklenburg) wurde südlich von Rezonville durch die in Stellung gegangene und noch ausgeruhte französische Gardedivision abgewiesen.

Reiterattacke der Brigade Bredow

Gegen 14.00 Uhr bemerkte Marschall Canrobert, dass der linke Flügel der deutschen 6. Division in Bedrängnis geraten war und befahl daher einen allgemeinen Angriff des 6. Korps. Von der französischen Artillerie angegriffen und einen Einfall der Franzosen an der linken Flanke fürchtend, sandte General von Alvensleben eine Nachricht an den Kommandeur der 12. Kavalleriebrigade, Generalmajor Adalbert von Bredow, mit dem Befehl, die französische Artillerie unter General Canrobert und die Reiterverstärkung der Franzosen auszuschalten.

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