Die Schlacht bei Langensalza war das erste größere Gefecht auf dem westlichen Kriegsschauplatz während des Deutschen Krieges und fand am 27. Juni 1866 statt. Auf dem Kriegsschauplatz bei Bad Langensalza in Thüringen standen Preußen mit dem verbündeten Sachsen-Coburg und Gotha dem Königreich Hannover gegenüber. Die Schlacht endete zwar mit einem taktischen Sieg Hannovers, trotzdem musste Hannover kurz darauf kapitulieren.
Nachdem Preußen dem Königreich Hannover am 15. Juni 1866 den Krieg erklärt hatte, begannen die preußischen Truppen der Westarmee (später Mainarmee) unter Vogel von Falckenstein am nächsten Tag von Hamburg (General Manteuffel) und Minden (Goeben) aus den Vormarsch auf die Landeshauptstadt Hannover. Vorausgegangen war ein Bundesbeschluss im Bundestag, der als Abwehrmaßnahme gegen Preußen gedacht war: Preußen war in Holstein einmarschiert, entgegen der Rechte Österreichs dort. Eigentlicher Hintergrund war Preußens Absicht, den Bund in einen Bundesstaat umzuwandeln. Hannover hatte für den Beschluss im Bundestag gestimmt und ein Bündnisangebot Preußens abgelehnt.
Der Beginn des Krieges fiel im Königreich Hannover mit dem planmäßigen Sommermanöver zusammen, weswegen das gesamte Heer von ca. 19.000 Mann mit 42 Kanonen unter Waffen stand. Die zerstreut im Lande stehenden, für den Kriegsfall nur unzulänglich ausgerüsteten Einheiten der Hannoverschen Armee konnten sich jedoch dem Zugriff der preußischen Truppen entziehen und sich nach Göttingen absetzen. Dabei gelang es ihnen, die Bahnlinie von Hannover nach Kassel zu unterbrechen und so einen Vorsprung vor ihren Verfolgern herauszuholen. Bei ihrem schnellen Rückzug ließen sie aber die Vorräte und fast die gesamte Munition in Hannover zurück.
Diese Position in Göttingen war gegen die zahlenmäßig überlegenen und jetzt auch von Wetzlar in Richtung Kassel anmarschierenden preußischen Truppen unter dem Kommando von Beyer mit ca. 18.000 Soldaten auf Dauer aber nicht zu halten. Diese dritte Division der Westarmee hätte eigentlich die Verfolgung der Regimenter von Hessen-Kassel übernehmen sollen. Die hannoversche militärische Führung entschloss sich daher, nach Süden zu marschieren, um hier Anschluss an die süddeutschen Verbündeten, insbesondere die bayerische Armee, zu gewinnen.
Bei entschlossener Ausnutzung aller Möglichkeiten hätte dieses Ziel wahrscheinlich erreicht werden können, auch wenn das VIII. Korps des Bundesheeres sich weigerte, zur Unterstützung in Richtung Norden vorzugehen. Die Chance zur Vereinigung mit dem Bundesheer ergab sich insbesondere, weil Falckenstein in Hannover stehenblieb und dort nach der kampflosen Eroberung der Hauptstadt die Verfolgung nicht energisch betrieb, sondern für den 18. Juni einen Ruhetag anordnete. General Goeben hatte erst einen Tag vorher die Verfolgung aufgenommen, die seine Division wegen der unterbrochenen Bahnlinie zu Fuß versuchen musste. Auf die Nachricht vom Ruhetag hin befahl Moltke die sofortige Verfolgung, die jedoch nicht umgesetzt wurde. Falckenstein war der Meinung, dass die hannoversche Armee ohne jeglichen Nachschub keine Chance hätte, die Vereinigung mit den Bayern herbeizuführen. Auch auf weitere Befehle am 22. Juni hin erfolgte keine Verfolgung, diesmal mit der Begründung, dass erst die Bahnstrecke repariert werden müsse. Erst auf persönlichen Befehl des preußischen Königs Wilhelm I. setzte sich die Westarmee am 24. Juni in Bewegung.
Tatsächlich mussten die Hannoveraner in Göttingen einen Halt von drei Tagen machen, um neue Vorräte zu beschaffen. Als die ersten Preußen in Göttingen erschienen, waren die hannoverschen Truppen bereits in Richtung Südosten abgezogen und nur noch wenige Tagesmärsche von der Vereinigung mit dem Bundesheer entfernt. Ein solcher Zusammenschluss hätte auf dem westlichen Kriegsschauplatz einen Verband entstehen lassen, der den drei Divisionen der Westarmee zahlenmäßig überlegen gewesen wäre und die Rückzugs- und Versorgungswege der nach Böhmen vorstoßenden Elbarmee und der ersten Armee hätte bedrohen können.
Unnötigerweise ließen sich jedoch Georg V., der sich bei der Armee aufhielt, und die Armeeführung in Verhandlungen mit Preußen ein. Sie führten dazu, dass der Vormarsch – die Armee hatte inzwischen Langensalza erreicht – nicht fortgesetzt wurde.
Während dieser Verhandlungen gelang es der preußischen Heeresführung, einen Verband von ca. 9000 Mann unter Generalmajor Flies als Sicherungsverband heranzuführen, der den Rückzugsweg versperrte. Dieser Verband bestand aus fünf regulären Bataillonen Festungsbesatzungen und sieben Bataillonen der Landwehr mit zusammen 22 Kanonen und wurde in Gotha zusammengezogen. Gleichzeitig waren die drei Divisionen der Westarmee in Eilmärschen auf der Verfolgung und auch die gesperrten Bahnlinien standen wieder zur Verfügung.
Georg V. war somit von drei Seiten eingeschlossen, Goeben war im Norden bereits hinter Kassel, Beyer hatte von Westen her Eisenach erreicht, und Flies stand im Süden. Ohne Unterstützung durch das Bundesheer blieb Georg in Langensalza stehen. Moltke fürchtete einen Abmarsch mit langer Verfolgung nach Osten in den Rücken des preußischen Heeres. Damit wäre der strategische Plan gefährdet gewesen. Moltke befahl daher Flies, seine Position gegen einen befürchteten Ausbruch zu halten, bis Goeben und Beyer herangekommen waren. Ein solcher Ausbruch nach Süden war immer noch möglich bei einem Kräfteverhältnis von 2:1 gegen die Preußen.
Flies ging stattdessen selbst zum Angriff über. Daraus entwickelte sich am 27. Juni 1866 die Schlacht bei Langensalza.
Die Hannoversche Armee unter dem Oberbefehl des Generalmajors Alexander von Arentschildt hatte auf dem Kirchberg bei Merxleben, 1,5 km nördlich von Langensalza, eine Defensivposition bezogen. Verstärkt wurde diese Stellung durch die beiden Flüsse Unstrut und Salza, die eine Annäherung weiter erschwerten. Die Armee zählte ohne die nach dem 15. Juni zum Heer gestoßenen, meist unbewaffneten Reservisten etwa 17.000 Mann. Die preußische Streitmacht mit fünf Linienbataillonen, sieben Landwehrbataillonen einschließlich des Kontingents des verbündeten Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha war etwa 9.000 Mann stark und damit den Hannoveranern zahlenmäßig deutlich unterlegen. Nach anderer Quelle (Schubert) waren die Verbände in etwa gleich stark, die Hannoveraner aber in der Ausrüstung (Fehlen der Zündnadelgewehre) unterlegen. Die Hannoveraner siegten zwar, aber ihre Verluste waren sehr hoch, und ohne Train drohte ihnen die Munition auszugehen, so dass sie letztlich zwei Tage später kapitulieren mussten.
Der preußische Verband unter dem Kommando des Generalmajors Eduard Moritz von Flies begann am Morgen des 27. Juni seinen Vormarsch auf Langensalza. Das zur Deckung der Stadt hier postierte hannoversche Bataillon zog sich vor dem preußischen Angriff hinter die Unstrut zurück. Die preußischen Truppen bezogen am Südufer des Flusses Position, konnten aber die starke Stellung der Hannoveraner nicht ernsthaft in Gefahr bringen. An diesem Punkt hätte – so die meisten Militärhistoriker – das Gefecht abgebrochen werden müssen; denn es war klar, dass die hannoversche Armee keinesfalls nach Nordosten in Richtung Sondershausen abmarschieren wollte, sondern weiter bei Langensalza stand. Wegen der zahlenmäßigen Unterlegenheit konnte auf preußischer Seite kein entscheidender Erfolg erreicht werden. Da der preußische Oberbefehlshaber von Flies in dieser kritischen Phase einen Schwächeanfall erlitt und keine entsprechenden Befehle geben konnte, wurde der günstige Zeitpunkt für einen Abbruch des Gefechts verpasst.
Auf hannoverscher Seite hatte man zunächst angenommen, deutlich überlegeneren preußischen Kräften gegenüberzustehen. Daher hatte die hannoversche Führung sich darauf beschränkt, die Defensivstellung zu halten. Sobald im Verlauf des Gefechts klar wurde, dass man es mit einem zahlenmäßig unterlegenen Gegner zu tun hatte, entschloss man sich zum Gegenangriff. Der auf dem linken Flügel (Brigade Bothmer) vorgetragene Angriff scheiterte wegen der ungünstigen Geländeverhältnisse beim Überschreiten der Unstrut und des hartnäckigen Widerstandes von preußischer Seite. Sehr erfolgreich war die Attacke auf dem rechten hannoverschen Flügel. Nach und nach wurden die preußischen Kräfte aus ihren zum Teil festen Positionen, z. B. Kallenbergs Mühle, verdrängt und schließlich die für die Versorgung der hannoverschen Armee wichtige Stadt Langensalza zurückerobert.