An diesem Tag

Schlacht an der Somme

Schlacht des 1. Weltkrieges

Anúncio

Die Schlacht an der Somme war eine der größten Schlachten an der Westfront des Ersten Weltkrieges. Sie begann am 1. Juli 1916 im Rahmen einer britisch-französischen Großoffensive gegen die deutschen Stellungen. Sie wurde am 18. November desselben Jahres abgebrochen, ohne eine militärische Entscheidung herbeigeführt zu haben. Mit über einer Million getöteten, verwundeten und vermissten Soldaten war sie die verlustreichste Schlacht der Westfront während des Ersten Weltkriegs; an der Somme waren die Verluste fast so hoch wie bei der Brussilow-Offensive an der Ostfront.

Britisch-französische Absprachen

Die militärischen Befehlshaber der Triple Entente und ihrer Verbündeten hatten bei der Konferenz in Chantilly im Dezember 1915 eine weitere Großoffensive gegen die deutschen Stellungen in Frankreich beschlossen und gleichzeitig entschieden, an drei Fronten große, gezielte Offensiven zu eröffnen – an der westlichen, der östlichen und an der italienischen. Diese Entscheidung war für General Joseph Joffre, den Oberbefehlshaber des Grand Quartier Général (GQG), eine Genugtuung, hatte er doch die verfehlte Landung der Alliierten auf Gallipoli (Schlacht von Gallipoli) von Anfang an als einen unwichtigen Nebenschauplatz bezeichnet, der Kräfte von der aus französischer Sicht kriegsentscheidenden Westfront abzog.

Am 19. Dezember 1915 übernahm General Douglas Haig von Feldmarschall John French den Oberbefehl über die britischen Expeditionsstreitkräfte in Frankreich. In einer Besprechung Ende Dezember 1915 diskutierten Joffre und Haig die beschlossene Offensive an der Westfront. Haig befürwortete eigentlich einen weiteren Großangriff in Flandern, um das deutsche Heer zu flankieren, doch willigte er in das Verlangen Joffres ein, stattdessen auf französischem Boden anzugreifen. Wahrscheinlich ist, dass er dies aufgrund der Anweisung des britischen Generalstabs tat, die militärische Zusammenarbeit zwischen Briten und Franzosen durch größtmögliche Kooperationsbereitschaft zu festigen. Es wurde beschlossen, die geplante Offensive an dem Berührungspunkt der beiden Heeresgruppen zu starten: am Fluss Somme.

Die Alliierten hatten im Frühjahr 1916 an der Westfront mit 139 Divisionen (38 britische, 95 französische und 6 belgische) gegenüber 117 deutschen Divisionen die zahlenmäßige Überlegenheit. Durch die vom deutschen Heer im Februar 1916 begonnene Schlacht um Verdun war die französische Armee inzwischen stark geschwächt, sodass die britischen Streitkräfte mit der Offensive an der Somme ihre Verbündeten entlasten sollten.

Verlegung britischer Truppen an die Somme

Nach dem Ende der Dardanellenkampagne waren seit dem Frühjahr 1916 aus dem Mittelmeerraum mehrere britische Divisionen als Verstärkung nach Frankreich überführt worden. Über Ägypten kamen ab Januar 1916 die 34. und 35. Division, es folgte die 31. und die 46. Division im Februar, dann erreichten im März die 29., 39. Division sowie die 1. und 2. australische Division die Westfront.

Im April 1916 trafen die neuseeländische Division, im Mai die 41., 61. und 63. Division, im Juni die 40., 60. Division sowie die 4. und 5. australische Division in Frankreich ein. Schließlich erreichte am 3. Juli noch die 11. Division die Westfront.

Absichten der britischen Armeeführung

Haig wollte nicht nur tief in die deutschen Stellungen einbrechen, sondern das deutsche Heer materiell und personell komplett erschöpfen und zur Kapitulation zwingen. Er verfolgte damit, ganz ähnlich wie umgekehrt auch die deutsche Heeresführung, das Konzept der Abnutzungsschlacht. Die britischen Truppen konnten dabei entgegen der ursprünglichen Planung nur mit geringer französischer Unterstützung rechnen, da die Kämpfe um Verdun für Frankreich Priorität besaßen. Auch befanden sich unter ihren Soldaten zahlreiche unerfahrene Freiwillige. Trotzdem ordnete Haig einen massiven Frontalangriff der Infanterie auf großer Breite an.

Recherchen im Auftrag der BBC in deutschen Archiven im Jahre 2016 förderten zutage, dass Datum und Ort der britischen Offensive durch zwei britische Soldaten aus dem Norden Irlands mehrere Wochen im Voraus an deutsche Verhörer verraten worden waren. Entsprechend unternahm das deutsche Militär umfangreiche defensive Vorbereitungen am britischen Abschnitt der geplanten Somme-Offensive.

Eröffnungsschlachten bis Anfang August

Siebentägiges Trommelfeuer ab 24. Juni

Der britische Plan sah vor, so viele Geschütze wie möglich auf einen bestimmten Frontabschnitt zu konzentrieren, um die deutschen Schützengräben durch schwerstes Artilleriefeuer zu zerstören und den deutschen Fronttruppen maximale Verluste zuzufügen. Auf den Beschuss sollte dann ein massiver Infanterieangriff auf breiter Front folgen. Die Soldaten sollten das Niemandsland zwischen den Gräben „nur mit dem Spazierstock“ bewaffnet überqueren können. Die britischen Streitkräfte zogen im vorgesehenen Kampfgebiet 1437 Geschütze zusammen, die am 24. Juni 1916 das Feuer auf die deutschen Stellungen eröffneten. Innerhalb von sieben Tagen und Nächten wurden etwa anderthalb Millionen Geschützgranaten abgefeuert und das Gelände in eine nahezu unpassierbare Mondlandschaft verwandelt – was sich später noch als schwer zu überwindendes Hemmnis für den eigenen Nachschub auswirken sollte. Zusätzlich wurden chemische Waffen (Giftgas) eingesetzt sowie Abschnitte der deutschen Front unterminiert.

Ursprünglich sollte die britische Infanterie am 29. Juni angreifen. Wegen des schlechten Wetters wurde der Angriffsbeginn jedoch um 48 Stunden verschoben; zusätzliche Granaten für das von 5 auf 7 Tage verlängerte Trommelfeuer standen nicht zur Verfügung. Hinzu kam, dass viele der britischen Granaten mangelhaft produziert waren und entweder zu früh oder gar nicht explodierten. Britische Pioniereinheiten hatten in monatelanger Arbeit im Untertagebau eine Serie von 19 Minen unter den deutschen Linien an der Somme platziert und brachten diese zum Beginn des Angriffs am 1. Juli 1916 um 07:28 Uhr nahezu gleichzeitig zur Explosion. Der Knall soll selbst in London noch zu hören gewesen, Erde und Trümmer sollen bis zu 1200 Meter in die Luft geschleudert worden sein. Die größten dieser Sprengladungen waren die Hawthorn Ridge-Mine bei Beaumont-Hamel sowie die Y Sap- und Lochnagar-Minen bei dem Dorf La Boisselle, wo noch heute der riesige Lochnagar-Krater zu besichtigen ist. Der Krater ist mit einem Durchmesser von 91 Metern und einer Tiefe von 21 Metern der größte Krater des Ersten Weltkriegs.

Douglas Haig hatte seinen Gefechtsstand am 1. Juli auf Château Val Vion, 20 Kilometer hinter der Front bezogen und bot für den ersten Großangriff sechs Korps mit 20 Divisionen zwischen dem Flüsschen Ancre und der Somme auf, darunter mehrere neu ausgehobene Kitchener-Divisionen mit unerfahrenen Rekruten. Ihnen standen elf kampferfahrene deutsche Divisionen gegenüber.

Am Nordabschnitt des Angriffes bei Gommecourt beteiligte sich der rechte Flügel der britischen 3. Armee unter General Edmund Allenby mit drei Divisionen (VII. Korps unter General Thomas D’Oyly Snow) am Angriff.

Den Hauptangriff führte die britische 4. Armee mit fünf Korps:

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Schlacht an der Somme | World in Stories