An diesem Tag

Schimon Peres

Israelischer Politiker (1923–2016)

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Schimon Peres (hebräisch ; ursprünglich Szymon Perski; geboren am 2. August 1923 in Wiszniew, Republik Polen, heute Belarus; gestorben am 28. September 2016 in Tel Aviv, Israel) war ein israelischer Politiker und Friedensnobelpreisträger. Von 2007 bis Juli 2014 war er der 9. Staatspräsident Israels.

Peres war mit Unterbrechungen an mehreren Regierungen beteiligt. Zudem war er mehrmals Vorsitzender der israelischen Arbeitspartei Awoda, aus der er jedoch 2006 austrat.

Peres war von 1984 bis 1986 der achte Ministerpräsident Israels. Nach der Ermordung Jitzchak Rabins hatte er dieses Amt von 1995 bis 1996 erneut inne. Er war auch stellvertretender Regierungschef und Außenminister Israels in der Regierung Ariel Scharons von 2001 bis 2002. Ab Januar 2005 war er erneut Vize-Ministerpräsident in den Regierungen von Ariel Scharon und Ehud Olmert. Am 13. Juni 2007 wurde er von der Knesset als Nachfolger von Mosche Katzav zum neunten Staatspräsidenten Israels gewählt. Peres trat seine siebenjährige Amtszeit am 15. Juli 2007 an. Zu seinem Nachfolger wurde am 10. Juni 2014 Reuven Rivlin gewählt, der am 24. Juli 2014 sein Amt antrat.

Schimon Peres wurde im ostpolnischen Ort Wiszniew, dem heute belarussischen Wischnewa, als Sohn eines Holzhändlers geboren. 1934 wanderte er im Rahmen der fünften Alija mit seiner Familie nach Tel Aviv, damaliges Palästina, ein. Der in Polen verbliebene Großvater, Rabbiner Zwi Meltzer, wurde später von Nazis ermordet, als sie allen Juden vor Ort befahlen, sich in der Synagoge zu versammeln, um sie anschließend anzuzünden – niemand überlebte. Peres wurde an der Geula-Schule in Tel Aviv ausgebildet und in Landwirtschaft im Kinder- und Jugenddorf Ben Shemen, wo auch seine Frau Sonia ausgebildet wurde, die hier auch begraben liegt. Seit seinem 16. Lebensjahr gehörte Peres der Awoda-Vorgängerpartei Mapai an und schloss sich früh der israelischen Gewerkschaftsbewegung Histadrut an, in deren Jugendbewegung er zwischen 1941 und 1945 als Generalsekretär fungierte.

1947 schloss er sich der Hagana, dem Vorgänger der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, an und bekam von David Ben-Gurion das Aufgabenfeld Personal- und Waffenbeschaffung zugewiesen. In und nach dem israelischen Unabhängigkeitskrieg war er als Leiter des israelischen Seedienstes tätig. 1950 wurde Peres als Leiter einer Delegation des Verteidigungsministeriums in die USA geschickt. Während seines Aufenthalts dort studierte er an der Harvard University Verwaltungswissenschaften. Nach Israel zurückgekehrt, wurde er 1952 stellvertretender Generaldirektor des Verteidigungsministeriums und 1953 Generaldirektor (Staatssekretär). Er war maßgeblich für die Waffenbeschaffung verantwortlich. Am 22. Oktober 1956 nam er in Sèvres an den trinationalen vorbereitenden Geheimgesprächen für den Suezkrieg teil. 1957 schloss er mit dem bundesdeutschen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß ein förmliches, aber geheim gehaltenes Abkommen. Im selben Jahr gab ihm Maurice Bourgès-Maunoury die Zusage Frankreichs zur Lieferung angereicherten Urans.

1959 wurde er als Abgeordneter der Mapai in die Knesset gewählt. Von 1959 bis 1965 war er stellvertretender Verteidigungsminister. 1965 folgte er David Ben-Gurion, als der die Mapai verließ und die Partei Rafi gründete, deren Wiedervereinigung mit der Mapai er jedoch bereits 1967 betrieb. 1969 wurde er zum Minister für Einwanderung und Integration ernannt. 1970 schließlich wurde er Minister für Verkehr und Kommunikation.

1974 wurde er nach einer Periode als Informationsminister Nachfolger von Mosche Dajan als Verteidigungsminister in der Regierung Jitzchak Rabin.

Er war beteiligt an Waffenkäufen und der Herstellung strategischer Bündnisse, die für Israel von entscheidender Bedeutung waren, etwa in der engen Beziehung zu Frankreich, die es erlaubte, große Mengen qualitativ hochwertiger Waffen zu erwerben, die das regionale Machtgleichgewicht zu Gunsten Israels beeinflussten. Durch Peres’ Vermittlung erwarb Israel die moderne Dassault Mirage III und errichtete den Nuklearreaktor von Dimona. Als Hauptvermittler in der engen Französisch-israelischen Allianz seit Mitte der 1950er Jahre stand er nach 1958 wegen des Dimona-Projekts oft in schwierigen Verhandlungen mit Charles de Gaulle. Das Programm der nuklearen Aufrüstung war geheim. In einem Interview stellte er fest, dass er in den 1960er Jahren Arnon Milchan rekrutiert habe, für LAKAM zu arbeiten und so notwendige Unterstützung für das Nuklearprogramm zu geben.

Zwischen 1977 und 1992 war er als Chef der israelischen Arbeitspartei Awoda auch Vize-Präsident der Sozialistischen Internationale; beide Posten hatte er zwischen 2003 und 2005 erneut inne.

Obwohl Peres nie eine Wahl gewann, war er drei Mal – kurzzeitig ab April 1977 nach dem Rücktritt Rabins bis zu den Parlamentswahlen, von 1984 bis 1986 als Teil einer Rotationsabsprache mit dem Likud-Politiker Jitzchak Schamir (dem so genannten Israelischen Modell) und noch einmal zwischen 1995 und 1996 nach der Ermordung von Jitzchak Rabin – Ministerpräsident Israels.

Peres war bereits 1982 ein profilierter Kritiker der israelischen Invasion in den Libanon und vertrat die Ansicht, die Probleme mit den Palästinensern seien nur politisch, nicht militärisch zu lösen. 1985 befahl er als Regierungschef der aus zehn Parteien bestehenden „Regierung der nationalen Einheit“ den weitgehenden Rückzug der israelischen Armee aus dem Libanon.

Er erhielt 1994 zusammen mit Jassir Arafat und Jitzchak Rabin den Friedensnobelpreis für seine Verdienste im Oslo-Friedensprozess.

Jitzchak Rabin wurde am 4. November 1995 von einem religiös-fundamentalistischen israelischen Studenten ermordet, und Peres übernahm das Amt des Ministerpräsidenten.

1996 ordnete Peres nach Raketenangriffen der Hisbollah auf Nordisrael die so genannte „Operation Früchte des Zorns“ im Libanon an, in deren Folge während des israelischen Artillerieangriffs auf Kana das UNIFIL-Hauptquartier zerstört und 106 libanesische Zivilisten getötet wurden. Der Zwischenfall kostete Peres später die entscheidenden arabischen Stimmen in der verlorenen Direktwahl zum Ministerpräsidenten gegen Benjamin Netanjahu, nachdem er bis dahin als haushoher Favorit gegolten hatte. Die Niederlage gegen Netanjahu war sehr knapp: Peres erhielt 1.471.566 Stimmen und damit 49,5 %, Netanjahu 1.501.023 Stimmen und damit 50,5 %.

Yair Auron, Direktor des Jerusalemer Institute on the Holocaust and Genocide, warf Peres vor, durch Waffenlieferung an Serbien und Ruanda die dortigen Genozide in den 1990er Jahren mit ermöglicht zu haben. Auron verklagte das israelische Verteidigungsministerium auf die Herausgabe von Dokumenten über israelische Waffenlieferungen nach Ruanda im Jahr 1994, die Klage wurde jedoch mit Verweis auf die nationale Sicherheit abgewiesen. Seine Beweise stammen von einem Augenzeugen sowie aus einem Amnesty-Bericht aus 1995. Die Waffen wurden demzufolge von Mai bis Juli 1994, während der Massaker, von Israel und Albanien aus nach Ruanda verbracht. Auch an Serbien habe Israel nach dem UN-Embargo von 1991 Waffen geliefert. Peres habe sich geweigert, die Verbrechen Miloševićs zu verurteilen, der den ersten Genozid in Europa seit dem Holocaust angeführt habe. Seine Regierung habe nicht die geringste Verurteilung der Serben geäußert, sondern im Jahr 1992, als Milošević vielerorts als neuer Hitler Europas galt, eine Botschaft in Serbien eröffnet.1997 gründete er das Peres Center for Peace. Peres blieb Unterstützer des Oslo-Friedensprozesses und des palästinensischen Autonomieprozesses trotz der Ersten und Zweiten Intifada. Dennoch unterstützte Peres in der Opposition die Militärpolitik Ariel Scharons, mit Hilfe der israelischen Armee unter anderem Selbstmordattentate zu verhindern.

Am 31. Juli 2000 unterlag Peres bei der Wahl zum israelischen Präsidenten gegen Mosche Katzav. Die 120 Abgeordneten der Knesset entschieden sich mit 63 zu 57 Stimmen für Peres’ Gegenkandidaten.

Als Außenminister unterstützte Schimon Peres die strategische Allianz mit der Türkei und weigerte sich im April 2001, den Begriff „Holocaust“ auf den Völkermord an den Armeniern anzuwenden: „We reject attempts to create a similarity between the Holocaust and the Armenian allegations. Nothing similar to the Holocaust occurred. It is a tragedy what the Armenians went through, but not a genocide.“ Da Frankreich aufgrund der Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern von 1915 durch die Nationalversammlung aus dem Waffengeschäft mit der Türkei ausgeschlossen worden war, sicherte Peres Israel somit türkische Rüstungsaufträge im Umfang von über zwei Milliarden US-Dollar.

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