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Schachweltmeister

Gewinner einer Schachweltmeisterschaft

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Der Titel Schachweltmeister ist die höchste Auszeichnung im Schachspiel, die – in der Regel – nach vorausgehenden Qualifikationsturnieren und schließlich durch einen Zweikampf um die Schachweltmeisterschaft vergeben wird. Als erster offizieller Schachweltmeister gilt der Österreicher Wilhelm Steinitz nach seinem Wettkampfsieg gegen Johannes Hermann Zukertort im Jahr 1886. Amtierender Weltmeister ist seit 2024 der Inder D. Gukesh, der den Titel bei der Schachweltmeisterschaft 2024 errang.

Die Wettbewerbe zur Erlangung des Titels „Schachweltmeister“ wurden in Abgrenzung zur separaten Schachweltmeisterschaft der Frauen historisch auch als „Schachweltmeisterschaft der Männer“ bezeichnet. Seit einer entsprechenden Klärung in den späten 1980er Jahren steht der Titel aber generell Männern und Frauen offen. Beschränkt für Altersstufen gibt es die Juniorenweltmeisterschaft (U20), die Jugendweltmeisterschaften in den Altersklassen U8–U18 und die Seniorenweltmeisterschaft – alle ebenfalls offen für beide Geschlechter, aber auch mit eigenen Wettbewerben für Spielerinnen. Dazu gibt es Weltmeisterschaften im Blitzschach, Schnellschach, Fischerschach und Fernschach.

Weltmeisterschaften werden als Zweikampf über mehrere Partien zwischen dem Weltmeister und einem Herausforderer ausgetragen. In den Jahren 1948 und 2007 ermittelte man den Weltmeister dagegen durch ein Rundenturnier mit mehreren Teilnehmern. Der Herausforderer muss sich üblicherweise durch den Gewinn des Kandidatenturniers für den WM-Zweikampf qualifizieren.

Eine zwischenzeitliche Trennung des Weltmeistertitels vom Weltverband FIDE seit 1993 wurde durch die Schachweltmeisterschaft 2006 wieder rückgängig gemacht. Während dieser Zeit führte die FIDE Weltmeisterschaften durch, deren Sieger jedoch nicht als allgemein anerkannte Weltmeister galten.

Weltbeste Spieler vor Einführung der offiziellen Weltmeisterschaftskämpfe

Das moderne Schach entstand etwa um 1475 vermutlich im spanischen Valencia durch die Änderung der Gangart des Läufers und der Dame. An diesem Prozess wesentlich beteiligt waren die Literaten Francesc de Castellví i de Vic, Narcís Vinyoles, Bernat Fenollar und Francesc Vicent. Dies dürften auch die besten Spieler ihrer Zeit gewesen sein. Ein Zeugnis dieser frühesten Entwicklungsphase ist das katalanische Schachgedicht Scachs d’amor. In der Folge erschienen gedruckte Schachabhandlungen von Francesc Vicent (1495), Luis Ramírez Lucena (1497) und Pedro Damiano (1512), welche an diese Tradition anknüpften.

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts galt der Spanier Ruy López de Segura als bester Spieler der Welt. Er wurde im Jahre 1575 im ersten internationalen Schachturnier der Geschichte am Hofe des spanischen Königs Philipp II. in Madrid vom Sizilianer Giovanni Leonardo da Cutri mit 2:3 geschlagen.

Im Anschluss besiegte Leonardo da Cutri auch den besten portugiesischen Spieler El Morro „in vielen Spielen“ und, zurück in Madrid, seinen italienischen Landsmann Paolo Boi mit 2:1.

Zu den besten Schachspielern ihrer Zeit gehörte auch Giulio Cesare Polerio. Diese Persönlichkeiten begründeten das Goldene Zeitalter des italienischen Schachs. Diese Tradition wurde um 1600 durch Alessandro Salvio und von etwa 1620 bis 1634 von Gioacchino Greco fortgesetzt.

Um 1700 galt der Schotte Alexander Cunningham als bester Spieler Europas.

Ab etwa 1730 blühten die Italiener mit ihren Theoretikern Domenico Lorenzo Ponziani, Ercole del Rio und Giambattista Lolli nochmals auf. Gleichzeitig entwickelte sich im Café de la Régence in Paris eine rege Schachszene, welche die italienische Vormachtstellung im europäischen Schach allmählich überflügelte und ablöste. Die Franzosen François Antoine Legall de Kermeur (1730–1745), François-André Danican Philidor (1745–1795), Verdoni (1795–1804), Alexandre Deschapelles (1804–1820) und Louis-Charles Mahé de La Bourdonnais (1820–1840) lösten einander als weltbeste Spieler ab. Berühmtheit erlangte La Bourdonnais durch sechs aufeinander folgende Wettkämpfe (insgesamt 85 Partien) gegen den Iren Alexander MacDonnell in London 1834, die der Franzose gewann.

Nach dem Wettkampfsieg des Engländers Howard Staunton über den Franzosen Pierre Saint-Amant in Paris 1843 galt nun England als führende Schachnation. Staunton war es auch, der sich maßgeblich für die Durchführung eines der ersten internationalen Schachturniere einsetzte. Dieses Turnier fand anlässlich der Weltausstellung 1851 in London statt. Überraschend gewann nicht der englische Vorkämpfer, sondern es siegte der bis dahin gänzlich unbekannte Deutsche Adolf Anderssen aus Breslau, der dabei im Halbfinale auch den direkten Vergleich gegen Staunton mit 4:1 für sich entschied.

Anderssens Sieg ließ ihn nun in der Schachwelt als weltbesten Spieler gelten. 1858 spielte Anderssen in Paris einen Wettkampf gegen den US-Amerikaner Paul Morphy. Morphy errang einen glänzenden Sieg, der Amerikaner beendete allerdings bald danach seine Schachkarriere, sodass Anderssen nun wieder als führender Meister der Welt galt.

Nachdem der Österreicher Wilhelm Steinitz 1866 Anderssen in einem in London gespielten Wettkampf bezwungen hatte, galt er als unbestritten bester Spieler der Welt.

Geschichte der Weltmeisterschaften

Nach seinem überwältigenden Sieg beim großen Internationalen Turnier in London 1883 (vor Steinitz) betrachtete sich Johannes Hermann Zukertort als Champion of the World und forderte Steinitz’ Führungsanspruch heraus. Die Schachwelt erwartete einen Zweikampf dieser Rivalen und bekam ihn: Durch seinen 12,5:7,5-Sieg (+10 =5 −5) über Zukertort im Wettkampf vom 11. Januar bis zum 29. März 1886 gilt Wilhelm Steinitz allgemein als der 1. Schachweltmeister.

Nach Steinitz’ Wettkampfsieg fanden sich etliche Herausforderer, die mit ihm um die Weltmeisterschaft spielen wollten. Bis 1948 entschied allein der Weltmeister, wessen Herausforderung er annahm und wem er einen Weltmeisterschaftskampf verweigerte. Der Titelhalter bestimmte die Bedingungen und das Preisgeld fast nach Belieben.

Insbesondere während der Zeit Emanuel Laskers auf dem Weltmeisterthron wurde dies oft kritisiert, da würdige Gegner nicht oder erst nach langjährigen Verhandlungen zum Zuge kamen.

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