An diesem Tag

Schönstattbewegung

Spirituelle Bewegung in der katholischen Kirche

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Die Schönstattbewegung (auch Apostolische Bewegung von Schönstatt) ist eine internationale Vereinigung von Gläubigen in der katholischen Kirche mit apostolischer Ausrichtung. Ursprungsort wie geistlicher Mittelpunkt ist Schönstatt, ein Ortsteil von Vallendar bei Koblenz. Die föderal aufgebaute Bewegung wird durch das sogenannte Generalpräsidium koordiniert, das seinen Sitz in Schönstatt hat.

Die Geschichte der Schönstattbewegung war anfangs stark durch die beiden Weltkriege geprägt, in denen viele Schönstätter in Kontakt mit anderen Soldaten und Gefangenen kamen. Zwischen den Kriegen wuchs die junge Bewegung stark an. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand sie auf dem Prüfstand der katholischen Kirche und war im Konflikt mit den Pallottinern. Nach dem zweiten Vatikanischen Konzil wurden die Ideen Josef Kentenichs bestätigt und die Bewegung breitete sich weiter aus.

Der Gründer der internationalen Schönstattbewegung, Pater Josef Kentenich, war ab Ende Oktober 1912 Spiritual des Studienheims der Pallottiner, eines Knaben-Internats in Schönstatt bei Vallendar, und als solcher mit der Aufgabe der seelischen Begleitung und Unterstützung der Jugendlichen betraut. Dabei entwickelte und lehrte er die Kentenich-Pädagogik, eine pädagogische Technik, mit der der Erzieher dem zu Erziehenden hilft, sein individuelles Ideal zu erkennen und zu entfalten. Zu Kentenichs berühmtesten Schülern gehört u. a. Josef Engling.

Als Spiritual erkannte er, dass die Kirche seiner Zeit aus unzähligen Formen, Regeln und Traditionen bestand, jedoch im Leben und den Herzen der Menschen oft kaum mehr als eine Pflicht war.

Bereits in den Weihnachtsferien 1912/13 gründete er mit interessierten Schülern einen Missionsverein, der sich zu einer am 19. April 1914 gegründeten Marianischen Kongregation weiterentwickelte, deren Schwerpunkte die Eucharistie und die Mission waren. Zentrales Thema waren die Erneuerung des katholischen Glaubens, weniger von der theoretischen Seite als vielmehr infolge Beobachtung des Lebens.

Als Versammlungsraum richtete sich die Gruppe eine leer stehende ehemalige Friedhofskapelle des früheren Augustinerinnen-Klosters Schönstatt her. Diese Kapelle wurde im Laufe der Jahrzehnte als Urheiligtum zum geistigen Mittelpunkt der Bewegung.

Im Ansinnen, den christlichen Glauben wieder mit dem alltäglichen Lebensvollzug in Einklang zu bringen, schlossen er und die Mitglieder der Marianischen Kongregation am 18. Oktober 1914 zum ersten Mal das Liebesbündnis, ein Bündnis mit Maria nach dem Vorbild des biblischen Gottesbundes. Dieser Vorgang wurde später als Gründungsurkunde bekannt.

Zu zentralen Themen für die sich entwickelnde Kongregation wurden

der psychologische Zugang zur eigenen individuellen Persönlichkeit und die daraus erstehenden Ansatzpunkte für einen persönlichen Glauben,

die Betonung der Gemeinschaft und

mithilfe einer Idealpädagogik der eigenen Berufung auf die Spur zu kommen (sowohl persönlich als auch für ein Ehepaar oder eine ganze Gruppe). Ihr liegt der Gedanke zugrunde, dass Gott in der eigenen Persönlichkeit, in der Beziehung eines Paares oder im Zusammenkommen einer Gruppe eine Idee (oder auch Sinn) grundgelegt hat, der es nachzuspüren und die es bspw. über die Anwendung einer Geistlichen Tagesordnung Schritt für Schritt zu verwirklichen gilt (Werde, was du bist!).

Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden die jungen Männer des Internates als Soldaten einberufen. So verbreiteten sie ihre Ideen auch unter ihren Kameraden und fanden in religiös interessierten Soldaten Anhänger.

Als Kommunikationsmittel diente die Zeitschrift „Mater ter admirabilis“, in der Briefausschnitte von Soldaten und Berichte über Ereignisse in Schönstatt zu lesen waren.

Nach Kriegsende wurde Pater Kentenich für die Betreuung der inzwischen deutlich gewachsenen Gruppe freigestellt.

Am 20. August 1919 gründete eine Gruppe von ehemaligen Soldaten den Apostolischen Bund, ein Jahr später entstand die Apostolische Liga.

Bald schon schlossen sich auch Frauen der Bewegung an und bildeten den Frauenbund; erste Mitglieder wurden am 8. Dezember 1920 Gertraud Gräfin von Bullion und ihre Cousine Marie Christmann.

In den 1920er-Jahren erfuhr die junge Bewegung eine große Verbreitung. Insbesondere bei Lehrern, Theologiestudenten und Priestern fand sie Anklang.

Durch das Anwachsen der Bewegung entstanden in den folgenden Jahren viele Gemeinschaften: Aus dem Frauenbund entstanden 1926 die Schönstätter-Marienschwestern und 1938 die Frauen von Schönstatt.

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