Saturday Night Fever ist ein US-amerikanischer Tanzfilm über das Leben junger Menschen in der New Yorker Diskothekenszene und der dort entstandenen Subkultur. Regie führte John Badham nach einem Drehbuch von Norman Wexler. Der Film basiert auf einem Artikel des britischen Musikjournalisten Nik Cohn, der im Jahr 1976 unter dem Titel Tribal Rites of the New Saturday Night im New York Magazine erschien.
Der Film erschien 1977, prägte eine ganze Generation und löste Ende der 1970er Jahre eine weltweite Disco-Welle aus, die sich in der Musik, der Mode und dem Lebensstil der Jugendlichen widerspiegelte. Die Filmmusik der Bee Gees mit Titeln wie Stayin’ Alive, Night Fever und How Deep Is Your Love gehört zu den bisher meistverkauften Soundtracks.
John Travolta spielt den einfachen Angestellten Tony Manero, der am Wochenende zum König der Disco-Tanzfläche wird. Er erhielt eine Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller und gelangte durch den Film zu Weltruhm. Im Jahr 1983 drehte Sylvester Stallone die profitable Fortsetzung Staying Alive, erneut mit Travolta und Musik der Bee Gees.
Tony Manero ist ein junger Italoamerikaner aus Bay Ridge, Brooklyn. Er lebt in bescheidenen Verhältnissen in einem streng katholischen Elternhaus und ist Angestellter in einem Farbengeschäft. Sein Bruder ist Priester und der Stolz der Familie. Tonys wöchentlicher Höhepunkt ist der Besuch der Diskothek 2001 Odyssey in einem heruntergekommenen Viertel von Brooklyn. Dort ist er nicht mehr der kleine Angestellte des Alltagslebens, hier ist er der „König der Tanzfläche“. Ansonsten verbringt er Zeit mit seinen Freunden aus der Nachbarschaft. Gelegentlich verwickelt sich die Gruppe in Schlägereien mit verfeindeten Jugendlichen.
In der Disco lernt Tony eines Tages die etwas ältere Stephanie kennen und beschließt, statt (wie versprochen) mit Annette lieber mit ihr an einem großen Tanzwettbewerb teilzunehmen. Obwohl Tony an einer Beziehung mit ihr interessiert wäre, lehnt Stephanie dies zunächst ab, da sie meint, größere Ziele verfolgen zu können, und Tony nicht ihrem Niveau entspreche. Stephanie ist im Begriff, nach Manhattan zu ziehen und den ärmlichen Stadtteil Bay Ridge hinter sich zu lassen. Stephanie und Tony trainieren gemeinsam und gewinnen den Tanzwettbewerb, doch Tony kann sich im Gegensatz zu Stephanie über den Sieg nicht freuen, da ein konkurrierendes Paar, das nach Tonys Meinung eindeutig besser war, nur aufgrund seiner puerto-ricanischen Abstammung den ersten Preis nicht bekommen habe. Der aufgebrachte Tony gibt den Latinos die Trophäe und versucht kurz darauf, Stephanie zu vergewaltigen, doch diese kann sich ihm entziehen und flüchtet.
Nun trifft Tony seine Freunde. Zwei von ihnen, Double Jay und Joey, vergewaltigen während einer gemeinsamen Autofahrt Annette, die sich aus verschmähter Liebe zu Tony betrunken hat. Anschließend kommt Tonys bester Freund Bobby bei einer Mutprobe auf der Verrazzano-Narrows Bridge zu Tode, nachdem er sich zuvor bitterlich darüber beklagt hat, von Tony vernachlässigt worden zu sein: Bobby hatte seine Freundin Pauline geschwängert und sah sich daher von seinem katholischen Umfeld bedrängt, sie gegen seinen Willen zu heiraten; statt ihm in dieser Lebenskrise beizustehen, hatte sich Tony ganz auf Stephanie konzentriert und Bobby nicht einmal angerufen. Erschüttert und angeekelt von sich selbst fährt Tony die ganze Nacht lang mit der U-Bahn, um den Kopf freizubekommen, und klingelt anschließend bei Stephanie. Nach einer Aussprache beschließen Tony und Stephanie, Freunde zu sein.
Der Film wurde überwiegend in Bay Ridge im Stadtteil Brooklyn, New York gedreht. Der Film startete am 16. Dezember 1977 in den US-Kinos und entwickelte sich zu einem großen Erfolg an den Kinokassen. Gegenüber einem geschätzten Budget von 3 Mio. US-Dollar hatte er dort nach elf Tagen bereits 11 Mio. US-Dollar eingespielt. Insgesamt kommt er auf ein weltweites Einspielergebnis von rund 235 Mio. US-Dollar. Inflationsbereinigt entspricht dies inzwischen Gesamteinnahmen von etwa 1,216 Mrd. US-Dollar. Der Film startete am 13. April 1978 ungekürzt in den bundesdeutschen Kinos. Für 3 Millionen Kinobesucher in 18 Monaten erhielt er 1978 die Goldene Leinwand.
Die Marketingstrategie der Produzenten, Teile der Filmmusik vor Filmstart zu veröffentlichen, erzeugte eine Win-win-Situation und war richtungsweisend. Das Prinzip des Cross-Marketing war geboren. Stephen Holden schrieb dazu acht Jahre später in der New York Times: „Saturday Night Fever bewies, dass die Marketingkooperation eines Films und seines Soundtrack-Albums einen doppelten Blockbuster erzeugen kann, und die Filmmusik spielt seitdem eine andere Rolle als vorher.“
Die Veröffentlichungspolitik indes wurde von der Presse kritisch aufgenommen. Michael Heim erläuterte 2007 in einestages die Eckpunkte der Diskussion und schrieb: „Die Produktionsfirma Paramount ließ den Film 1978 sprachlich und szenisch entschärfen, um eine jugend-taugliche Alterseinstufung zu bekommen und unter den Teens noch einmal ungehemmt Kasse machen zu können.“ Die ursprüngliche Version von 1977 ist 118 Minuten lang und wurde von der Motion Picture Association of America in die Bewertungskategorie R gruppiert, durch die Überarbeitung 1978 entstand eine 113 Minuten lange Kinofassung, dies führte zu einer Herabstufung in die PG-Gruppe.
Nik Cohn erklärte Jahre später in mehreren Interviews, dass Tribal Rites of the New Saturday Night nicht auf recherchierten Tatsachen beruhe, sondern ein unter Termindruck und Unkenntnis der Brooklyner Discoszene entstandener Artikel sei.
Von diesem Film gibt es zwei Synchronfassungen. Die erste erstellte die Berliner Synchron zum deutschen Kinostart. Dialogregie führte Arne Elsholtz nach eigenem Dialogbuch. 2001 wurde der Film bei EuroSync in Berlin für die DVD-Veröffentlichung neu synchronisiert. Dialogbuch und -regie übernahm nun Travoltas Stammsprecher Thomas Danneberg. In einem Interview für die Spencer/Hill-Bonus-DVD begründete er dies damit, dass die alte Tonspur nicht Dolby-Digital-5.1-geeignet war. Dennoch sind beide Tonfassungen auf der 2002 veröffentlichten DVD enthalten.
Neben der Dokumentation des Zeitgeists der späten 1970er Jahre ist Saturday Night Fever auch eine Coming-of-Age-Geschichte: Tony, der das Tanzen anfangs nur als Ausgleich zu seiner monotonen Arbeit sieht, lernt in seiner Beziehung zu Stephanie, die einen sozialen Aufstieg anstrebt, auch einen anderen Lebensstil kennen. Dies ermöglicht ihm schließlich selbst einen beruflichen Neuanfang in einem besseren New Yorker Stadtteil. In der Originalfassung, die 1977 in die Kinos kam, spielen sozialkritische Elemente eine Rolle; in der 1978 veröffentlichten, jugendfreien Version fehlen diese zu Teilen – insbesondere eine Vergewaltigungsszene.
Saturday Night Fever erhielt ein gutes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes größtenteils freundliche Besprechungen und ordnet den Film damit als „Verbrieft Frisch“ ein. Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „Grundsätzlich Wohlwollend“ aus.
Auszeichnungen und Bestenlisten
1978: Nominierung von John Travolta in der Kategorie Bester Hauptdarsteller
1978: Nominierung in der Kategorie Bester Film – Komödie oder Musical
1978: Nominierung von John Travolta in der Kategorie Bester Hauptdarsteller – Komödie oder Musical
1978: Nominierung von Barry, Maurice und Robin Gibb und David Shire in der Kategorie Beste Filmmusik