Sat.1 (eigene Schreibweise: SAT.1) ist ein deutscher privater Fernsehsender mit Vollprogramm, dessen Sitz in Unterföhring bei München liegt. Der Sender gehört zur ProSiebenSat.1 Media SE, deren Gründer Leo Kirch war.
Am 1. Januar 1984 läutete der Sender einen Tag vor dem Sendestart von RTL plus die Ära des regulären Privatfernsehens in der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des Ludwigshafener Kabelpilotprojekts ein. Um 9:58 Uhr ging die Programmgesellschaft für Kabel- und Satellitenrundfunk (PKS) aus einem Kellerstudio in Ludwigshafen am Rhein auf Sendung. Mit dem Satz: „Guten Morgen meine Damen und Herren […] Sie sind in dieser Minute Zeuge des Starts des ersten deutschen privaten Fernsehveranstalters, der Sie mit einem Vollprogramm täglich ab 16 Uhr 45 über den Nachmittag und Abend begleiten wird.“ begrüßte Jürgen Doetz, der damalige Geschäftsführer des Senders, gemeinsam mit der Moderatorin Irene Joest um 10:30 Uhr die Zuschauer. Diese Aussage stimmt nur teilweise: PKS war nicht der erste deutsche private Fernsehsender, sondern „nur“ der erste in Deutschland gegründete. 1954 ging Telesaar im Saarland auf Sendung, das zu dieser Zeit noch nicht zur Bundesrepublik gehörte, und konnte den Sendebetrieb nach Eingliederung des Saarlands in die Bundesrepublik noch rund ein Jahr darüber hinaus weiterführen.
Ab 10:33 Uhr folgte zur Eröffnung die Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel. Das weitere Programm des ersten Sendetages war:
10:55 Uhr: Abenteuer Wildnis, Dokumentarserie
11:42 Uhr: Hänsel und Gretel, Puppentrickfilm nach der Märchenoper von Engelbert Humperdinck
13:00 Uhr: Solid Gold, Musikshow
14:00 Uhr: Karussell des Lebens, Zeichentrickfilm
15:10 Uhr: Schwanensee, Ballett von Pjotr Iljitsch Tschaikowski mit Margot Fonteyn und Rudolf Nurejew
17:00 Uhr: Mit Wölfen leben, Dokumentarfilm
18:25 Uhr: Die Fledermaus, Operettenfilm frei nach Johann Strauss mit Peter Alexander, Marianne Koch, Hans Moser und Marika Rökk
20:15 Uhr: Matt Houston, Krimiserie
21:45 Uhr: Der Unverbesserliche, Spielfilm mit Jean-Paul Belmondo
23:20 Uhr: Beethovens 9. Symphonie, Dirigent Herbert von Karajan, Berliner Philharmoniker
Das Logo von PKS war eine zweifarbige (rot und blau) stilisierte Satellitenantenne mit den Buchstaben PKS. Der Sender konnte zu Beginn nur von rund 1200 Kabelhaushalten im Ludwigshafener Kabelpilotprojekt empfangen werden. Mit Start des zweiten Kabelpilotprojekts in München am 1. April 1984 wurde das Programm auch über den europäischen Satelliten ECS 1 verbreitet. Zudem startete eine analoge, terrestrische Ausstrahlung. Dabei kamen aber zumeist nicht die für die terrestrische Verbreitung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zuständigen Grundnetzsender zum Einsatz, sondern kleine Fernmeldetürme zur gezielten Versorgung größerer Städte. Am 1. Januar 1985 benannte sich der Sender von PKS in Sat.1 um. Seit 8. Dezember 1989 sendet Sat.1 über die Astra-Position 19,2° Ost.
Am 1. Oktober 1987 startete Sat.1 als zweiter deutscher Fernsehsender nach RTL plus ein werktägliches Frühstücksfernsehen (Guten Morgen mit Sat.1). Am 12. September 1990 kam es zur Einweihung des Sat.1-Sendezentrums in Mainz, von dem bis zur Eröffnung des Sat.1-Medienzentrums in Berlin am 30. August 1999 gesendet wurde.
Im Januar 1991 verschwand das Testbild, das bis dahin noch nach Programmschluss gesendet wurde. In der programmfreien Zeit wurde dann der Sat.1-Text gesendet. Seit Mitte 1993 sendet Sat.1 ein 24-Stunden-Programm.
Wochentags um 17:30 Uhr werden regionale Nachrichtensendungen unter dem Titel 17:30 Sat.1 in den Ländern Bremen, Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern ausgestrahlt.
1992 erwarb Sat.1 die Erstverwertungsrechte an der Fußball-Bundesliga im Free-TV und es kam am 14. August 1992 zur ersten Ausstrahlung der neuen Fußballshow ran – Sat.1 Bundesliga. Bis 2003 hielt der Sender die Rechte.