An diesem Tag

Sardinischer Krieg

Zweiter Italienischer Unabhängigkeitskrieg gegen die Habsburgermonarchie 1859

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Der Sardinische Krieg, auch Zweiter Italienischer Unabhängigkeitskrieg genannt, war einer der drei Italienischen Unabhängigkeitskriege. Er wurde 1859 zwischen dem Kaisertum Österreich einerseits und Sardinien-Piemont und dem französischen Kaiserreich unter Napoleon III. andererseits geführt. Napoleon III. hatte Sardinien zum Krieg ermutigt und sich für seine Hilfe die Grafschaft Nizza und Savoyen versprechen lassen. Sardinien-Piemont wollte das Königreich Lombardo-Venetien von österreichischer Herrschaft befreien und sich selbst einverleiben. Napoleons Plan war es, ein geeintes Italien unter französischer Vorherrschaft zu errichten. Im Ergebnis trat Österreich den westlichen Teil Lombardo-Venetiens (die Lombardei) an Frankreich ab, während es den östlichen Teil (Venetien) behielt. Frankreich übertrug die Lombardei an Sardinien-Piemont. Durch die Erschütterung der österreichischen Herrschaft in Norditalien schlossen sich noch weitere Staaten Sardinien-Piemont an, woraus schließlich 1861 das Königreich Italien entstand.

Nach den Erfahrungen der Revolutionen und Kämpfe der Jahre 1848 und 1849 leitete die Regierung des Königreichs Sardinien eine Phase der Reformen und der politischen und militärischen Vorbereitungen für einen erneuten italienischen Freiheitskampf ein. Diese Politik wurde maßgeblich vom neuen Ministerpräsidenten Camillo Benso von Cavour gestaltet. Durch die Beteiligung am Krimkrieg gelang es ihm, die italienische Frage auf die politische Agenda der Regierungen Frankreichs und Großbritanniens zu bringen, die er als Verbündete im Kampf gegen die europäische Großmacht Österreich als unverzichtbar erachtete. Im Juli 1858 schloss er mit Napoleon III. in Plombières-les-Bains einen Geheimvertrag. Dieser sah für den Fall eines österreichischen Angriffs die französische Unterstützung für Sardinien vor. Cavour beanspruchte Oberitalien für Sardinien und ging auf Napoleons Idee einer Konföderation Italiens unter Berücksichtigung des Kirchenstaates ein. Im Gegenzug sollte das Königreich Sardinien auf sein Stammland Savoyen und die Grafschaft Nizza zugunsten Frankreichs verzichten. Zusätzlich wurde die Allianz durch die Vermählung der ältesten Tochter des Königs von Sardinien, des späteren italienischen Königs Viktor Emanuel II., der Prinzessin Marie Clotilde von Savoyen, mit dem Cousin Napoléons III., Napoléon Joseph Charles Paul Bonaparte („Plon-Plon“), besiegelt.

Durch seine Neujahrsrede am 1. Januar 1859 vor dem diplomatischen Korps und seine Worte an den österreichischen Gesandten provozierte Napoleon III. Österreich. Nach einer ähnlichen Rede König Viktor Emanuels begann auf Seiten Österreichs die militärische Aufrüstung. Sie konnte Frankreich den passenden Vorwand abgeben, um das bedrohte Sardinien gegen die Angriffspläne Österreichs zu schützen. Die Politik Cavours zielte darauf, Österreich zum faktischen Angriff zu provozieren, was ihm auch gelang, nachdem die Friedensmission des britischen Gesandten Lord Cowley im März 1859 in Wien gescheitert und der Antrag Russlands auf einen Kongress von Österreich nur unter der unmöglichen Bedingung angenommen worden war, dass Sardinien einseitig abrüste und zudem vom Kongress ausgeschlossen bliebe. Der nach Berlin entsandte Erzherzog Albrecht von Österreich-Teschen erfuhr von Prinzregent Wilhelm unter Berufung auf die Artikel 46 und 47 der Wiener Schlussakte, dass mit Preußens Unterstützung nur dann zu rechnen sei, wenn Österreich von Frankreich angegriffen werde.

Durch die irrtümliche Annahme, dass Frankreich der Urheber der Spannungen war, um seine Aufrüstung zu begründen, versuchte die österreichische Regierung durch rasches Losschlagen einen Vorsprung zu gewinnen und wurde dadurch wirklich zum Friedensbrecher, indem sie am 19. April 1859 in Turin ein Ultimatum überreichte. Sardinien habe sich binnen drei Tagen zu entwaffnen oder es werde ein Angriff seitens Österreichs erfolgen. Da die Antwort ablehnend lautete, marschierten die Österreicher am 29. April unter dem Oberbefehl des Grafen Ferencz József Gyulay an drei Stellen im Piemont ein.

Die französische Armee in Italien war etwa 170.000 Mann stark. Sie war gegliedert in sechs Korps und wurde von Kaiser Napoleon III. selbst geführt.

Französische Armee in Italien (Napoleon III.)

I. Korps (Achille Baraguey d’Hilliers)

II. Korps (Patrice de Mac-Mahon)

III. Korps (François Certain de Canrobert)

Kaisergarde (Auguste Regnaud de Saint-Jean d’Angely)

Die Armee Sardiniens umfasste etwa 60.000 Mann und 90 Geschütze, gegliedert in fünf Divisionen. Sie wurde angeführt von König Viktor Emanuel, der von Alfonso La Marmora unterstützt wurde. Die Divisionskommandeure waren die Generale Castelborgo, Manfredo Fanti, Giovanni Durando, Enrico Cialdini und Domenico Cucchiari.

Die Österreicher unter Feldzeugmeister Ferencz József Gyulay hatten zu Beginn des Krieges etwa 120.000 Mann und 364 Geschütze zur Verfügung. Diese Stärke hätte ausgereicht, um die piemontesische Armee zu schlagen, noch bevor sie sich mit dem französischen Heer, das großteils bei Genua gelandet war, vereinigen konnte.

I. Korps (FML Eduard Clam-Gallas) mit Division FML Graf Montenuovo und FML Cordon

II. Korps (FML Eduard Franz von Liechtenstein) mit Division Jelačić und Division Herdy

III. Korps (Fürst Edmund zu Schwarzenberg) mit Division FML Schönberger und Division FML Martini

V. Korps (FML Philipp von Stadion und Thannhausen) mit Division FML Sternberg und Division FML Paumgartten

VII. Korps (FML Thomas Friedrich von Zobel) mit Division FML Reischach und Division FML Lilia

VIII. Korps (FML Ludwig von Benedek) mit Division FML Berger und Division FML Lang

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Sardinischer Krieg | World in Stories