An diesem Tag

Sapporo

Millionenstadt auf der japanischen Insel Hokkaido

Anúncio

Sapporo (japanisch 札幌市 Sapporo-shi, Ainu サッ・ポロ・ペッ Satporopet dt. „trockener, großer Fluss“) ist mit 1,9 Millionen Einwohnern die größte Stadt und Präfekturhauptstadt von Hokkaidō, der nördlichsten der 47 Präfekturen Japans. Sapporo ist auch der Verwaltungssitz der Unterpräfektur Ishikari.

Der mit der Errichtung des modernen Kaiserreichs in der Meiji-Restauration geschaffene Landkreis Sapporo (札幌郡 Sapporo-gun) der Provinz Ishikari wurde 1869 Sitz der Kaitakushi(開拓使), der Kolonialverwaltung von Ezochi, 1882 Sitz der Präfekturverwaltung von Sapporo, nach der Gründung von Hokkaidō 1886 Sitz der im Kaiserreich direkt dem Innenministerium unterstellten Verwaltung von Hokkaidō, das erst seit 1946 gesetzlich gleichwertig als Präfektur gilt.

Der Vorläufer der Stadt Sapporo, der Sapporo-ku (札幌区; ~„Stadtkreis Sapporo“) wurde 1879 vom Landkreis Sapporo getrennt, zu dem weiter das Dorf Sapporo gehörte. 1922 ging aus dem Stadtkreis die in diesem Artikel beschriebene Sapporo-shi/Stadt Sapporo hervor. Das Dorf Sapporo wurde erst 1955 in die Stadt Sapporo eingemeindet. Erst in den 1950er Jahren löste die Stadt Sapporo das nahegelegene und deutlich ältere Otaru als bevölkerungsreichste Stadt Hokkaidōs ab. Die Stadt wurde, ähnlich wie Kyōto oder viele amerikanische Städte, in einem Schachbrettmuster geplant.

Sapporos landwirtschaftliche Universität, die 1869 gegründet wurde und anfangs in Tokio beheimatet war, ist auch durch ihren ersten Präsidenten, William Smith Clark, bekannt geworden. Er wurde von der japanischen Regierung als Berater in Erziehungsfragen eingeladen. Vor allem die Abschiedsworte an seine Studenten, von denen er viele zum Christentum bekehrt hatte, haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen: Boys, be ambitious! (dt. „Jungs, seid ehrgeizig!“).

Ereignisse ab dem 20. Jahrhundert

Sapporo war als Austragungsort der V. Olympischen Winterspiele 1940 vorgesehen. Infolge des Beginns des zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges musste Japan die Spiele am 16. Juli 1938 an das IOC zurückgeben. Vor Luftangriffen und Bombardierungen durch die USA im Zweiten Weltkrieg ist Sapporo verschont geblieben.

Schließlich vergab das IOC die Olympischen Winterspiele 1972 an Sapporo. Das waren die ersten Olympischen Winterspiele in Asien. Seitdem verbindet eine Städtepartnerschaft Sapporo mit München, dem Austragungsort der Olympischen Sommerspiele desselben Jahres.

Anlässlich dieses großen internationalen Sportereignisses führten die Organisatoren das Sapporo-Schneefestival als Bestandteil der Olympischen Sportkultur ein und griffen damit auf eine in der Region verbreitete Veranstaltung zurück. Hier gestalteten eingeladene Künstler aus Schnee und Eis eindrucksvolle Skulpturen. Dieses Festival etablierte sich in der Folge als jährliches Event.

Im Jahr 1978 scheiterte Sapporo bei dem Versuch, 1984 ein zweites Mal nach 1972 Olympische Winterspiele ausrichten zu dürfen, erst in der Stichwahl gegen Sarajewo.

Eine ursprünglich geplante Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2016 gegen die innerjapanischen Konkurrenten Fukuoka und Tokio gab Bürgermeister Fumio Ueda mit Verweis auf die hohen Kosten 2006 auf. Eine weitere Bewerbung für die Austragung der Olympischen Winterspiele 2026 wurde im Verlauf des Bewerbungsverfahrens ebenfalls zurückgezogen.

Die Stadt Sapporo hat viele Parks. So z. B. den Ōdōri-Park im Zentrum der Stadt, in dem über das Jahr verschiedene jährliche Veranstaltungen und Festivals stattfinden. Zu den größten Parks der Stadt zählt auch der Moerenuma-Park, der nach den Plänen des japanisch-amerikanischen Künstlers und Landschaftsarchitekten Isamu Noguchi errichtet wurde.

Sapporo gliedert sich in 10 Stadtbezirke (ku):

Angrenzende Städte und Gemeinden

Wie in jeder japanischen Gemeinde führt ein von den Einwohnern direkt gewählter Bürgermeister die Verwaltung und repräsentiert die Stadt nach außen; ein von den Einwohnern gewähltes Stadtparlament bildet die Legislative.

Der ehemalige Mitte-links-Vizebürgermeister Katsuhiro Akimoto ist seit 2015 Bürgermeister von Sapporo (Sapporo-shichō). Bei den einheitlichen Regionalwahlen im April 2023 wurde er mit breiter antikommunistischer Parteienunterstützung (KDP, Daichi, LDP, Kōmeitō, DVP) mit 56 % der Stimmen gegen den ehemaligen Kommunalbeamten Kaoru Takano und den KPJ-gestützten Hideo Kibata für eine dritte Amtszeit wiedergewählt.

Das Stadtparlament Sapporo (Sapporo-shigikai) hat 68 Mitglieder aus zehn, mit den Stadtbezirken identischen Wahlkreisen. Bei der ebenfalls im einheitlichen Wahlzyklus durchgeführten Stadtparlamentswahl 2023 gewann die LDP 26 Sitze (−1), die KDP 18 (−1), die Kōmeitō unverändert zehn, die KPJ sieben (−3), Net Hokkaidō einen. Die Ishin no Kai gewann aus dem Stand fünf Sitze.

Vertretung auf Präfektur- und Nationalebene

Bei ebenfalls im einheitlichen Zyklus stattfindenden Wahlen zum Präfekturparlament (Hokkai-dōgikai) wählen die zehn Wahlkreise, die die zehn Bezirke der Stadt Sapporo bilden, zusammen 28 der insgesamt 100 Abgeordneten.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Sapporo | World in Stories