An diesem Tag

Samuel Hebich

Deutscher Missionar

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Samuel Hebich (* 29. April 1803 in Nellingen bei Ulm; † 21. Mai 1868 in Stuttgart) war ein württembergischer evangelischer Missionar im südwestlichen Indien.

Samuel Hebich wurde als jüngster Sohn des rationalistischen Pfarrers Friedrich Karl Hebich (1748–1827) in einem kinderreichen Pfarrhaus geboren. Sein Vater vermittelte ihm das elementare Wissen und unterrichtete ihn auch in Latein und Französisch. Aufgrund des schon gesetzteren Alters des Vaters fiel die Erziehung Samuel Hebichs eher locker aus; dieser genoss in seiner Jugend viele Freiheiten und war wohl viel allein. Nach Abschluss seiner schulischen Ausbildung wurde Samuel Hebich 1817 in Lübeck konfirmiert. Auf Wunsch eines älteren Bruders, eines Konditors, dessen Frau verstorben war, blieb er bei ihm in der Stadt und arbeitete zunächst in dessen Geschäft. Bevor Samuel Hebich bei seinem Bruder ankam, hatte dieser erneut geheiratet, so dass nicht mehr vorgesehen war, dass Samuel Hebich ihm als Gesellschafter und Dienstbote zur Verfügung stand. Sein Bruder ließ ihm Privatunterricht erteilen. Den Altersunterschied erlebte Samuel Hebich als belastend, weshalb er einen Freund suchte.

1820 bis 1824 war er bei der Weinhandlung von Jacob Ludwig Bruhns in der Lehre.

Noch in Lübeck lernte er in einer Phase innerer Kämpfe, in der er sich seiner Sündhaftigkeit und Verdammungswürdigkeit vor Gott bewusst wurde, den reformierten Pfarrer Johannes Geibel, den Vater des Dichters Emanuel Geibel, kennen, der seine geistlichen Interessen förderte.

Samuel Hebichs geistliches Ringen bereitete seinem Bruder Sorgen. In diesem Zusammenhang schickte ihn sein Bruder am 13. Januar 1821 auf einen Spaziergang zu einem Volksfest. Statt zu dem Fest ging Samuel Hebich an einen ruhigen Ort, an dem er, wie er beschrieb, seine Erweckung erlebte. Den Freund, den er suchte, so schrieb er, fand er in Gott; er fühlte sich von jetzt an als Christ, indem er sich der Erlösung in Christus bewusst wurde. Danach wandte er sich dem Gebet und dem Bibellesen zu. Erst später kam er in Kontakt mit Personen, die ähnliche Erlebnisse gehabt haben und trat dem Lübecker Missionsverein bei.

Ab 1823 begann er darüber nachzudenken, selbst Missionar zu werden, Geibel riet ihm aber, zu warten, bis er diesem Wunsch nicht mehr widerstehen könne. Durch seine Arbeit als Kaufmann bereiste Hebich Schweden, Finnland und Russland.

Als Hebich sich verliebte, meinte er, dass ihn dies von der Konzentration auf Gott ablenke. Wenig später wollte seine Arbeitgeberin ihn mit ihrer Tochter verheiraten, woraufhin er kündigte; eine Heirat kam für ihn nicht in Frage.

Im Dienst mehrerer großer Handelsfirmen erreichte er schließlich eine gut bezahlte Stellung in Moskau.

Auf der Rückfahrt von Moskau nach Lübeck wollte er in Sankt Petersburg ein Schiff besteigen. Er wurde aber von der Polizei verhaftet, da sein Pass nicht in Ordnung war. Am nächsten Tag wurde er aus der Haft entlassen; die Anschuldigungen hatten sich als Irrtum herausgestellt. Das Schiff, das er eigentlich besteigen wollte, konnte er nur noch am Horizont sehen. Erst mehrere Tage später sollte das nächste Schiff fahren. In Lübeck angekommen erfuhr Hebich, dass ein aus St. Petersburg kommendes Schiff untergegangen war. Es gab keine Überlebenden. Es handelte sich um das Schiff, das er ursprünglich besteigen wollte. Dieser Vorfall festigte Hebichs Gottvertrauen.

1827 starb sein Vater im Alter von 80 Jahren.

Eine Arbeit als Agent auf einem Gut in Finnland, bei der er nebenher missionarisch tätig war, empfand er als unbefriedigend. Im Dezember 1830 beantragte Hebich deshalb mit einem Brief an Christian Gottlieb Blumhardt die Aufnahme in die Basler Missionsgesellschaft, wobei er auch seine Mittellosigkeit eingestand. Er war einer von wenigen Bewerbern, der von einer Erweckung ohne menschliche Begleitung berichten konnte. Seiner Beschreibung nach ergab sich seine Suche nach Gott aus Einsamkeit.

Die Gutsherrin, für die Samuel Hebich arbeitete, schrieb nach einigen Monaten an das Missionsinstitut, sie wolle für die Finanzierung Hebichs aufkommen, da dieser fürchtete, der Hinweis auf seine Mittellosigkeit habe dazu geführt, dass er nicht aufgenommen wurde.

Am 5. April 1831 verfasste Pfarrer Geibel ein Empfehlungsschreiben für Hebich an die Basler Mission. Diese hatte bereits zahlreiche Kirchen in Europa errichtet und befand sich nun finanziell in der Lage, auch in Indien selbständig zu missionieren. Die Gesellschaft hatte vorher noch keine eigenen Missionspläne verfolgt, verfügte aber bereits über Ausbildungseinrichtungen, in denen schon Personen der Britischen und Niederländischen Missionsgesellschaft ausgebildet worden waren, die bereits evangelistische Arbeit betrieben. Die meisten Auszubildenden gingen in die Church Mission Society und wurden nach Indien entsandt, um an deren Missionsstationen zu arbeiten. Schon 1821 hatte die Basler Mission begonnen, eigene Missionsstationen im westlichen Russland und an der Goldküste in Westafrika einzurichten.

Im Juli 1831 verfasste Hebich selbst noch ein weiteres Schreiben an die Mission.

Am 31. August 1831 wurde er schließlich vom Komitee der Gesellschaft einstimmig zunächst für eine Probezeit von einem Jahr einberufen. So ließ sich Hebich ab Heiligabend 1831, nachdem er seine Stelle aufgegeben hatte, in Basel zum Missionar ausbilden. Er war einer der ältesten Schüler. Das Lernen und die sehr strenge Disziplin fielen ihm schwer. Anfangs war er unfähig, die notwendigen indischen Sprachen und die Sprachen der Bibel zu lernen. Dies führte fast zu seiner Entlassung aus der Basler Mission. Dazu meinte er:

Er durfte bleiben. Seine Fremdsprachenkenntnisse, auch im Englischen, sollten aber immer auf einem niedrigen Niveau bleiben.

In die Zeit seiner Ausbildung fiel die gewaltsam betriebene Basler Kantonstrennung. Anders als andere Missionsschüler weigerte sich Hebich, den Basler Truppen beizutreten:

Es kam zur Besetzung der Stadt durch Schweizer Truppen. Viele Soldaten besuchten dabei auch die Missionsanstalt, weil sie die Exponate aus Übersee betrachten wollten. Hebich betätigte sich dabei als Ausstellungsführer. Dabei wirkte er auch missionarisch erfolgreich auf die Soldaten ein. Seine Arbeit brachte noch mehr Besucher ins Haus und auch bei Ferienreisen betätigte er sich ähnlich. Sein rhetorisches Talent und seine Reife fiel auch seinen Ausbildern angenehm auf. Seine Sprachschwierigkeiten erschienen daneben nicht mehr relevant, man meinte, er würde diese im täglichen Gebrauch verlieren.

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