Der Unabhängige Staat Samoa, kurz Samoa (zaˈmoːa; samoanisch Mālō Saʻoloto Tūtoʻatasi o Sāmoa, englisch Independent State of Samoa), ist ein Inselstaat in Polynesien, der den westlichen Teil der Samoainseln umfasst und deswegen – bis 1997 offiziell – auch Westsamoa (Sāmoa i Sisifo) genannt wurde. Der Staat erlangte 1962 als ehemaliges Treuhandgebiet der Vereinten Nationen seine Unabhängigkeit von Neuseeland. Zudem ist er Mitglied im Commonwealth of Nations. Der östlich davon liegende Teil der Region, Amerikanisch-Samoa, ist seit 1929 ein Außengebiet der Vereinigten Staaten.
Der unabhängige Inselstaat Samoa liegt im südwestlichen Pazifik nordöstlich von Fidschi und besteht aus mehreren Inseln. Die größten Inseln sind Savaiʻi (1708 km²) und Upolu (1118 km²) mit der Hauptstadt Apia und dem internationalen Flughafen. Dazu kommen die bewohnten Inseln Manono, Apolima und sechs Inseln, die bis auf eine kleine Ferienanlage auf Namua unbewohnt sind.
Samoa liegt komplett östlich des 180. Längengrades bei etwa 172° West. Trotzdem ist der Staat ganzjährig der Zeitzone UTC+13 zugeordnet, wodurch ein Versatz der Datumsgrenze nach Osten entsteht und Samoa somit westlich dieser Grenze liegt. 1892 wechselte die Zuordnung des Gebiets auf die östliche Seite der Datumsgrenze (Verdoppelung des 4. Juli), 2011 erfolgte die Rückkehr (Ausfall des 30. Dezembers).
Die größeren Inseln sind vulkanischen Ursprungs und von schroffen, dicht bewachsenen Berghängen gekennzeichnet. Höchster Berg ist mit etwa 1858 m der Vulkan Silisili auf Savaiʻi. Die kleineren Inseln sind aus Korallenriffen entstanden.
Das Klima ist tropisch-ozeanisch mit einer Trocken- und einer Regenzeit (November bis April) (Typ Af nach Köppen). Es weht ein beständiger Südost-Passat. Die Temperatur schwankt von 20 °C bis 30 °C und beträgt im Durchschnitt 27 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 2870 Millimeter, davon allein 1900 Millimeter von Oktober bis März. Auch wenn Samoa nicht in der Haupteinfallslinie der Hurrikane liegt, wird es doch gelegentlich von schweren Stürmen getroffen.
Da nachts wohl die Temperatur, aber nicht die Luftfeuchte sinkt, ist die Mehrzahl der Nächte als „drückend“ und „miserabel“ klassifiziert.
Die Bevölkerung Samoas setzt sich aus etwa 92,5 Prozent Samoanern, 7 Prozent Euronesiern (sowohl samoanische als auch europäische Vorfahren) sowie 0,5 Prozent Europäern zusammen (geschätzt). Etwa 1200 Ausländer leben in Samoa (Stand 2021). Anteilig sind dies nicht mehr als zur Kolonialzeit. Damals kamen in Deutsch-Samoa auf etwa 24.000 Samoaner etwa 300 Deutsche und etwa 300 andere Ausländer.
Auf Samoa lebten im Jahr 2021 205.557 Einwohner; 104.853 Männer und 100.704 Frauen (alle Zahlen: Volkszählung 2021), davon sind 38,5 Prozent (41.365 männlich, 37.714 weiblich) maximal 14 Jahre alt, 55,9 Prozent (58.163 m., 56.766 w.) sind zwischen 15 und 64 und 5,5 Prozent älter als 65. Das Durchschnittsalter der Samoaner beträgt 20,8 Jahre (Männer 21,0, Frauen 20,5 Jahre). Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2020 statistisch bei 3,8. Im Jahr 2006 war die Sterberate 0,7 Prozent, die Kindersterblichkeit (bis ein Jahr) 2,4 Prozent der Lebendgeburten. Durchschnittlich bekommt eine Frau 4,2 Kinder. Sehr viele Samoaner leben im Ausland, allein in Neuseeland etwa 130.000. Die Lebenserwartung der Einwohner Samoas ab der Geburt lag 2020 bei 73,5 Jahren (Frauen: 75,6, Männer: 71,4) Die Alphabetisierungsrate liegt bei 98,7 Prozent (2006).
Amtssprachen in Samoa sind Samoanisch (eine polynesische Sprache) und Englisch.
Ungefähr 98,4 Prozent der Bevölkerung sind Christen. Viele traditionelle Vorstellungen wie der Glaube an böse Geister bestehen weiterhin, sind jedoch in die christliche Glaubenswelt eingebunden. Ein Gründungsmythos Sina und der Aal findet sich in der Überlieferung.
Samoa betreibt zusammen mit elf weiteren Inselstaaten die University of the South Pacific (USP), deren Campus mit dem Institute for Research, Extension and Training in Agriculture (IRETA) sich in Alafua etwas außerhalb der Hauptstadt Apia befindet. In Apia befindet sich die 1984 gegründete National University of Samoa (NUS; samoanisch: Le Iunivesitē Aoao o Sāmoa).
Samoa verzeichnet zudem eine Alphabetisierungsrate von 98 %. In jedem Dorf gibt es Zugang zu einer Primarschule.
Die Schulsprache ist vom ersten bis zum dritten Schuljahr Samoanisch; ab dem vierten bis zum sechsten Schuljahr wird zweisprachig unterrichtet, und anschließend, bis zum achten Schuljahr, vermehrt in englischer Sprache.
Samoa lag 2023 in der Liste der fettleibigsten Regionen weltweit auf Rang 9. Menschen, die von Übergewicht oder Adipositas betroffen waren, machten 77,6 % der Bevölkerung aus.
Im Zeitraum 1978–2013 stieg die Adipositasrate in Samoa von 27,7 % auf 53,1 % bei Männern (2,3 % pro fünf Jahre) und von 44,4 % auf 76,7 % bei Frauen (4,5 % pro fünf Jahre). Für das Jahr 2020 wurde eine Adipositasprävalenz von 59,0 % bei den Männern und 81,0 % bei den Frauen prognostiziert, womit Adipositas die Hauptursache für Behinderungen in Samoa ist.
Laut Weltgesundheitsorganisation ist die Prävalenz von Adipositas in Samoa das Ergebnis der Entscheidungen einzelner Verbraucher. Zu den strukturellen Faktoren in Samoa gehören jedoch die Verstädterung, die Bevorzugung der Lohnarbeit gegenüber der Landwirtschaft, Migration, Geldüberweisungen von Verwandten und Freunden, Armut und billige importierte Lebensmittel. Importierte Lebensmittel sind oft billiger als frische einheimische Lebensmittel, zum Beispiel sind importierte Hühnerteile aus Massentierhaltung viel billiger als lokal gefangener Fisch und andere Meeresfrüchte. Eine Portion Reis oder Weißbrot ist billiger als die gleiche Menge Taro, die früher das Grundnahrungsmittel aller Samoaner war. Die Preise für Erfrischungsgetränke sind fast so hoch wie der Preis für eine Flasche Wasser mit demselben Volumen, und eine grüne Trinkkokosnuss ist nur geringfügig billiger.
95 % der Bevölkerung sind gegen die wichtigsten Krankheiten geimpft.
Die Geschichte der Besiedlung Samoas ist unsicher. Die früheste Besiedlung ist für etwa 1000 v. Chr. durch die Datierung von Tonscherben der Lapita-Kultur nachgewiesen worden. Intensive Beziehungen mit Tonga und Fidschi existierten schon seit 200 v. Chr. Von 940 bis 1250 beherrschte Tonga Samoa.