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Salvador (Bahia)

Hauptstadt des brasil. Bundesstaats Bahia, drittgrößte Stadt Brasiliens

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Salvador, offiziell Município de Salvador, ist nach São Paulo, Rio de Janeiro, Belo Horizonte, Brasília und Porto Alegre die sechstgrößte Stadt Brasiliens. Der historische Name der Küstenstadt lautet São Salvador da Bahia de Todos os Santos (Heiliger Erlöser an der Allerheiligenbucht). Der Name geht auf den Tag der Ankunft der ersten Seefahrer zurück, den 1. November 1501. Auch der Name Bahia war bis Mitte des 20. Jahrhunderts für die Stadt gebräuchlich.

Salvador hatte zum 1. Juli 2025 geschätzt rund 2,6 Millionen Einwohner, ist die Hauptstadt des nordöstlichen Bundesstaates Bahia und war bis 1763 Hauptstadt Brasiliens. Salvador ist Erzbischofssitz des Erzbistums São Salvador da Bahia. Es ist ein internationales Handels- und Wirtschaftszentrum mit einer Erdöl- und Zuckerraffinerie sowie Baumwoll-, Tabak- und Kakaoverarbeitung.

Salvador liegt auf einer Landzunge vor der Allerheiligenbucht. Es ist auf verschiedenen Ebenen einer Bergkette gebaut, welche die Stadt in eine Oberstadt (cidade alta) und in eine 70 Meter tiefer gelegene Unterstadt (cidade baixa) teilt. Um vom einen Teil in den anderen zu gelangen, kann man den Aufzug Lacerda oder eine der vielen Buslinien nutzen.

Der bis zur europäischen Okkupation bekannteste Indianerstamm dieser Küstenregion waren die Tupinambá und noch früher die Stämme der Tupi, Tupina und Tupinae, wie die frühen Seefahrer Martim Afonso de Souza und Simão Alcazaba berichteten.

Ab 1500 begann mit Pedro Álvares Cabral die seefahrerische Erkundung der brasilianischen Küsten. Am 1. November 1501 gab es bereits Handel zwischen portugiesischen Seefahrern unter Leitung von Gonçalo Coelho und den Indianern vom Stamme Eurotupinambá an einem Ort der Küste, der als „Stelle des Patrons“ bezeichnet wurde, dem heutigen Leuchtturm Barra.

Um 1510 bevölkerten Überlebende eines schiffbrüchigen französischen Schiffes die Gegend. Zu ihnen gehörte Diogo Álvares Correia, später Caramuru genannt. Den Überlieferungen nach verschaffte er sich mit seinem Gewehr bei den Indianern Respekt, als er eine fliegende Möwe abschoss. Der Häuptling Morubixava Taparica gab ihm seine älteste Tochter Paraguaçu (später Catarina) Paraguaçu zur Frau. Caramuru wurde später zu einer wichtigen vermittelnden Person zwischen den indigenen Einwohnern und den portugiesischen Kolonisten.

Kolonialismus und Stadtgründung

1536 erreichte der Portugiese Francisco Pereira Coutinho das Gebiet, welches ihm vom portugiesischen König Johann III. als Besitz zugesprochen worden war. Es kann in etwa im heutigen Stadtteil Barra verortet werden. Die dort lebende indigene Bevölkerung revoltierte mehrfach gegen ihn, weil er sie grausam und ungerecht behandelte. Nach einer Flucht und späterer Rückkehr wurde er 1547 von ihnen getötet.

Die Stadt wurde am 29. März 1549 durch Tomé de Sousa gegründet. Ausschlaggebend für die Wahl des Standortes waren die zahlreichen Süßwasserquellen, von denen auch heute noch viele vorhanden sind. Caramuru wurde von der portugiesischen Krone beauftragt, Tomé de Sousa alle erdenkliche Unterstützung bei seiner Mission zu gewähren. Man errichtete auf Befehl des portugiesischen Königs eine Festung mit Namen São Salvador. Mehr als tausend Portugiesen kamen dort an. Unter ihnen die ersten Jesuiten, etwa Manuel de Nóbrega, João Aspilcueta Navarro und Leonardo Nunes. Salvador wurde Sitz der kolonialen Verwaltung für die ganze Region und des governador do Brasil; diese Funktion teilte es sich in verschiedenen Perioden mit dem südlicheren Rio de Janeiro.

Durch den Einfluss der Jesuiten blieben die Einheimischen von der Sklaverei verschont. Stattdessen wurden angolanische Afrikaner entführt und nach Brasilien verschleppt. Bereits 1551 lebten in Bahia die ersten 50 afrikanischen Sklaven und legten damit den Grundstein für eine bis heute afrikanisch geprägte Stadt Salvador.

Als erster Bischof der Stadt und damit auch des späteren Brasilien wurde 1552 Dom Pedro Fernandes Sardinha ernannt. Nach seiner Amtseinführung geriet er in Konfrontation mit den Jesuiten. Er missbilligte u. a. deren Praxis, christlich erzogene indigenen Kindern weiter die indianischen Musikinstrumente spielen zu lassen sowie einheimische Melodien im christlichen Kultus einzusetzen. Gerade hier sahen aber die Jesuiten die Möglichkeit, Einheimische für den christlichen Glauben zu gewinnen. Am 16. Juli 1556 erlitt er vor der Küste Alagoas Schiffbruch und kam durch Indigene vom Stamm der Caetés zu Tode.

Die katholische Amtskirche bemängelte die immer mehr um sich greifende Polygamie: „Die verheirateten Männer, die ohne ihre Familien nach Brasilien gekommen waren, gaben sich demselben unmoralischen Leben hin wie alle anderen: Über die ganze [brasilianische] Küste verteilt findet man Männer, die in Portugal verheiratet sind, und sie leben hier in großer Sünde mit großem Nachteil für ihre Frauen und Kinder …“ Regelmäßig kam es auch zu Streitigkeiten zwischen den ansässigen Franzosen und Portugiesen.

Die Stadt wurde drei Mal 1598, 1624-1625 und 1638 von Holländern besetzt. Hauptexportgut war im 17. Jahrhundert der Zucker. Sklaven mussten auf den Plantagen und Zuckerrohrfeldern des Umlandes, des sogenannten Recôncavo, arbeiten. Durch den Zuckerhandel war Salvador bis 1650 die größte Stadt auf der Südhalbkugel.

Salvadors erste Blüte endete, als die Stadt 1763 ihre Rolle als Hauptstadt Brasiliens an Rio de Janeiro verlor.

Der Aufstand der Schneider (Revolta dos Alfaiates)

Inspiriert von der Französischen Revolution von 1789, breitete sich in allen baianischen Gesellschaftsschichten der Gedanke an Unabhängigkeit von der portugiesischen Krone aus. Anders als die revolutionären Anfänge in Minas Gerais 1792, deren Anführer Tiradentes von den Vertretern der portugiesischen Krone ermordet wurde, ging die baianische Revolution im Jahr 1798 mit der Forderung nach dem Ende der Sklaverei deutlich weiter. Aber auch dieser Aufstand, auch bekannt unter dem Namen „baianische Verschwörung“ (Conjuração Baiana), endete 1799 mit der Hinrichtung oder Deportation der Anführer. Alle zur Oberschicht zählenden Sympathisanten der Unabhängigkeitsidee, wie der Journalist und Arzt Cipriano Barata, der an vorderster Front die einfachen Menschen gegen die portugiesische Unterdrückung aufwiegelte, und der Priester Agostinho Gomes zogen rechtzeitig ihren Kopf aus der Schlinge.

Die Steuerabgaben an die portugiesische Krone waren zu hoch, und die einfache Bevölkerung forderte bessere Lebensbedingungen, denn seit der Regierungssitz des Landes 1763 von Salvador nach Rio de Janeiro verlegt worden war, führten sie ein Leben unter miserablen Bedingungen. Bahia geriet in eine Wirtschaftskrise, und Kriminalität und Plünderungen waren an der Tagesordnung.

In ganz Salvador waren alsbald die Forderungen der Freiheitsdenker auf Aushängen zu lesen, die aus der Feder des Soldaten Luís Gonzaga das Virgens stammten:

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