An diesem Tag

Salomon Gessner

Schweizer Dichter, Maler und Begründer der (Neuen) Zürcher Zeitung (1730-1788)

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Salomon Gessner (* 1. April 1730 in Zürich; † 2. März 1788 ebenda) war ein Schweizer Idyllendichter, Maler und Grafiker. Die heutige Neue Zürcher Zeitung wurde von ihm gegründet.

Salomon Gessners Vater, Hans Konrad Gessner, war Buchdrucker, Buchhändler, Verleger und Mitglied des Hohen Rats von Zürich, seine Mutter war Esther Hirzel. Salomon Gessner lebte von 1736 bis zu seinem Tod im von seinem Vater gekauften Haus Zum Schwanen in der Münstergasse 9 im Zürcher Niederdorf. 1749 begann er eine Lehre in einer Buchhandlung in Berlin, die er im Jahr darauf abbrach. Daraufhin beschäftigte er sich mit der Landschaftsmalerei und der Radierkunst. Nach einem kurzen Aufenthalt in Hamburg, wo er von Karl Wilhelm Ramler und Friedrich von Hagedorn beeinflusst wurde, kehrte er in seine Heimatstadt zurück.

Gessners Neigung, im väterlichen Geschäft mitzuarbeiten, war gering. Viel lieber wollte er zeichnen, malen, dichten und mit seinen Freunden das Leben geniessen. Er schloss sich der Dienstags-Compagnie an, einer Gruppe von rund 20 jungen Männern aus Zürichs führenden Familien. Die Compagnie traf sich jeden Dienstag zum Gedankenaustausch und geselligen Beisammensein, im Winter abwechselnd in den Häusern und Wohnungen der Eltern, im Sommer in einem Klubhaus ausserhalb der Stadt auf einem Rebgut im Selnau. Naturschwärmerei erfasste die jungen Schöngeister; in Anlehnung an die idyllische Schäferdichtung des Altertums sahen sie sich als Sihl-Schäfer.

Es gelang Gessner bald, sich einen Namen durch sein Lied eines Schweizers an sein bewaffnetes Mädchen (1751) und sein Gemälde Die Nacht (1753) zu machen. Die Idee zu seinem grösseren Gedicht Daphnis (1754) schöpfte er aus Jacques Amyots Übersetzung des Longos. Der ersten Sammlung seiner Idyllen, die gleichzeitig mit seinem Inkel und Yariko 1756 erschien, folgte 1758 sein Tod Abels, eine Art von idyllischem Heldengedicht in Prosa, und 1762 eine Sammlung seiner Gedichte in vier Bänden. Durch die Malerei vom Dichten abgehalten, liess er erst 1772 ein zweites Bändchen Idyllen und die Briefe über die Landschaftsmalerei erscheinen. Als «Malerdichter» war Gessner die Verkörperung für den Dilettanten und Autodidakten.

1761 war er Mitbegründer der Helvetischen Gesellschaft und heiratete gegen den Willen seines Vaters Judith Heidegger, die Tochter des Verlegers und Konkurrenten Heidegger und Nichte des Bürgermeisters Johann Konrad Heidegger. Im selben Jahr wurde er Teilhaber der Firma Orell & Co. und 1763 künstlerischer Leiter der Porzellan- und Fayence-Manufaktur im Schooren in Kilchberg. Seine künstlerische Tätigkeit in der Manufaktur erwähnte Gottfried Keller in den Zürcher Novellen im Band Der Landvogt von Greifensee. Ein grosser Sammler von «Zürcher-Porzellan» war Heinrich Angst.

1763 wurde Gessners Tochter Dorothea geboren, sein Sohn Conrad 1764. 1765 wurde Salomon Gessner als Mitglied der Zunft zur Meisen in den Grossen Rat der Stadt Zürich, 1767 in den Kleinen Rat gewählt. 1768 erfolgte die Wahl zum Obervogt von Erlenbach. Sein Sohn Heinrich wurde 1776 geboren. 1776 wurde er Obervogt zu den Vier Wachten und von Wipkingen.

Von 1781 bis zu seinem Tod war Salomon Gessner als «Sihlherr» oberster Verwalter des Sihlwalds und verantwortlich für die Versorgung der Stadt Zürich mit Brennholz. In den Sommermonaten wohnte er im heute noch erhaltenen Forsthaus.

In seinem Haus an der Münstergasse 9 empfing er eine illustre Schar von Besuchern und Gästen; unter anderem war 1766 die Künstlerfamilie Mozart bei ihm zu Gast.

1780 begründete er die Zürcher Zeitung, aus der 1821 die Neue Zürcher Zeitung hervorging.

Gessners einst vielgepriesene Idyllen feierten ein goldenes Zeitalter ungestörter Eintracht, und obschon er sich auf Theokrit berief, war er der arkadischen Schäferwelt der italienisch-französischen Hofpoeten des 17. Jahrhunderts weit näher verwandt. In der Landschaftsmalerei hat er sich bleibende Verdienste erworben; zu seinen besten Werken zählen zwölf radierte Landschaften, die er 1770 herausgab.

Wernhard Huber konnte 1799 für die Basler allgemeine Lesegesellschaft von der Witwe Salomon Gessners den gesamten Bestand an Kunstwerken und Schriften ihres verstorbenen Mannes entgegennehmen.

In der Zürcher Platzspitz-Anlage beim Zusammenfluss von Sihl und Limmat wurde 1792/1793 das von Alexander Trippel geschaffene Gessner-Denkmal, eines der ersten patriotischen Denkmäler der Schweiz, aufgestellt. Die ursprünglich bis zum Platzspitz verlaufende Gessnerallee und die 1893 erbaute Gessner-Brücke, die die Kasernenstrasse mit der Gessnerallee verbindet, sind nach ihm benannt. Zu Ehren seiner Ehefrau Judith Gessner-Heidegger benannte der Stadtrat von Zürich am 18. Januar 2006 einen Platz bei der Gessnerallee.

Eine Gedenktafel zu Ehren Gessners ziert sein einstiges Wohnhaus an der Münstergasse 9. 1788 wurde ihm ein noch heute stehender Gedenkstein auf der Südseite des Klöntalersees gewidmet.

Eine steinerne Gessner-Büste wurde Ende des 18. Jahrhunderts in den Heiligen Hallen im Tharandter Wald bei Tharandt errichtet und nach der Zerstörung in Lauchhammer aus Metallguss neu gefertigt. Sie ist zwar nicht erhalten, aber auf zeitgenössischen Abbildungen von Tharandt im 19. Jahrhundert dargestellt.

Bei Bad Dürkheim wurde ein „Gessnertempelchen“ errichtet. Nach dessen erster Zerstörung 1834 und später vollständiger Zerstörung im Jahre 1856 wurde die Stelle im Waldgebiet „Am Tempelchen“ benannt.

1793 wurde auf persönliche Initiative von Benjamin Thompson ein Salomon-Gessner-Denkmal im Karl-Theodor-Park in München errichtet, dem späteren Englischen Garten.

Wegen starker Verwitterung wurde das Denkmal abgetragen und gilt heute als verschollen.

Gessner selbst nennt einige seiner bevorzugten Dichter in dem Abschnitt Der Wunsch aus den Idyllen:

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