An diesem Tag

Sakartwelos Rkinigsa

Nationale Eisenbahngesellschaft in Georgien

Anúncio

Die GR Sakartwelos Rkinigsa (georgisch საქართველოს რკინიგზა; Georgische Eisenbahn) ist die nationale georgische Eisenbahngesellschaft. Das Unternehmen firmiert mittlerweile auch unter dem Namen GR Georgian Railway.

Die Georgische Eisenbahn ging 1992 aus der Transkaukasischen Eisenbahnverwaltung (georgisch ტრანსკავკასიური რკინიგზა, russisch Закавказская железная дорога) hervor, deren Bereich sich über die Territorien der Georgischen und der Asebaidschanischen SSR erstreckte. Dabei wurden die Direktionen Samtredia und Tbilissi der Georgischen Eisenbahn zugeordnet. Der Abschnitt von der aserbaidschanisch-georgischen Grenze bis zum Bahnhof Böyük Kəsik wurde der Aserbaidschanischen Eisenbahn übertragen. Die Eisenbahnbrücke über den Enguri bei Schamgona wurde 1992, einen Tag vor Beginn des georgisch-abchasischen Konflikts (1992–1993), zerstört. Damit wurde der durchgehende Eisenbahnverkehr zwischen Georgien und Abchasien unterbrochen, der Teil westlich des Enguri firmiert als eigenständige Abchasische Eisenbahn (Абхазская железная дорога). Eine direkte Verbindung von Georgien in das Netz der Russischen Eisenbahnen existiert damit nicht mehr, die Verbindungen zur Aserbaidschanischen und der Südkaukasus-Eisenbahn in Armenien blieben jedoch erhalten.

Das im Logo der Bahngesellschaft enthaltene Gründungsdatum bezieht sich auf die Eröffnung des durchgehenden Verkehrs zwischen Poti und Tiflis im Jahr 1872.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion und mit Erlangung der Unabhängigkeit änderten sich die Rahmenbedingungen für den Schienenverkehr in Georgien deutlich. Der Rückgang der Bevölkerungszahlen – Georgien verlor seit der Unabhängigkeit rund ein Drittel seiner Bewohner – und die auch im Kaukasus fortschreitende Massenmotorisierung führten zu einem Rückgang der Reisendenzahlen. Aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen mit Abchasien und Südossetien sowie der Unterbrechung der direkten Zugverbindung aus Russland nach Georgien erlitt auch der Tourismus große Einbußen. Durch den Kollaps der georgischen Industrie verringerte sich auch die Nachfrage im Güterverkehr. Besonders negativ wirkte sich hierbei die faktische Einstellung des Bergbaus aus, die das Aufkommen von Massengütern reduzierte. Und schließlich wurde der Transport von Rohöl in Kesselwagen immer mehr durch den Transport in Pipelines ersetzt. Dem gegenüber standen aufgrund der desolaten Finanzen nur unzureichende Investitionen in den Schienenverkehr.

Bis 2004 litt die Eisenbahn in Georgien unter Korruption. Generaldirektor Akaki Tschchaidse wurde 2004 verhaftet und verbrachte mehrere Monate in Untersuchungshaft, bevor er sich für drei Millionen US-Dollar freikaufte. Die Eisenbahngesellschaft wurde noch im gleichen Jahr umstrukturiert, der Generaldirektor einem Aufsichtsrat unterstellt. Von Juni 2004 bis Oktober 2005 war David Onoprischwili, ein früherer Finanzminister und Professor an der Vanderbilt University in Nashville, Generaldirektor. Er reformierte die Unternehmensführung und beauftragte die US-Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton, die auch für die Deutsche Bahn arbeitet, mit einem Organisationsgutachten.

Um die Modernisierung voranzutreiben, wurden 2445 Mitarbeiter entlassen und die Löhne zugleich um 17 % angehoben. Die Tarife für den Gütertransport wurden gesenkt, im Reiseverkehr modernisierte klimatisierte Wagen und Express-Linien in Betrieb genommen. 2006 wurde ein Programm zur Renovierung und zum Neubau von Bahnhöfen aufgelegt.

In sowjetischer Tradition war die Eisenbahn eine Staatsbahn. 2007 entschied die georgische Regierung, die Gesellschaft zu privatisieren. Zwar sollte die Bahn weiterhin in Staatsbesitz bleiben, die Betreiberrechte sollten jedoch in Privathand gegeben werden. Verhandlungen mit dem britischen Unternehmen Parkfield Investment Ltd. dazu scheiterten jedoch im Oktober 2007.

Die Gesellschaft befindet sich in Staatsbesitz und hat die Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach georgischem Recht. Tochterunternehmen der Sakartwelos Rkinigsa sind die:

Alle Unternehmen befinden sich zu 100 % im Besitz der Sakartwelos Rkinigsa.

2024 lag der Umsatz des Unternehmens bei 648,337 Millionen ₾ (das entspricht ungefähr 118 Millionen €) bei einem EBITDA von 220,576 Millionen ₾. 2024 lag die Mitarbeiterzahl bei über 12.000, damit ist die Gesellschaft nach eigenen Angaben der größte Arbeitgeber Georgiens. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bei Standard & Poors Kreditratings von B+ bis BB-, das entspricht spekulativen bis hochspekulativen Anlagen.

Mehr als 95 % der Einnahmen stammen aus dem Güterverkehr, die Hälfte davon ist Transitverkehr.

Die Beförderungsleistung der Sakartwelos Rkinigsa lag 2024 bei 3.922 Millionen Tonnenkilometern im Güterverkehr und 478 Millionen Passagierkilometern. Während das Passagieraufkommen mit starken Schwankungen mittelfristig steigt, sinkt das Güterverkehrsaufkommen leicht ab.

Seit 2015 ist das Unternehmen nach ISO 9001:2008 zertifiziert.

Der Fahrzeugbestand setzt sich aus sowjetischen Lokomotiven und Triebwagen, die 1991 übernommen wurden, sowie aus in Kooperation mit China entstandenen bzw. von Stadler Rail gelieferten Neubauten zusammen. 2022 befanden sich 176 Lokomotiven und 4.469 Güterwagen im Bestand.

Fahrzeuge sowjetischer Bauart wurden im Elektrolokomotivenwerk (JSC „Elmavalmshenebeli“) in Tiflis und im Waggonbauwerk in Rustawi instandgehalten und modernisiert.

Übernommen wurden Doppellokomotiven der SŽD-Baureihe ВЛ10 und der SŽD-Baureihe ВЛ11, die auch heute noch im schweren Güterverkehr auf der Hauptstrecke eingesetzt werden. Die Fahrzeuge behielten ihr Nummernschema, nur das führende ВЛ, das für Wladimir Lenin stand, entfiel. Beide Typen wurden bereits zu Zeiten der Sowjetunion auch (ВЛ10) oder ausschließlich (ВЛ11) in Tiflis produziert.

Da aufgrund des geringeren Verkehrsaufkommens weniger schwere Lokomotiven für den Güterverkehr benötigt wurden, entstand auf Grundlage der Doppellokomotiven der SŽD-Baureihe ВЛ15 die SR-Baureihe 4E1, von der jedoch lediglich zwei Exemplare gebaut wurden. Ein Teil der Lokomotiven der SŽD-Baureihe ВЛ11 wurde zur SR-Baureihe 4E10 umgebaut, dabei entstanden aus jeweils einer Doppellokomotive zwei einzelne Lokomotiven. Von den 15 gebauten Exemplaren setzt die Sakartwelos Rkinigsa vierzehn ein, eine Lokomotive wurde nach Russland exportiert. Entwickler und Hersteller war auch hier das Tifliser Elektrolokomotivenwerk.

Eine Neubeschaffung von Elektrolokomotiven wurde 2023 ausgeschrieben.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken