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Ruth Wolf-Rehfeldt

Deutsche Künstlerin in den Bereichen Visuelle Poesie und Mail Art

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Ruth Wolf-Rehfeldt (* 8. Februar 1932 in Wurzen; † 26. Februar 2024 in Berlin) war eine deutsche Künstlerin in den Bereichen Visuelle Poesie, Typewriting und Mail Art.

Von 1947 bis 1950 machte Marie Ruth Wolf eine Lehre als Industriekauffrau. 1950 zog sie nach Berlin und machte an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät das Abitur, danach studierte sie ein Jahr lang Philosophie an der Humboldt-Universität. 1954 lernte sie Robert Rehfeldt kennen, den sie ein Jahr später heiratete. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn, den 1956 geborenen René Rehfeldt. Er ist an der Universität der Künste Berlin beschäftigt, wo er die Druckwerkstatt leitet.

Ruth Wolf-Rehfeldt fand eine Tätigkeit in der Ausstellungsabteilung der Akademie der Künste und zeichnete und malte nebenher. Anfang der 1970er Jahre begann sie ihre typischen Schreibmaschinengrafiken (Typewritings) zu entwickeln und sich an der Mail Art ihres Mannes zu beteiligen. 1975 wurde sie als Kandidatin in den Verband bildender Künstler der DDR aufgenommen. Seitdem signierte sie mit dem Namen Ruth Wolf-Rehfeldt. 1990 stellte sie ihre künstlerische Arbeit weitgehend ein.

Zu ihrem 80. Geburtstag zeigte das Weserburg Museum für moderne Kunst in Bremen 2012 ihr gesamtes Œuvre an Typewritings. Es entstand auch eine Edition ihrer besten Blätter im Verlag Lutz Wohlrab. So wurde Jennifer Chert auf sie aufmerksam. 2015 widmete die Chert Gallery in Berlin Ruth Wolf-Rehfeldt eine Einzelausstellung. 2016 erschienen eine Monografie und das Buch Schrift Stücke sowie Artikel in verschiedenen Kunstzeitschriften.

2017 nahm sie an der documenta 14 in der Ausstellungshalle Neue Neue Galerie in Kassel teil. Noch im selben Jahr waren Werke von Ruth Wolf-Rehfeldt in der Kunsthalle Malmö und im Zentrum für Zeitgenössische Kunst in Riga, im Künstlerhaus Oslo, im Museum Barberini in Potsdam und in Paris zu sehen. 2018 gab es Einzelausstellungen in der Galerie Neue Meister (Albertinum) in Dresden und in der Nationalgalerie Albaniens in Tirana, sowie Ausstellungsbeteiligungen in der Bundeskunsthalle in Bonn, im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, im Staatlichen Museum Schwerin und im Brandenburgischen Landesmuseum für Moderne Kunst, Frankfurt/Oder. 2019 wurden ihre Typewritings in der Braunsfelder/Family Collection in Köln und im Kunstverein Reutlingen gezeigt. 2020 stellte die Galerie Sprüth Magers Ruth Wolf-Rehfeldt gemeinsam mit Hanne Darboven in London aus.

2021 erhielt Ruth Wolf-Rehfeldt den Gerhard-Altenbourg-Preis und eine Ausstellung im Prinzenpalais des Residenzschlosses (Lindenau-Museum) in Altenburg. Sie wurde 2022 mit der Verleihung des Hannah-Höch-Preises des Landes Berlin und einer Ausstellung im Kupferstichkabinett Berlin geehrt. Das Minsk – Kunsthaus in Potsdam würdigte Ruth Wolf-Rehfeldt schließlich 2023 mit einer umfassenden Retrospektive und einem Festessen im Kunstraum Potsdam, an dem sie 91-jährig vergnügt teilnahm. Kurz nach ihrem 92. Geburtstag verstarb sie in Berlin.

2021: Gerhard-Altenbourg-Preis

1975: Galeria Teatru Studio Warschau (zusammen mit Robert Rehfeldt)

1976: Galerie im Literaturhaus Budapest (zusammen mit Robert Rehfeldt)

1980: Klubgalerie „Otto von Guericke“, Magdeburg

1981: Galerie Sit Petri, Lund, Schweden

1983: Erfurt, Predigerkloster, Kunstdienst der evangelischen Kirche („typewritings“)

1985: Torgalerie Neubrandenburg

1986: Kunstpavillon Heringsdorf (zusammen mit Robert Rehfeldt)

1989: Fliesenwerke Boitzenburg (zusammen mit Robert Rehfeldt)

2012: Studienzentrum für Künstlerpublikationen in der Weserburg | Museum für Moderne Kunst Bremen

2015: SIGNS FICTION, Chert Gallery Berlin, Inselgalerie Berlin

2017: Schrift Stücke, Immanence Paris; A – The Mail Art Archive of Ruth Wolf-Rehfeldt and Robert Rehfeldt, ChertLüdde Gallery Berlin; PRESSURE │ IMPRINT Ruth Wolf-Rehfeldt, Charlotte Johannesson, Ester Fleckner, Malmö Konsthall

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