Ruth Tesmar (* 8. April 1951 in Potsdam) ist eine deutsche Künstlerin und Hochschullehrerin.
Tesmar studierte ab 1969 Kunstpädagogik und Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. An die Promotion im Jahre 1981 schloss sich das Studium der Malerei und Grafik an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee an. 1983 betreute Dieter Goltzsche die Diplomarbeit, in der sich Tesmar künstlerisch und theoretisch mit der Thematik „Buchillustration“ auseinandersetzte. Von da an prägte die Auseinandersetzung mit Literatur und Literaten das künstlerische Werk Tesmars maßgeblich. Entsprechend hat sie an Publikationsprojekten als Autorin und Illustratorin mitgewirkt. Dabei wurde oft der Prozess des Schreibens selbst künstlerisch reflektiert. Als künstlerische Professorin leitete Ruth Tesmar zwischen 1993 und 2015 das „Menzel-Dach“ (Seminar für künstlerisch-ästhetische Praxis) an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Ruth Tesmar war bis 1990 Mitglied des Verband Bildender Künstler der DDR.
„Menzel-Dach“ der Humboldt-Universität zu Berlin
Im Zuge der Umstrukturierung der Humboldt-Universität nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde 1992 das Seminar für künstlerisch-ästhetische Praxis unter dem Titel „Menzel-Dach“ neu begründet. Es „knüpft in aktualisierter Form an die Tradition einer kunstpraktischen Auseinandersetzung an deutschen Universitäten an. Die Lehrveranstaltungen behandeln in sowohl kunstpraktischer als auch kunsthistorischer Weise die Geschichte des Zeichnens, der Druckgrafik und weiterer künstlerischer Ausdrucksformen.“ Tesmar leitete das „Menzel-Dach“ seit seiner Gründung bis zu ihrem Ruhestand 2015.
1983 zeichnerisches Naturstudium und Malerei
1983 Holzschnitte, Radierungen, Lithographien nach Anregungen durch Texte von Celan, Rimbaud, Hölderlin, Arendt, Márquez, Lasker-Schüler, Bachmann, Kleist u. a.
1986 Zusammenarbeit mit verschiedenen Verlagen, Zyklen zu Lasker-Schüler, Celan, Rimbaud
1991 farbige Holzdruckfolgen: Genesis, Cosmologia, Gefährdete Dialoge, Nocturne, Obscurus, Apotropaios
1993 farbige Holzdruckfolgen: Camelot, Bedrohter Mythos (Katalog)
1994 farbige Holzdruckfolgen, Holzplastiken und Assemblagen: Arche, Anna Blume, Nach-mittagstraum eines Fauns, in Zusammenarbeit mit der Galerie Brusberg; Die Besteigung des Chimborazo I – Collagen zu Alexander von Humboldt
1995 Orte – farbige Holzdrucke zu Gertrud Kolmar
1996 Eyelands – Bilder und Holzobjekte
1997 Briefe an Leibniz – Collagen, Projekt mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (Katalog)
1998 Medea – Bilder und Assemblagen (Katalog), Effi Briest oder die Sprache der Dinge – Bilder und Collagen (Katalog) im Auftrag der Galerie Brusberg
1999 Die Besteigung des Chimborazo II – farbige Blattfolge zu Alexander von Humboldt (Katalog), Ausstellung in der Casa Humboldt in Havanna; descriptio – Bildfolge und skripturale Installation zu Ovid; Begegnungen – Tierbilder und Holzobjekte im Museum Haus Cajeth, Heidelberg
2000 Die Sprache der Dinge I – farbige Collagen, Symposion – großformatige farbige Holzdrucke für die Galerie Brusberg (Katalog); excerpere – skripturale Installationen zu Helmholtz
2001 Arbeit für die Edition Stuttgart Märchen der Welt – Buchillustrationen, 8 Bände