An diesem Tag

Ruth Niehaus

Deutsche Schauspielerin

Anúncio

Ruth Hildegard Rosemarie Niehaus, verheiratete Ruth Lissner (* 11. Juli 1925 in Krefeld; † 24. September 1994 in Hamburg), war eine deutsche Theater- und Filmschauspielerin und Regisseurin.

Ihre Eltern waren Elisabeth Niehaus, geb. Nettesheim (1899–1982) und der Ingenieur Fritz Niehaus (1896–1950). Ihr Bruder war der Münchener Chirurg Helmut Niehaus (1928–1994). Ruth Niehaus wuchs in der Gartenstadt Meererbusch, heute Meerbusch, auf. Elisabeth Niehaus war Volkswirtin und später Kinderbuchautorin. 1966 veröffentlichte sie das Buch Der Mond geht mit Cordula: Mein Enkel erzählt.

Nach dem Abitur an der Luisenschule in Düsseldorf besuchte sie die dortige Schauspielschule unter Peter Esser, der sie 2 Jahre unterrichtete und ihr ein erstklassiges Abschlusszeugnis ausstellte. Sie erhielt Bühnenengagements unter anderem in Krefeld, Oldenburg, Berlin, Basel, Düsseldorf (bei Gustaf Gründgens), München, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg (bei Oscar Fritz Schuh) und am Burgtheater in Wien. Sie war eine Charakterdarstellerin des klassischen und modernen Theaters.

Ruth Niehaus wurde „die Rita Hayworth des deutschen Films der 1950er Jahre“ genannt und galt als Fräuleinwunder. Sie war einer der großen Kinostars der 1950er Jahre und war auf den Titelseiten von Stern und Film und Frau. 1950 lernte sie in Hamburg den US-Schauspieler Orson Welles kennen, der ihr drei Filmhauptrollen in Hollywood anbot und einen Heiratsantrag machte. Zu seinem Erstaunen lehnte sie sein Angebot ab und blieb in Deutschland.

1952 brillierte sie als Solveigh in Peer Gynt zusammen mit Will Quadflieg am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.

1955 erhielt der Film Weg ohne Umkehr den ersten Golden Globe Award für Deutschland nach dem Krieg. Ruth Niehaus spielte neben Ivan Desny und René Deltgen die Hauptrolle.

1959 reiste sie mit der deutschen Filmdelegation u. a. mit Bernhard Wicki, Liselotte Pulver und Eva-Ingeborg Scholz zur Deutschen Filmwoche nach Tokio.

1964 wurde sie vom Fotografen Peter Basch in seinem Atelier in New York fotografiert und in seinem Buch Junge Schönheit abgebildet.

Außerdem wirkte Niehaus bei Hörspielproduktionen mit.

Gastauftritte hatte sie auch in Fernsehshows, u. a. in Je später der Abend bei Dietmar Schönherr (1974), Einer wird gewinnen bei Hans-Joachim Kulenkampff (1985) oder Zum Blauen Bock bei Heinz Schenk (1982).

Als Werbeträgerin sah man sie bei Rosenthal Porzellan, Lux Seife oder Ergee Strumpfhosen.

1970 veröffentlichte Ruth Niehaus die Memoiren ihres Mannes, Ivar Lissner, unter dem Titel Vergessen aber nicht vergeben im Ullstein Verlag.

1988, 1989, 1990 und 1991 begab sie sich auf Spurensuche nach China, um insbesondere in Harbin, mehr über das Leben ihres verstorbenen Mannes, des Journalisten und langjährigen Chefredakteurs der Illustrierten Kristall, Ivar Lissner, zu erfahren. Sie schrieb ein Drehbuch über sein Leben, das sie kurz vor ihrem Tod noch fertigstellen konnte. 1994 wollte sie wieder eine Fernsehrolle übernehmen; dazu kam es aufgrund ihrer Erkrankung jedoch nicht mehr.

Ruth Niehaus ist die Großtante der Schauspielerin Valerie Niehaus, die 2014 bei der Einweihung der Ruth-Niehaus-Straße in Meerbusch eine Laudatio hielt.

Ihre Tante, Agnes Niehaus, heiratete den Bruder von Otto Lagerfeld, Karl Lagerfeld war ein Cousin.

Vom 25. September bis 7. November 2021 fand in Meerbusch eine Ausstellung über das Leben und Wirken von Ruth Niehaus statt.

2022 wurde der künstlerische Nachlass von Ruth Niehaus an die Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln übergeben.

Ruth Niehaus war auf vielen großen deutschen, österreichischen und Schweizer Bühnen als seriöse Charakterdarstellerin zu sehen. Ihre bedeutendsten Rollen waren Johanna (Die Jungfrau von Orléans), Gretchen (Faust), Pippa (Und Pippa tanzt!), Ophelia (Hamlet), Mrs. de Winter, Desdemona (Othello), Medea, Gigi, Anne Frank, Undine, Cressida u. v. a. Sie trat auch in Uraufführungen zeitgenössischer Stücke auf. Besonders zu erwähnen sind u. a. Alarica in der Lauf des Bösen von Jacques Audiberti in Essen 1957, Jeanne d’Arc von Thierry Maulnier in der Inszenierung von Wilhelm Speidel, 1954 in Schwäbisch Hall oder The Miracle Worker Licht im Dunkel die Helen Keller Story als Annie Sullivan 1963 im Hansa-Theater (Berlin).

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Ruth Niehaus | World in Stories