Ruth Greuner (* 24. Juli 1931 in Seehausen (Altmark)) ist eine ehemalige Schriftstellerin, Herausgeberin, Verlagslektorin und Journalistin in der DDR. Sie dokumentierte vor allem das antifaschistische Wirken bürgerlicher Autoren.
Als Tochter eines Kellners wuchs sie bei ihrer Großmutter in dörflicher Umgebung der Altmark auf. Nach dem Schulbesuch in Leipzig absolvierte sie eine Lehre zur Apothekenhelferin und arbeitete danach als Apothekergehilfin. Sie besuchte die Abendschule und übernahm Funktionen innerhalb der FDJ. Von 1949 bis zum Abitur 1952 besuchte sie die Arbeiter-und-Bauern-Fakultät an der Universität Leipzig. Von 1952 bis 1956 studierte sie Germanistik an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Ihre Diplomarbeit schrieb sie über René Schickele.
Sie zog 1958 nach Ost-Berlin. Etwa von 1958 bis 1961 arbeitete sie als Sektorenleiterin „Publikationen“ im Bundessekretariat des Deutschen Kulturbundes. Sie heiratete Fritz Greuners Sohn Reinhard Greuner, der seit 1957 den Verlag Die Wirtschaft leitete, und wurde Mutter zweier Söhne. Neben ihrem Hausfrauendasein begann sie 1959 als freiberufliche Lektorin und bald auch als freiberufliche Journalistin und Schriftstellerin zu arbeiten. Außerdem war sie Mitarbeiterin des Sekretariats des Wohnbezirksausschusses der Nationalen Front. Sie veröffentlichte journalistische Arbeiten in Zeitungen und Zeitschriften und gab im Auftrag des Deutschen Kulturbundes Publikationen heraus. 1961 erschien ihre erste Erzählung Die Brücke über den Main. In den 1970er Jahren schrieb sie auch Buchrezensionen, entwickelte Rundfunk-Features und hielt Lesungen. Nebenbei wurde sie beauftragt, literarische Gutachten zu verfassen. Ab 1973 war sie Lektorin im Buchverlag der Morgen, zuletzt Leitende Lektorin für das deutschsprachige Erbe des 20. Jahrhunderts.
Ihre letzte Arbeit war 1990 die Herausgabe und Kommentierung von Maximilian Hardens publizistischen Porträts und Aufsätzen für den Reclam-Verlag Leipzig.
1961: Die Brücke über den Main. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale).
1962: Iattis Traum. Kinderbuchverlag Berlin, Berlin (Kinderbuch, Illustrationen von Gerhard Goßmann; = Die kleinen Trompeterbücher Band 36).
1963: [Zusammen mit Reinhart Greuner] Ich stehe links… Carl von Ossietzky über Geist und Ungeist der Weimarer Republik. Buchverlag Der Morgen, Berlin.
1965: Wandlungen eines Aufrechten. Lebensbild Hellmut von Gerlachs. Buchverlag Der Morgen, Berlin.
1969: Gegenspieler. Profile linksbürgerlicher Publizisten aus Kaiserreich und Weimarer Republik. Buchverlag Der Morgen, Berlin.
1976: Vom pludrigen Hosenteufel. In: Die Weltbühne. Heft 52/1976 vom 28. Dezember 1976, S. 1650–1651.
1988: „Ich bekenne mich…“ Ruth Greuner über Leben und Werk Carl v. Ossietzkys. Verlag Die Weltbühne, Berlin (Sonderheft Die Weltbühne).
1989: An einem fernen Tag .... Zur Kulturkritik Carl von Ossietzkys. In: Helmut Reinhardt (Hrsg.): Nachdenken über Ossietzky. Verlag der Weltbühne v. Ossietzky & Co, Berlin, 1989, S. 47–63
Herausgaben mit Vor- oder Nachwort
1959: Nachwort. In: Die Saat geht auf im jungen Land. Deutscher Kulturbund, Berlin, S. 163–165.
1960: Vorwort. In: … dass Deutschland nimmer werde der Herd zu neuem Kriege. Deutscher Kulturbund, Berlin, S..
1960: Bemerkungen zur Auswahl. In: F. C. Weiskopf 1900–1955. Deutscher Kulturbund, Berlin, S. 210–211.
1961: Vorwort In: Chemie – Glück in unseren Händen. Deutscher Kulturbund, Berlin, S. 7.
1964: Zu unserer Auswahl. In: Republik, mein Vaterland. 15 Jahre Deutsche Demokratische Republik. Deutscher Kulturbund, Berlin, S. 168–169.